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Hochwasser im Januar und Trockenheit im Frühjahr

Pressemitteilung des Wupperverbandes

Der Oktober 2011 verlief im Wuppergebiet ähnlich wie der Vormonat September: Die Regentage konzentrierten sich überwiegend auf die erste Monatshälfte. In der zweiten Monatshälfte gab es weniger Regentage, die Trockentage waren in der Überzahl. Wie die monatliche Auswertung des Wupperverbandes zeigt, regnete es an den Messstellen im Wuppergebiet insgesamt im Oktober weniger als im Durchschnitt. Mit rund 74 Litern Regen pro Quadratmeter lag die Oktobermenge an der Messstelle Klärwerk Burg in Solingen-Unterburg um rund 47 Liter unter dem Durchschnitt. Die Messstelle Bever-Talsperre verzeichnete im Oktober eine Regenmenge von rund 97 Litern pro Quadratmeter, das sind 16 Liter weniger als im Durchschnitt. Mit diesem „goldenen Oktober“, der laut Deutschem Wetterdienst in Nordrhein-Westfalen 28 Sonnenstunden mehr als der Sommermonat Juli zu bieten hatte (Quelle: www.dwd.de), ging im Wuppergebiet ein Wasserwirtschaftsjahr mit einigen Extremen zu Ende.

Das Wasserwirtschaftsjahr 2011 (1. November 2010 bis 31. Oktober 2011) startete mit einem sehr nassen November 2010. An der Bever-Talsperre war es mit 193 Litern pro Quadratmeter um ca. 66 Liter nasser als im November-Durchschnitt. Auch der Januar war mit 207 Litern Niederschlag pro Quadratmeter (Messstelle Bever-Talsperre) um 67 Liter zu nass. Zum Regen kam im Januar noch die Schneeschmelze hinzu, so dass die Wupper und viele Nebenbäche Hochwasser führten. Auf diesen nassen Beginn folgte ein außergewöhnlich trockenes Frühjahr. In den Monaten März bis Mai fielen an der Bever-Talsperre insgesamt rund 75 Liter Regen. Das sind nur 28 Prozent der durchschnittlichen Regenmenge für diese drei Monate von 272 Litern pro Quadratmeter.

Das Frühjahr 2011 war das bisher trockenste Frühjahr an der Bever-Talsperre seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1900. In den Monaten Juni und Juli lagen die Regenmengen etwa im Soll, während der Sommermonat August wiederum deutlich zu nass ausfiel. Mit 174 Litern pro Quadratmeter regnete es im August an der Bever-Talsperre rund 63 Liter mehr als im Durchschnitt. Im gesamten Wasserwirtschaftsjahr 2011 fielen an der Bever-Talsperre 1.266 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Somit war das Jahr unter dem Strich wenig trockener (um 61 Liter oder gerade mal 4,5 %) als im langjährigen Durchschnitt.

Der Rückblick auf das Wasserwirtschaftsjahr 2011 im Wuppergebiet zeigt, wie unterschiedlich die Niederschlagsverteilung in den einzelnen Monaten ausfallen kann. Die Jahressumme allein ist nicht aussagekräftig.

„Überhöhte Niederschläge im Januar innerhalb weniger Tage, eine sehr trockene und warme Frühjahrsperiode und ein überdurchschnittlich nasser August zeigen einen prognostizierten Trend“, sagt Marc Scheibel, Leiter des Fachbereichs Wassermengenwirtschaft und Hochwasserschutz und Koordinator für das Thema Klimawandel beim Wupperverband. „An der Jahres-Regenmenge soll sich laut Klimaszenarien nicht viel ändern. Doch es zeigen sich zunehmend Verschiebungen innerhalb des Jahresverlaufs, z. B. nassere Perioden im Winterhalbjahr oder trockenere Frühjahrsmonate. Zu trockene und zu nasse Zeiten sind durch ihre extremere Ausprägung eine Aufgabe, der sich der Wupperverband stellen und entsprechende Anpassungsstrategien entwickeln muss.“

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserwirtschaft berühren den Wupperverband in verschiedenen Bereichen, z. B. Wassermengenwirtschaft (Hochwasserschutz, Abgabe von Talsperrenwasser in Trockenzeiten), Gewässergüte, Artenentwicklung, Siedlungswasserwirtschaft. Die langen Trockenphasen im Wasserwirtschaftsjahr 2011, insbesondere im Frühjahr, machen sich bei den Füllständen der Brauchwassertalsperren am Oberlauf der Wupper bemerkbar. Zum einen fehlte der Regen im Frühjahr, um den Wasservorrat zu erhöhen. Zum anderen musste in den Trockenperioden aus den Talsperren vermehrt Wasser abgegeben werden, um die aus ökologischen Gründen erforderliche Mindestwassermenge in der Wupper von 3,5 Kubikmeter pro Sekunde (Pegel Kluserbrücke in Wuppertal) zu gewährleisten (Niedrigwasseraufhöhung). Bei dieser Ausgangssituation zeigte sich der Vorteil, dass der Wupperverband die Brauchwassertalsperren als Verbund bewirtschaften kann. Für die Wasserabgabe an die Wupper reichte die größte Brauchwassertalsperre – die Wupper-Talsperre – allein nicht aus. Vielmehr musste der Verband in diesem Jahr verstärkt an die Reserven weiterer Talsperren (Bever-Talsperre sowie Neyetalsperre der EWR GmbH) zur Niedrigwasseraufhöhung gehen. So konnte der Wupperverband durch die aufeinander abgestimmte Steuerung der einzelnen Talsperren die Niedrigwasseraufhöhung gewährleisten.

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