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In Berlin logierten die Remscheider "em Grüönen Buom"

von Gustav Hermann Halbach

Der Greefe Kaal om Hasten woar kneddereg on knöttereg: alt lang flauden et bi emm metter Arbet. Märr bröckelscherswies kri'eg he Opdreeg eren. Van denn gruoteo Kuopmannshüsern op Eäkesen, Vi'ekesen, Feil on em Dorpe huote faß gar nix mi'eh. Maut der Döüwel wi'eten, wodranen dat log. Peädskaaren voll Segen kuone söß dohenn li'ewern. De Konden van denn en Argentinejen, Brasilejen, Mexeko, Nordammereka, Afreka, Indejen on China schi'enen gi'en Oleg mi'eh op ehrer Lüöten te hann on töckden deshalf wall mem Bestellen.

Demm Greefe Kaal sing Arbetslütt kroosden on longernden nu denn li'ewen langen Dag en derr Schmetten eröm on verdennden et Sault nit, wat för meddags on owes ennet Tonnengemüös on de gebroden Eäpel erennkom. „Donnerschlag!" flockden derr Greefe Kaal, „su kann dat op de lang Dur nit wiedergohn, do mott gätt geschi'ehn." „Du motts sälwer es op Ri'es trecken," ri'et emm sien Mi'estergesell, der Vuß Gustav. „Dat es'n Rot! Du mags reit hann," mengden derr Greefe Kaal. „Aewwer et Ri'esen well geli'et sinn - de Muul mottme do Schwaden können." „Jo," sait derr Vuß _Gustav, „dat stemmt. Am besten studierschde Dir dat vörrher en."

On dat deär derr Greefe Kaal dann och. He klöternden demm Träppken noa derr Schmettenbüöhnen erop, wo'oppen Schangßen förret Für aantebüöten opgemett logen on fong aan: „Gon Dag, Herr Schanzen! Ech sinn derr Greefe Kaal uttem Remsched on mak stuppe Steäte, Blotschenbäng, Schrubbsegen on wiederschter sonn Gedüönße." Domet woar de Pruof am Eng, on noadämm he sech ömgehuot har, wo wall sing Segen gebruckt wüöden, satte sech i'enes Daas em Schleppenkamesol met emm schwatten Uewerhemdken vüör onner huohen sieden Lütterkuser Kappen oppen, en de Iserbahn on fuhr ennet Wesfelesche, Lippesche on Hannoversche erenn.

Aller Aafang es schwoar. On su fi'el dann och dös i'eschte Geschäftsri'es arg mau ut. Derr Vuß Gustav, demm derr Greefe Kaal noa siener Hi'emkiehr dat bedröppelt vertault, tasden prakesierend sech annen Kopp on sait endlech ut voller Ueöwertügengk: „Ech hannet - Du motts Dech besser opkratzen äs all de Ri'esenden met stiewem Huot, Kragen on Schlieps. Och häsde wall geng Verboügengker gemackt."

Dodrop kleramden derr Greefe Kaal wi'e op sienen Schmettenuoler on verrenkden do en Roumpböügengkern sienen Röckstrang. Em Li'eriewer paßden he Ii'eder Gottes jedoch nit op, kom demm Büöhnentrappenlook te noh, fi'el därrdur denn Trettstuoven eronger en de Schmette on terbrook sienen loutsen Schooken. „Donnerkiel!" flockden he, ässe ongen log, vor Ping. Etliche Weeken lang muoße nu em Gipsverbang li'egen on därrnoh enn Huopen Dokterschkössen äs Ri'eskongsli'ehrgeild befahlen,

Dat mackden enn äwwer nit schüchteg. Watte sech i'emol en sienen Kopp gesatt har, dat fuoden he dur. Aesse wi'e obben Pennen woar, rösden he förren nöü Ri'es. We'il emm op siener i'eschten Faht et Eten te dür gekuomen woar, beschluote, et Oweseten te sparen on sech met'm guoden Meddaaseten te beduon. Van siener Frau li'ete sech dröm enn düchteg Gedrag Puffelskuoken on drügen Buokwi'eten-Rötsch förret Met­nehmen backen on verstauden dös ganze Futteraasch, därrmet se lang fresch bliewen suol, enner marmeriert emaljierden Melkkannen. Die kröppden he en sienen Hang­koffer met erenn.

Berlin woar dös Kiehr sien Ziel. Aes'n Schöppenbur mackden he sech weiltmannesch Staats, li'et sech van siener Frauen enn knittewitt' blänkeg Mauenüöwerhemdken mel Röckstrangsbängeln, Kreditspetzen, dat hett enn stiewen, ganz huohen on vüören dre'i-kängteg ömgeknickden Halskragen, onnen huohfing hellsieden on nüömuodeschte Diplomaten-Krawatte Marke „Fürst Bülow", ömduon, stölpden enn Bibi obben Kopp on däumpden äff noa Spree-Athen. Do quatierden he sech em „Grüönen Buom" en derr Krusenstroten en. Dat woar derr Gasthoff der Remscheder. On dröm log alledaas derr nöüste „Tü-Pitter", dat hett derr Remscheder General-Aanze'iger, op, on sienen ge-wännden bergeschen Branndewien bruoke noch nit te messen, denn Frantzens Stakeser Kloaren wuoden utgeschott.

En der Riekshouptstadt blödden förren Greefe Kaal tereck et Geschäft. Wenne äwwer owes affgehetzt mächend vam Trampel op demm Berliner Geäster on Asphault op siem Gastzemmer aangelangt woar on do sienen Puffelskuoken udder drügen Rötsch geachelt har, dann fi'e:en arg gatze Wermeltendropen en sing Freud üöwer die gemackden guoden Geschäfte. Enn qualvoll Nait lang muoße die schlucken. Kreditspetzen, Vüörhemdken on Schlips kuone nämmlech alleng nit affkriegen, Tehi'emen besorgden dat Oem- on Affdonn emmer sing Frau. Hie en Berlin hare äwwer gi'enen fönet Hölpen. Et Stuowenwe'it därrwegen aantegohn, woar emm te schenant. Su trocke sech wall ut bis obbet Hemden, doch bowenher li'ete sech vüörnehm salongmeßeg on weilt- on staatsmännesch opgekreimpelt aanen on leit sech met döser Kloft ai Dag lang ennet Bett turn Schlopen terrdeel. Alle Naits drüömden he dann, he här'n Streck ommen Ha:s on wüöden opgehangen.

Aesse nu endlech hi'el, doch ömmen Hals on Boasch arg veiknörvelt on verknüllt en sien Dengen en derr Hastener Filegal wi'e erennkom, güösternden he alt en derr Düren: „Schier, We'it, hölp merr es tereck uttem Kragen-, Boaschlappen- on Schlips-gedüönße erut!"

Dat deär sing Frau dann och. „Gott se'i Dank!", öremden he op, noademm se Hangk annet Werk geleit har, on därrdrop i'esch begrüößden he se: „Gon Dag, Zesetta! Ech sinn wi'e do, äwwer böß fruoh, dat ech nit versteckt sinn! Wie gi'eht et derr?" (Waterbölles: Für „Hergeluopene“: Das ist Remscheider Platt aus: „Remscheider Bilderbogen“ von Max Eulenhöfer aus dem Jahre 1950)

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