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Stadt will sich Ehrenamt-Projekt des Landes anschließen

Ehrenamtskarte soll Ehrenamt attraktiver machen“, titelte der Waterbölles am 30. November. An diesem Tag hatte die W.i.R.-Fraktion zur heutigen Ratssitzung den Antrag angekündigt, die Stadt Remscheid möge sich dem Landesprojekt "Wir unterstützen das Ehrenamt" (Ehrenamtskarte) anschließen. Hatte die W.i.R. aus dem Rathaus etwas läuten gehört, oder war die Verwaltung diesmal ungewöhnlich reaktionsschnell? Tatsache ist: Der Antrag steht als Punkt 8.3. auf der Tagesordnung der heutigen Sitzung, und der Beschlussvorschlag der Verwaltung zur Einführung der Ehrenamtskarte NRW schließt sich als 8.3.1. nahtlos an. Zitat:

  • In Remscheid wird die Ehrenamtskarte des Landes Nordrhein-Westfalen eingeführt. Die Verwaltung wird beauftragt, die entsprechende Vereinbarung mit dem Land abzuschließen.
  • Im ersten Schritt werden folgende Vergünstigungen für Inhaber der Ehrenamtskarte eingeführt:
  • Persönliche Einladungen zu allen öffentlichen kulturellen Veranstaltungen der Stadt Remscheid (Ausstellungen, öffentliche Veranstaltungen der Oberbürgermeisterin, Tag der Deutschen Einheit)
  • Rathaus- und Turmführungen nach Terminabsprache
  • Die Verwaltung prüft die Möglichkeit weiterer kommunaler Vergünstigungen.
  • Die Verwaltung wird beauftragt, weitere Partner für die Bereitstellung vergünstigter Angebote zu gewinnen.

Begründung:Bürgerschaftliches Engagement ist in Remscheid ein wichtiger Stützpfeiler der Gesellschaft. Der ehrenamtliche Einsatz stärkt und ermöglicht soziale, sportliche und kulturelle Standards und Angebote. Auch im Hinblick auf die Gestaltung des demographischen Wandels hat sich die Förderung bürgerschaftlichen Engagements in Remscheid als wesentlich herausgestellt. Beispielhaft dafür steht das Projekt der Nachbarschaftshilfe, initiiert von der Freiwilligenzentrale für Remscheid „Die Brücke“ e.V. und der Caritas Remscheid: Freiwillige Helferinnen und Helfer unterstützen bei Alltagsproblemen aus nachbarschaftlicher Nähe. Das  europäische „Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011“ präsentierte in Remscheid erfolgreich die „Erste Remscheider Ehrenamtsmesse“, koordiniert von der „Brücke“ und dem Büro der Oberbürgermeisterin. Durch fast 30 teilnehmende Organisationen und die hohe Besucherzahl kann festgestellt werden, dass bürgerschaftliches Engagement in Remscheid heute schon für viele selbstverständlich ist und praktisch gelebt wird.

Gleichwohl verdeutlicht etwa die Arbeit der „Brücke“, dass das Potential für den Ausbau von freiwilligem Engagement hoch und generationsübergreifend ist. Daher gilt es, freiwilliges Engagement zur Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens und des demographischen Wandels zu fördern. Der Gewinn ist durch den ehrenamtlichen Einsatz gegeben, denn, wer sich engagiert, unterstützt die Gemeinschaft und den Zusammenhalt der Gesellschaft. Das schafft Lebensqualität, Integrationskraft und Zukunftsfähigkeit des Remscheider Gemeinwesens.

Bürgerschaftliches Engagement ist nicht selbstverständlich und verdient öffentliche Anerkennung und Würdigung. Das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW gibt seit 2008 eine landesweite „Ehrenamtskarte NRW“ heraus. Dies erfolgt in Zusammenarbeit mit den Kommunen in NRW. Vorbild ist das Konzept der “E-Card-Hessen“, die auf Initiative des Landes Hessen entstanden ist. Die Ehrenamtskarte Nordrhein-Westfalen dient der Anerkennung bürgerschaftlichen Engagements. Die offizielle Überreichung der Ehrenamtskarte drückt den Dank und die Würdigung für den ehrenamtlichen Einsatz der Bürgerinnen und Bürger aus, verbunden mit der praktischen Nutzung vergünstigter Angebote. Ehrenamtliche, die sich überdurchschnittlich für das Gemeinwohl engagieren, haben mit der Karte landesweit Anspruch auf Vergünstigungen in allen teilnehmenden Kommunen. Zur Einführung der Ehrenamtskarte schließen die Landesregierung und die teilnehmenden Kommunen eine Vereinbarung ab (Anlage 1).

Das Land Nordrhein-Westfalen fördert die Einführung der Ehrenamtskarte in der Stadt Remscheid mit einem einmaligen Betrag zur Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit in Höhe von 3.000 €. Im ersten Jahr der Ausgabe stellt das Land folgende Materialien kostenfrei zur Verfügung: landeseinheitliche Ehrenamtskarten, Informationsflyer, Kassenaufkleber für Anbieter vergünstigter Angebote, Informationsplakate (mit Eindruckmöglichkeiten für Angaben der Kommunen), Logo der Karte (für Briefbögen, Internet usw.). Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt zudem die Öffentlichkeitsarbeit durch Veröffentlichungen auf der Internetseite des Ministeriums. Dort werden alle Anbieter von Vergünstigungen aufgeführt. Das bietet einerseits dem Nutzer einen landesweiten Eindruck der Möglichkeiten und überzeugt zum anderen mögliche Anbieter, ein Angebot zu gestalten. Die Fördermittel des Landes zur Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit können zur weiteren Förderung des Ehrenamtes verwendet werden, etwa zur Finanzierung der bereits in Planung stehenden „2. Remscheider Ehrenamtsmesse“ im Sommer 2012.

Die Stadt Remscheid stellt im Rahmen ihrer Möglichkeiten Vergünstigungen für die Inhaber der Ehrenamtskarte zur Verfügung. Aufgrund der Haushaltslage der Stadt Remscheid können Vergünstigungen nur in stark  eingeschränktem Umfang bereitgestellt werden. Der Verzicht auf städtische Angebote und die so bedingte Beschränkung auf private Anbieter wird nicht empfohlen und auch von keiner der 126 teilnehmenden Kommunen praktiziert. Da die Ehrenamtskarte eine öffentlich Würdigung darstellt, sollte ein minimales Angebot gegeben sein. (…) Zu prüfen ist Aufwand, Umfang und Umsetzung vergünstiger Eintrittspreise im Historischen Zentrum, Röntgenmuseum, Teo-Otto-Theater, Freibad Eschbachtal und der Städt. Galerie sowie eine vergünstigte Nutzung von VHS-Angeboten und der Bibliothek.

Mit den möglichen Vergünstigungen für kommunale Angebote könnten erhebliche Werbeeffekte einhergehen. Da die Ehrenamtskarte und das bürgerschaftliche Engagement durch die Landesförderung in der Öffentlichkeit stark beworben werden, ist mit einem erheblichen Imagegewinn für die Stadt Remscheid zu rechnen. Im ersten Jahr der Ausgabe stellt das Land Nordrhein-Westfalen 350 Karten zur Verfügung. Erfahrungen aus den teilnehmenden Kommunen zeigen, dass durch die Karteninhaber durchschnittlich lediglich einmal im Monat eine Vergünstigung mit der Ehrenamtskarte in Anspruch genommen wird.

Des Weiteren wird die Verwaltung Dritte (private Unternehmen und Einrichtungen) für eine Unterstützung des Projekts in Form von Vergünstigungen anwerben. Wichtiger Hinweis – auch für die kommunalen Vergünstigungen – ist die Tatsache, dass die Gewährung der Vergünstigung jederzeit widerrufen werden kann. Die Akquise von Angeboten soll dauerhaft erfolgen und ein möglichst heterogenes, gleichwohl qualitativ hochwertiges Angebot an Vergünstigungen schaffen. Die Ehrenamtskarte soll für ihre Nutzer nicht „peinlich“ sein, sondern durch ein wertvolles Angebot die Vorbildfunktion des Inhabers unterstreichen. Landesweit gelten die gleichen Kriterien für die Vergabe der Ehrenamtskarte:

  • Die Begünstigten sollen ein überdurchschnittliches Engagement von mindestens fünf Stunden pro Woche ausüben. Dieses Engagement kann auch bei unterschiedlichen Trägern oder verteilt auf einzelne zeitintensive Einsätze mit insgesamt 250 Stunden pro Jahr erfolgen. Die hohe Hürde der fünf Stunden würdigt den überdurchschnittlichen Einsatz und verhindert bspw. eine inflationäre Beantragung der Karte.
  • Pauschale Aufwandsentschädigungen gelten als Ausschlusskriterium für die Vergabe, sofern sie über eine bloße Erstattung entstandener Kosten hinausgehen. Geringe Aufwandsentschädigungen, die de facto als Auslagenersatz zu betrachten sind, stellen kein Hindernis für die Vergabe dar.
  • Mitglieder freier Initiativen ohne eigenen Rechtsstatus sollen in die Vergabe ausdrücklich eingeschlossen werden, um den neuen Formen des bürgerschaftlichen Engagements gerecht zu werden.
  • Gemeinschaftsveranstaltungen, in denen der Geselligkeitsaspekt im Mittelpunkt steht, werden nicht als Engagement für das Gemeinwohl betrachtet.
  • Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, die wenigstens fünf Stunden pro Woche ehrenamtlich tätig sind und dafür keine Aufwandsentschädigung erhalten, können sich für die Ehrenamtskarte bewerben. Bereitschaftszeiten, in denen keine Tätigkeit ausgeübt wird, können jedoch nicht für eine Berechnung der Mindesttätigkeitszeit von fünf Stunden pro Woche angerechnet werden.

Darüber hinaus kann die Kommune weitere Regelungen festlegen, vor allem im Hinblick auf die Gültigkeitsdauer der Karte. Die Verwaltung schlägt vor, die Gültigkeit auf zwei Jahre zu beschränken, da ein freiwilliges ehrenamtliches Engagement nicht immer über einen längeren Zeitraum ausgeübt wird. Danach muss die Ehrenamtskarte neu beantragt werden.

 Die Ehrenamtlichen können sich mit einem Formular für den Erhalt der Ehrenamtskarte bewerben. Die Bestätigung, dass die Voraussetzungen für den Erhalt der Ehrenamtskarte vorliegen, erfolgt durch die Verantwortlichen in den Trägerorganisationen des Ehrenamts bzw. bei Freiwilligen, die in freien Initiativen ohne eigenen Rechtsstatus arbeiten und daher keine Bestätigung (beispielsweise eines Vereinsvorstands) erhalten können, von anderen Organisationen oder von den Nutznießern ihrer ehrenamtlichen Arbeit. Die Bestätigung des geleisteten Ehrenamtes und der o. g. verbindlichen Kriterien wird durch zwei Unterschriften verantwortlicher Personen im jeweiligen Verein bestätigt. Mitglieder freier Initiativen ohne eigenen Rechtsstatus werden in die Vergabe explizit eingeschlossen, um neuen Formen des bürgerschaftlichen Engagements gerecht zu werden. Daher kann die Bestätigung für Engagierte ohne Einbindung in einem Verein durch zwei Unterschriften (z.B. von  Nachbarn, Pfarrern oder Ärzten) erfolgen.

Die Anträge werden durch die Stadtverwaltung Remscheid, Zentraldienst 0.13, Büro der Oberbürgermeisterin, Abteilung Beschwerdemanagement und Ehrenamtsförderung, bearbeitet und beschieden. Nach der Einführungszeit der Ehrenamtskarte wird der zeitliche Arbeitsumfang von den teilnehmenden Kommunen mit 1 bis 2 Wochenarbeitsstunden beziffert. Die Prüfung der Anträge wird durch die „Brücke“ bei Bedarf und nach Möglichkeit begleitet und unterstützt.  Die Erstausgabe der Ehrenamtskarte erfolgt in einer Feierstunde durch die Oberbürgermeisterin. Ein geeigneter Termin wäre die Eröffnung der Ehrenamtsmesse 2012. (…) Die weiteren Ehrenamtskarten werden nach Beantragung postalisch mit einem Dankschreiben der Oberbürgermeisterin versendet, um den Ehrenamtlichen schnellen Zugang zu den Vergünstigungen zu ermöglichen.“

Trackbacks

Waterbölles am : Loblied auf das Ehrenamt im Allgemeinen und Besonderen

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Das Ehrenamt Willst Du froh und glücklich leben,laß kein Ehrenamt dir geben!Willst du nicht zu früh ins Grablehne jedes Amt gleich ab! Wieviel Mühen, Sorgen, Plagenwieviel Ärger mußt Du tragen;gibst viel Geld aus, opferst Zeit -und der Lohn

Waterbölles am : 6.10.: Nach der Messe gibt`s die ersten Ehrenamtskarten

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Formulare zur Ehrenamtskarte  Formular zur Beantragung einer Ehrenamtskarte (Eine Ehrenamtskarte kann erhalten, wer sich über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren; mindestens fünf Stunden pro Woche bzw. 250 Stunden pro Jahr;

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Chronist am :

Wer im Ehrenamt tätig ist oder aktiv werden möchte, sollte vorher sehr genau seinen Versicherungsschutz prüfen und nachfragen. Dies betrifft sowohl die mögliche eigene Gefährdung als auch die Haftung gegenüber Dritten für Sach-, Personen- und Vermögensschäden. Es gibt hier eine Vielzahl von Regeln und gesetzlichen Vorschriften zur Unfall- und Haftpflichtversicherung.Die Beratungsstelle Remscheid derVerbraucherzentrale NRW, Alleestraße 32 , gibt am Montag, 26. März, ab 11Uhr kostenlosTipps und Hinweise, wie Sie in Ihrem Ehrenamt mit dieser Materie umgehen können und beantworten Ihre Fragen hierzu. Referent ist Holger Neubert, Versicherungsberater für die Verbraucherzentrale NRW. Anmeldung: freiwilligenzentrale@web.de, barbara.schulz@awo-kreis-mettmann.de oder Verbraucherberatung Tel. RS 293411.

Chronist am :

Zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 30. August hat die W.i.R.-Fraktion die Verwaltung um Auskunft gebeten, ab wann die ersten Ehrenamtskarten ausgegeben werden. Hintergrund: Auf Antrag der W.i.R. hatte der Rat der Stadt Remscheid am 15. Dezember vergangenen Jahres einstimmig beschlossen, in Remscheid die Ehrenamtskarte des Landes Nordrhein-Westfalen einzuführen.

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