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Kaiser schrieb: "Hoffentlich von Segen für die Menschheit!"

Das Röntgenmuseum in Lennep, als der moderne Anbau noch nicht entstanden war.Unmittelbar an der Stelle, wo Lenneps Stadtmauer vom „Schwelmer Tor" unterbrochen wurde, steht das „Deutsche Röntgen-Museum". Das Fachwerkhaus wurde 1803 von der Familie Oelbermann erbaut und am 18. Juli 1932 von der Stadt Remscheid erworben. Es dauerte aber noch bis  1951, ehe das Museum, mit seiner umfangreichen Bücherei in der Dependance Gänsemarkt 1 (Geburtshaus Röntgens), seinen offiziellen und heute noch gültigen Namen erhielt. Das Foto aus den 1920er Jahren zeigt links das alte Schieferhaus, das später dem modernen Anbau des Museums weichen musste.

(aus: „Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild“, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag)

1845 wurde in Lennep ein Mann geboren, der Weltruf erlangen sollte: Wilhelm Conrad Röntgen. Für die Entdeckung der nach ihm benannten Strahlen erhielt er 1901 den ersten Nobelpreis für Physik. Zwar war die Geburt Röntgens in Lennep, in einem kleinen zweistöckigen Schie­ferhaus, ein eher zufälliges Ereignis, denn die Familie stammte aus Holland und verblieb auch nicht lange in Len­nep, aber die Lenneper - und später, nach der Eingemeindung, auch die Remscheider - haben Röntgen stets als einen der ih­ren betrachtet und entsprechend geehrt. Am 28. Dezember 1895 hatte Röntgen, damals Professor in Würzburg, das Manuskript seiner ersten Mitteilung über die von ihm entdeckten X-Strahlen, deren Absorption nicht wie bei Lichtstrahlen durch die chemische Zusammensetzung der Materie, sondern nur durch deren Dichte bestimmt wird (Knochen absorbieren stärker als Haut), zum Druck gegeben. Die Wiener Tageszeitung »Die Presse« nahm die Sache als er­ste auf.

Am 7. Januar 1896 (Anm.: also heute vor 122 Jahren) steht die Nachricht auch in allen deutschen Blättern. Zwei Tage später erhält Röntgen ein Telegramm aus Berlin: „Habe eben mit tiefstem Erstaunen in der Zeitung Ihre weltbewegende Entdeckung gelesen. Wenn sich der Bericht bewahrheitet, so gratuliere ich Ihnen aus vollem Herzen und preise Gott, dass unserem deutschen Vaterlande der neue Triumph der Wissenschaft beschert ist, welcher hoffentlich von reichem Segen für die Menschheit sein wird. Sobald Sie Zeit haben, wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie mir einen Vor­trag über Ihre Erfindung halten könnten. Wilhelm II.“ - Röntgen antwortet:

Wilhelm Conrad Röntgen, 1854 - 1923, Entdecker der Röntgenstrahlen. Das alte Oelbergmannsche Haus an der Schwelmer Straße in Lennep, in dem später das Röntgen-Museum sein  Domizil fand.

Röntgen wich den Folgen seiner mächtig gewachsenen Po­pularität am liebsten aus. Die Physik sei ein Gebiet, um das mit ehrlicher Mühe geworben werden müsse, sagte er, und als Antwort auf immer wieder vorgetragene Bitten, doch vor großen Menschenmengen über seine Entdeckungen zu spre­chen: »Man kann allenfalls so vortragen, dass ein Laienkreis in die irrtümliche Ansicht versetzt wird, er habe das Vorgetra­gene verstanden.«

Trotz solcher Schroffheit im Umgang mit der Öffentlichkeit bewahrte ihm seine Vaterstadt Lennep und später auch Remscheid ein gutes Andenken. 1930 wurde Röntgen ein Denk­mal gesetzt, 1932 das Röntgen-Museum im Oelbermannschen Empirehaus an der Schwelmer Straße eröffnet. (aus: „Remscheid so wie es war“, von Dr. Gerd Courts, erschienen 1974 im Droste Verlag.)

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Stadt Remscheid am :

Aus Anlass des 100. Jubiläums der Entdeckung der Röntgenstrahlinterferenzen durch Max von Laue im Frühjahr 1912 hat das Deutsche Röntgen-Museum die App „Fall X“ für den Apple iPad entwickelt, die kostenlos im "iTunes App Store" geladen werden kann.Die Experimente von Max von Laue lieferten den Beweis für den Wellencharakter der Röntgenstrahlung. Jedoch blieben einige Fragen ungeklärt. Als dann 1921 der amerikanische Physiker Arthur Compton die Streuung von Röntgenstrahlen an Grafit untersuchte und er feststellte, dass sich die Wellenlänge der gestreuten Strahlung verändert, konnte dies nur durch einen Zusammenstoß von Teilchen erklärt werden. Röntgenstrahlen waren also doch beides: Teilchen und Wellen. Um diese spannenden Forschungen nachzuvollziehen, wurde das interaktive Spiel „Fall X“ entwickelt. Es ist physikalisch anspruchsvoll und bedarf schon einiger Vorkenntnisse. Stressfrei lernt man zuhause einige der wichtigsten Physiker des 20. Jahrhunderts, ihre Ideen und Forschungen zur Natur der Röntgenstrahlen kennen. In einem virtuellen Labor gilt es Experimente durchzuführen, Informationen zu sammeln und sich anschließend einer Prüfungskommission zu stellen. Nach der Beantwortung von insgesamt 12 Multiple Choise Fragen hat man das Ziel erreicht und kann sich sein „Röntgen-Diplom“ ausstellen lassen und downloaden.

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