Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Wo leben wir eigentlich? Missverhältnisse bei der Rente

Angeregt durch die RTL-Fernsehsendung "Raus aus dem Schulden" sprach eine 55jährige Frau aus Remscheid beim Versicherungsamt vor und wollte sich erkundigen, ob für sie eine Erwerbsunfähigkeitsrente möglich wäre und wie hoch die Rentenzahlung sein würde. In der RTL-Sendung wurde eine 33jährige Frau vorgestellt, die nach der Lehre lediglich ein halbes Jahr gearbeitet und dann einen Herzinfarkt erlitten hatte. Die Rentenberaterin hatte ausgerechnet, daß dieser Frau 880 bis 890 Euro Rente zuständen. Die 55jährige Frau aus Remscheid hatte mehrere schwerste Hüft- und Krebsoperationen hinter sich und ist zu 100 Prozent schwerbehindert. Ihr stehen nach gültigem Recht nur ca. 350 Euro Erwerbsunfähigkeitsrente zu. Der frappierende Unterschied zwischen den beiden Frauen wurde damit begründet, daß der Staat bei der jüngeren Frau bis zum Eintritt ins normale Rentenalter die Beiträge übernimmt und diese trotz Nichtarbeit hochgerechnet werden. So kommt sie früh in den Genuß einer nicht zu unterschätzenden monatlichen Rentenzahlung. Die ältere Frau wird dafür bestraft, daß sie nur noch wenige Jahre bis zum Renteneintritt vor sich hat. Die Frage sei erlaubt, ob in unserem Staat den "Nichtarbeitern" ein besserer Status als den Arbeitenden zugebilligt wird. Da ist eigentlich jedem Betroffenen zu raten, daß er sich zum Beispiel nach der ersten, schweren Krebsoperation zum Amt begibt und nach der Chemotherapie direkt in Erwerbunfähigkeitsrente geht! Wer solche Gesetze macht sollte sich nicht wundern, wenn die Staatsverdrossenheit der Bürger stetig zunimmt. [Sebastian Stein, Vorsitzender der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) Remscheid]

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Michael Mahlke am :

Der Blick ist richtig, aber die Logik ist ergänzungsbedürftig. Wir haben in Deutschland parallele Systeme. Beamte haben automatisch eine garantierte Mindestpension von ca. 1.300 Euro plus private Krankenversicherung (Beihilfe). Normale Arbeitnehmer müssen mindestens 40 Jahre 40 Stunden pro Woche mit ca. 20 Euro Stundenlohn in die Rentenversicherung einzahlen (ca. 3.200 Brutto pro Monat), um ebenfalls knapp 1.300 Euro Brutto an Rente zu bekommen. Das Hartz 4- System ist eine absolute Untergrenze, die nicht differenziert und bisherige Arbeitsleistungen nicht honoriert. Und die Erwerbsunfähigkeitsrenten sind ebenfalls eine parallele Veranstaltung, in der Arbeitsleistungen nicht honoriert werden. Das wissen die Parteien in Berlin und wollen es nicht lösen. Daher werden die nächsten zehn Jahre mit sozialen Verwerfungen, neuen Parteien und politischen Legitimationsproblemen gepflastert sein, denn die geburtenstarlen Jahrgänge werden in den nächsten zehn Jahren größtenteils mit Minirenten über 60 leben, und die jungen Generationen werden lernen müssen, dass Individualismus nicht die alleinige Antwort auf Demokratie ist, sondern dazu auch politisches Engagement gehört, dass über Facebook-Gruppen hinaus geht.

Felix Staratschek am :

Die CDA hat doch genug Vertreter im Bundestag, um zusammen mit anderen sozial eingestellten MdB Gesetzesinitiativen zu starten oder beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe zu klagen. Es gilt zwar, es kann nicht mehr verteilt werden, als in einer Kasse ist, aber die Kriterien, wie das verteilt wird, die müssen fair sein. Denkbar wäre ein Punktesystem. Jeder erwirbt sich durch Arbeit und in gleicher Menge durch Kindererziehung Anspruchpunkte für die Rente. Denn hier liegt ebenfalls eine Ungerechtigkeit vor: Wer sich selber gut um seine Kinder kümmert und die Beitragszahler von Morgen heranzieht, bekommt dafür kaum Rente, während jemand, der keine Kinder hat, aber durchgehend arbeitet, die höchsten Rentenansprüche einfährt. Das Geld, dass die Rentenkasse jährlich einnimmt wird durch die Summe der Punkte aller aktuellen Rentner geteilt und mit der Zahl der Rentenpunkte multipliziert, die jeder erworben hat. Darüber hinausgehende Geldzahlungen sind nicht Sache der Rentenversicherung, sondern der Sozialpolitik. Generell muss es auch noch eine Regelung geben, dass in guten Jahren die Sozialversicherungen einen Teil der Einnahmen als Rücklagen für schlechtere Jahre einbehalten dürfen, um in einer Wirtschaftsflaute Rentensenkungen oder Beitragserhöhungen für die Unternehmen vermeiden zu können. Eine weitere Rentenungerechtigkeit ist die Zeitarbeit. Zeitarbeiter müssen mit ihrer Arbeitsleistung die Büros und Angestellten der Zeitarbeitsfirmen mit durchfüttern sowie die Gewinnerwartung der Firmenbesitzer erwirtschaften. Die Unternehmen, die Zeitarbeiter mieten, zahlen also wesentlich mehr pro Stunde Arbeitseinsatz, als in der Lohntüte des Zeitarbeiters landet. Müsste nicht das ganze Geld, dass ein Unternehmen für den Einsatz von Zeitarbeitern zahlt als Bruttolohn an den Zeitarbeiter gehen? Davon kann ja der Zeitarbeiter eine Gebühr für die Vermittlung bezahlen. Im Portemonnaie hätte dann der Zeitarbeiter für die Arbeit zwar nicht mehr Geld, er würde aber später bei der Rente wenigstens nicht noch tiefer fallen, als er heute schon steht. Hier bereitet der Staat durch die Art der Zulassung der immer mehr um sich greifenden Zeitarbeit die nächste große Gruppe für die Alterarmut vor. Natürlich muss auch geregelt werden, welchen Anteil vom Lohn die Vermittlungsgebühr nicht überschreiten darf.

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!