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Einstige Kronenstraße: rechts katholisch, links evangelisch

Die Kronenstraße am Remscheider Markt um 1900. Später nannte man sie Johanniterstraße. Das höhere Haus im Hintergrund wurde um 1890 erbaut: Der „große, vor­nehme Spiegelsaal" im „Salamander" ist alten Remscheidern noch in Erinnerung. (Foto links). Foto rechts: Die   bekannte Gaststätte   von  Philipp Arntz,   genannt „Arntz Libbes", an der Kronenstraße, ebenfalls um 1900.

Joseph Brüssermann und Adolf Schulte - Feinkostgeschäfte für jede Konfession! Nie­mand hätte bessere Eingangspforten für diese lebendige Straße finden können. In der Kronenstraße hatten sich alle Bauweisen ein Denkmal gesetzt, und trotzig behauptet selbst der kleinste beschieferte Geselle mit nur drei Fensteraugen zur Straße und einer altbergischen Tür seinen Platz an der Sonne neben dem großen, vieläugigen Bruder. Kronenstraße! Ein- und Ausfalltor zum alten Markt! Deine besten, gemütvollsten Er­innerungen hast du unter Trümmern begraben. Später dann Johanniterstraße. Wandlungen der Namengebung! Es ist verständlich, dass man den ehemaligen Herren und Schutzpatronen der alten Kirche ein ehrenvolles Andenken sichern wollte.

Gute Quellen können versiegen, doch die Erinnerungen an sie bleiben wach. Ob Kronen- ­oder Johanniterstraße, zu ihnen gehörte damals Philipp Arntz, sagen wir besser „Arntz Libbes". Die Parade seiner Fenster lud unumgänglich zu köst­lichem Mittags- und Abendtrunk und ausgedehntem Skat ein. Wohl mancher konnte den „Dreh" nicht finden (das liegt wohl in dem Charakter der „Umgehungsstraße"). „Arntz Libbes" wird unvergesslich in der Erinnerung gemütlicher Männerrunden fortleben. Betrübte und ärgerliche Hausfrauen, heute hochbetagt, werden längst ihren Groll gegen „Libbes" und seine Dauergäste begraben haben.

Da lobt der Abstinenzler das Gegenteil und Gegenüber, „Hansa-Cafe" Ernst Kierdorf, Gaststätte für alkoholfreie Getränke. Hier ging es zweifellos ruhiger zu, ob aber auch fröhlicher? Im Bilde ist „Hansa" kaum zu sehen. Dagegen stellt sich breit und behäbig das ge­pflegte Bürgerhaus von Ernst Gottlieb Hasenclever, Stahlgroßhandlung, in den Vorder­grund. Querstehend im Hintergrund die einstige Wirtschaft von Aßmann, zuletzt Graveur Hermann Gastav Rasch.

Die Spaziergänger des jungen 20. Jahrhunderts kommen im Sonntagsstaat jedem Remscheider Wetter entgegen. Neben dem Vater mit „stiewem Huot" stolziert der Knirps mit Marinejacke, Strohhut und Regenschirm, und es ist kein Bürgersteig so schmal, als dass man nicht zu dreien in kleiner Gesellschaft unter großen, blumenüberladenen Sommerhüten ein Schwätzchen halten könnte. (nach: „Remscheider Bilderbogen“ von Max Eulenhöfer aus dem Jahre 1950)

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