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Sanierungskonzept mit Schadenskataster für Schloss Burg

Foto: Hans Georg Müller

Um Schloss Burg auf den bergischen Höhen zwischen Solingen und Remscheid weht häufig ein rauer Wind. Doch in diesem Jahr Jahr wehte er noch rauer als sonst. Nicht wegen globaler Klimaveränderungen, sondern wegen finanzieller Probleme. Denn das Gemäuer bröckelt, und die Kassen der Kommunen sind bekanntlich noch leerer als die des Landes. Anteilseigner der größten wiederhergestellten Burganlage im westdeutschen Raum sind die Stadt Solingen (zu 48 %), die Stadt Wuppertal (zu 21 %) und die Stadt Remscheid (zu 31 % gleich 66.500 €). Am 7. Juni 1940 übertrugen die drei Städte die Verwaltung aller zu Schloss Burg gehörenden Grundstücke und Gebäude auf den „Schlossbauverein Burg an der Wupper". Er erhält von den Anteilseignern einen jährlichen Zuschuss in Höhe von derzeit insgesamt 214.516 €. Zugleich verpflichtet die Vereinbarung aus 1940 die Anteilseigner, bei größeren Instandsetzungsarbeiten, An- und Umbauten, die die Leistungsfähigkeit des Vereins überschreiten, einen angemessenen Zuschuss zu gewähren. Und genau das führte Anfang dieses Jahres – nach mehrfachem Wechsel des Geschäftsführers des Schlossbauvereins - zu einer kritischen Situation. Die scheint jetzt überwunden, wie Kulturdezernent Dr. Christian Henkelmann in einer Mitteilungsvorlage schreibt, die den Mitgliedern des Ausschusses für Kultur und Weiterbildung zur Sitzung am 22. November  vorliegt. Zitat: „Die finanzielle Situation des Vereins … hat sich … auf einem guten Niveau stabilisiert.“ Ohne die Hilfe des Landes wäre das gewiss nicht der Fall. Gleichwohl bleiben viele Fragezeichen. Noch liegt das in Auftrag gegebene Sanierungskonzept mit Schadenskataster für Schloss Burg nicht vor. Henkelmann: „Die sich daraus ergebenden finanziellen Auswirkungen sind noch nicht absehbar.“ - Der Waterbölles dokumentiert den aktuellen Sachstandsbericht in gekürzter Form:

„Im Laufe der Zeit hatte sich die Bausubstanz so verschlechtert, dass einige Maßnahmen dringend durchgeführt werden mussten. So wurde erst kürzlich die Sanierung des Batterieturms abgeschlossen. Bei geplanten Kosten in Höhe von 250.000 € wurde eine Förderung in einer Gesamthöhe von 192.500 € gewährt (34.500 € NRW-Bank, 158.000 € Bezirksregierung Düsseldorf). In den Jahren 2004 bis 2006 erfolgte die Sanierung der einsturzgefährdeten Nordterrasse. Die Kosten hierfür beliefen sich letztendlich auf 476.000 €. Die Bezirksregierung gewährte einen Zuschuss in Höhe von 108.000 €. Der Schlossbauverein übernahm 7.000 €, so dass 361.000 € über die Anteilseigner zu finanzieren waren. Auf die Stadt Remscheid entfielen 111.910 €.

Die Bauaufsicht der Stadt Solingen hat die gesetzlich vorgeschriebene Wiederkehrende Brandschutzprüfung am 16.11.2010 durchgeführt. Die festgestellten Mängel haben dazu geführt, dass für jede größere Veranstaltung (mehr als 200 Personen) eine Einzelfallgenehmigung beantragt werden muss. Es wurde vereinbart, ein Brandschutzkonzept zu erarbeiten, damit eine entsprechende generelle Genehmigung beantragt werden kann. Das vom Brandschutzbüro Uwe Kaufmann erstellte Brandschutzkonzept liegt seit dem 18.10.2011 vor (Gesamtkosten 20.000 €). Auf dieser Grundlage hat die Bauaufsicht Solingen die Baugenehmigung für die Errichtung einer temporären Fluchttreppe von der Nordterrasse erteilt. Aufgrund des äußerst knappen Zeitrahmens wurde ein zweigeteiltes Verfahren festgelegt. Im ersten Schritt ging es darum, das Brandschutzkonzept für den Kernbereich der Burganlage zu erstellen und die Sachkundeprüfungen z. B. für die Brandmeldeanlage, die Blitzschutzanlage und auch für die Brandschutztüren durchführen zu lassen, um überhaupt die Genehmigung zur Durchführung von Großveranstaltungen zu erhalten. Dazu waren vorab eine Reihe von Klärungen durch entsprechende Fachingenieurbüros sowie Reparaturmaßnahmen etc. erforderlich. Weitere Auflagen und Forderungen der Bauaufsicht werden zu erfüllen sein. Eine exakte Kostenübersicht konnte bisher aufgrund der Terminzwänge und der Zeitknappheit nicht erstellt werden. Dies wird jedoch kurzfristig erfolgen.

Die Bergische Entwicklungsagentur wurde beauftragt, in Abstimmung mit der Stadt Solingen die Vergabe eines Sanierungskonzeptes mit Schadenskataster für Schloss Burg in Auftrag zu geben. Die Kosten in Höhe von 150.000 € wurden durch eine Landesförderung in Höhe von 120.000 € sowie weiteren 30.000 €, die durch die Stadtsparkassen Solingen, Wuppertal und Remscheid getragen werden, finanziert. Die Auftragsvergabe durch die Bergische Entwicklungsagentur ist inzwischen erfolgt. Als Bearbeitungszeitraum für die Erstellung wurde die Zeit zwischen 01.10. und 31.12.2011 vereinbart.

Die Bergische Entwicklungsagentur hat in Kooperation mit der Stadt Solingen bei der Bezirksregierung Düsseldorf einen Zuschuss für den Ausbau des „Erlebnisraumes Schloss Burg“ in Höhe von einer Million Euro beantragt. Bei einer Förderquote von 80 % ergibt sich ein Eigenanteil für die drei Eigentümer der Burg in einer Höhe 200.000 €. Zur weitestgehend Sicherung dieses Eigenanteils wurde mit Zustimmung der Bezirksregierung der Verkaufserlös für die Immobilie Steinweg 7 vorgesehen. Da der Erlös lediglich 147.365,25 € (Kaufpreis 160.000 € abzgl. Kosten für die Entmietung, Werbung in der örtlichen Presse und die Erstellung eines Energieausweises) beträgt, ist bei der zu erwartenden Förderung in Höhe von 80 % noch ein Eigenanteil in Höhe von 52.634,75 € durch die Eigentümer zu erbringen. Auf die Stadt Remscheid entfielen davon 16.316,78 €. Es bleibt aber erst einmal die Entscheidung der Bezirksregierung über den Fördersatz abzuwarten. Mit Verfügung vom 7. Juni 2011 hat die Bezirksregierung zum Förderantrag der Bergischen Entwicklungsagentur umfangreiche Ergänzungen zu den vorgelegten Planungs- und Kostenberechnungsunterlagen und eine Wirtschaftlichkeitsprognose über die zusätzlich erwarteten Einnahmen durch neue Veranstaltungsangebote gefordert. Ein Planungsteam arbeitet an der Erstellung dieser Unterlagen mit dem Ziel, diese bis spätestens zum 20.12.2011 nachzureichen.

Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und zum Denkmalerhalt:

  • Fachwerkerker: Die Ausbesserungsarbeiten am Fachwerkerker Burghof 1 sind abgeschlossen.
  • Bergfried: Das Ingenieurbüro für Baukonstruktionen aus Köln hat die Schäden an der Westfassade und der drei Balkone begutachtet. Von der Einrichtung einer Winterbaustelle wird dringend abgeraten. Die beschränkte Ausschreibung soll im Dezember erfolgen. Die Zustimmung der Bezirksregierung Düsseldorf hierzu ist jedoch noch einzuholen.
  • Ausbesserungsarbeiten oder Teilsanierunq von drei Kaminköpfen: Die Frage der Standsicherheit soll durch das Büro Schwab / Lemke und durch die ARGE, die das Sanierungsgutachten erstellt, im November unter Einsatz eines Hubsteigers mit Arbeitsbühne geklärt werden. Eine Gerüststellung je Kamin wurde aus Kostengründen verworfen.
  • Sanierung der Bruchsteinmauer zwischen Enqelbertdenkmal und Mitteltor: Diese Maßnahme ist zunächst in Abhängigkeit zur Kostenentwicklung der vorstehenden Maßnahmen zurückgestellt worden. Evtl. kommt auch ein kompletter Rückbau einschl. Grünbeet in Frage.

Die Bezirksregierung Düsseldorf hat bei geschätzten Gesamtkosten für die genannten Maßnahmen in Höhe von 156.000 € eine 50-prozentige Förderung zugesagt. Der Zuwendungsbescheid liegt inzwischen vor. Die Eigenmittel in Höhe von 24.180 € stehen im Haushalt zur Verfügung.

Es wird hier in einem ersten Schritt eine Aufnahme/Dokumentation aller Gebäude erfolgen. Daran anschließend wird ein Maßnahmenkatalog aufgestellt, der eine Priorisierung nebst Kostenaufstellung beinhalten wird. Die sich daraus ergebenden finanziellen Auswirkungen sind zur Zeit noch nicht absehbar.“

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