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Schulen in Remscheid – Phase der Entscheidungen beginnt

Pressemitteilung des Heimatbundes Lüttringhausen

In der kommenden Woche werden in Remscheid wichtige Weichenstellungen zur Entwicklung der Schullandschaft in unserer Stadt vorgenommen. Am 14. November wird es bei einer Klausurtagung zwischen Vertretern aus der Politik und der Verwaltung sowie den Schulleitungen der weiterführenden Schulen darum gehen, eine möglichst einvernehmliche Lösung für die anstehenden Probleme zu finden. In der Schulausschusssitzung am 17. November wird sich dann zeigen, ob eine alle Parteien umfassende Übereinkunft zustande gekommen ist oder ob sich Lager mit unterschiedlichen Vorstellungen gebildet haben und mit welcher Mehrheit in diesem Falle der Fachausschuss seine Empfehlung hinsichtlich der künftigen Gestaltung der Schulsituation in Remscheid dem am 15. Dezember tagenden Stadtrat geben wird. Aus Lüttringhauser Perspektive ist höchste Aufmerksamkeit geboten, kreiste doch ein Teil der bisherigen Überlegungen um das Schulzentrum Klausen.

Wo liegen die Probleme? Drei Aspekte sind in diesem Zusammenhang zu bedenken. 1. Das Problem der Ablehnungen einer großen Zahl von Schülerinnen und Schülern an den beiden Gesamtschulen bedarf einer Lösung. 2. Auf rückläufige Schülerzahlen und auf das veränderte Anmeldeverhalten der Eltern, das in unserem Stadtteil zum Auslaufen der Hauptschule Klausen geführt hat, ist zu reagieren. 3. Der im Düsseldorfer Landtag erzielte Schulkompromiss von CDU, SPD und Grünen, der die Einführung der neuen Schulform „Sekundarschule“ ermöglicht, ist in die Diskussion einzubeziehen, weil er das Spektrum der Möglichkeiten beträchtlich erweitert.

Wie stellen sich die Ratsfraktionen zu den angesprochenen Problemfeldern? Sie beziehen unterschiedliche Positionen. SPD und Linke fordern die Gründung einer dritten Gesamtschule. Als mögliche Standorte nennen sie das Schulzentrum Hackenberg und das Schulzentrum Klausen. Dazu müssten allerdings die an beiden Standorten erfolgreich arbeitenden Schulen aufgelöst werden, was erhebliche Widerstände der betroffenen Schulgemeinden und der Öffentlichkeit hervorrufen würde. Die FDP hat sich öffentlich noch nicht positioniert, und die Grünen scheinen sich noch in einem Meinungsbildungsprozess zu befinden. Die CDU und die Wählergemeinschaft haben sich ohne Wenn und Aber für die Beibehaltung aller vier Gymnasien ausgesprochen und die Einrichtung einer Sekundarschule in den Räumen der auslaufenden Hauptschule Klausen angeregt.

Wie stellt sich das Problem aus der Sicht des Stadtteiles Lüttringhausen dar? Seit seiner Verlagerung aus der Innenstadt nach Klausen vor 25 Jahren hat sich das Leibniz- Gymnasium, das in der Brüderstraße der ersten Remscheider Gesamtschule weichen musste, an seinem neuen Standort zu einer angesehenen und in der Bevölkerung fest verankerten Institution entwickelt. Der damalige Standortwechsel war eine zukunftsweisende Ratsentscheidung, die zu einer gleichmäßigeren Verteilung gymnasialer Ausbildungsplätze im Remscheider Stadtgebiet führte. Lüttringhausen ist ohne sein Gymnasium nicht mehr vorstellbar. Eine Preisgabe dieser exzellenten Bildungseinrichtung kann nicht die Lösung der anstehenden Probleme sein. Diese sollte aus der Sicht des Heimatbundes lauten: Neugestaltung des Schulzentrums Klausen, bestehend aus dem Leibniz-Gymnasium und einer zu gründenden dreizügigen Sekundarschule. In diesem Zusammenhang verweist der Heimatbund noch einmal auf seine schulpolitische Erklärung vom 15. September 2011.

Worin besteht der Vorteil einer solchen Lösung? Sie bewahrt die Stadt Remscheid vor heftigen schulpolitischen Auseinandersetzungen. Ein Schulzentrum aus Gymnasium und Sekundarschule bietet als Stadtteilschule allen Lüttringhauser und auch etlichen Lenneper Fünftklässlern die Möglichkeit, alle Schulabschlüsse, die möglich sind, zu erreichen. Die Kinder, die ein gymnasiales Begabungsprofil haben und ihr Abitur nach acht Jahren auf dem Gymnasium absolvieren möchten, besuchen das Leibniz-Gymnasium. Alle anderen besuchen zunächst die Sekundarschule, die auch gymnasiale Standards bietet und nach neun Jahren in Verbindung mit der gymnasialen Oberstufe des Leibniz-Gymnasiums zum Abitur führen kann. Diese neue Schulform kommt den Vorstellungen derjenigen Eltern entgegen, die für ihre Kinder ein längeres gemeinsames Lernen wünschen. Sie ermöglicht mit ihrem kooperativen Unterrichtsangebot in den Jahrgangsstufen 5 – 10 über Binnendifferenzierung und Fächerauswahl den Erwerb des qualifizierten Hauptschulabschlusses, der Fachoberschulreife und die Qualifikation für den Besuch der gymnasialen Oberstufe. Auf der Grundlage der vom Gesetzgeber vorgeschriebenen verbindlichen Absprachen zwischen Gymnasium und Sekundarschule könnten entsprechend begabte Schüler/Innen ohne Ortswechsel am Leibniz-Gymnasium die Fachhochschulreife (Fachabitur) und die allgemeine Hochschulreife (Abitur) erwerben.

Die Kombination aus Gymnasium und Sekundarschule ermöglicht neue Formen der Zusammenarbeit. Dies würde zu einem Alleinstellungsmerkmal des Lüttringhauser Schulzentrums führen. Denkbar sind dabei Kooperationen in den Differenzierungsangeboten, so etwa im Fach Latein und Französisch im Wahlpflichtbereich I der 6./7. Klasse oder im Französisch- und Spanischunterricht im Wahlpflichtbereich II der 8./9. Klasse. Hier könnten auch die Schülerinnen und Schüler des Leibniz-Gymnasiums von Angeboten - etwa im technischen Bereich - der Sekundarschule profitieren. Eine Verstärkung des Faches „Technik“ nämlich, das als Arbeitsgemeinschaft oder besser noch als Abiturfach Eingang in den Fächerkanon des Gymnasiums finden sollte, könnte jungen Menschen helfen, ihre technischen Begabungen zu entdecken und Begeisterung für Technik auslösen, indem ihnen deutlich wird, wie viel Kreativität und Umsicht es zur Lösung technischer Problemstellungen bedarf. Weitere Kooperationsmöglichkeiten gibt es im Bereich der Freiarbeit, im informationstechnischen Bereich und im Bereich der Arbeitsgemeinschaften durch eine Ergänzung der gegenseitigen Angebote.

Was muss nun geschehen? Der Heimatbund hält es für äußerst wichtig ist, dass bis zum Jahresende Klarheit über die künftige Gestaltung der Schullandschaft in Remscheid herrscht. Die Eltern müssen wissen, dass sie ihre Kinder an zukunftssicheren Schulen anmelden können. In diesem Zusammenhang ist die Verwaltung gefordert, die Eltern rechtzeitig und umfassend über die neue Schulform „Sekundarschule“ zu informieren. Denn sollte sie in Remscheid eingeführt werden, wäre dies eine Problembewältigungsstrategie, die in hohem Maße zur Wahrung des Schulfriedens beitrüge. Dass es sich dabei um ein hohes Gut handelt, wird deutlich, wenn man sich an die heftigen Proteste der Schulgemeinde der Grundschule Goldenberg unter Führung des damaligen Schulleiters Jürgen Gottmann erinnert, die im letzten Jahr für große Unruhe sorgten, nachdem die Schließung ihrer Schule unter den Maßnahmen zur Haushaltssicherung aufgetaucht war.

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