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An der Schulmauer genossen die Alten den "Platten Kaal"

Die alte Vereinsschule am Rathausplatz entging mehrfach dem Abriss.von Max Eulenhöfer

Man kann verstehen, dass sich die alte Vereinsschule (Foto rechts) in ihrem ärmlichen Kleid, den finsteren Räumen, mit ausgetretenen Treppenstufen und morschen Dielen im Schatten des „neuen Rathauses“ nicht mehr recht wohlfühlte. Sie hatte schon des Öfteren auf der Abbruchliste gestanden, aber erst 1934 schlug ihr letztes Stündlein. Dann räumte sie ihren Platz aber nicht etwa einer modernen Schule, sondern dem Bau der Städtischen Sparkasse und Stadtwerke. Generationen sind durch diese Schule gegangen. Nur der äußerst pfleglichen Behand­lung ihres letzten Schulleiters, Rektor Simon, verdankt sie die Überschreitung der Altersgrenze. Ich selbst stand als junger Lehrer noch einige Jahre auf ihren wackeligen Fußböden und plagte mich mit Kindern und rauchenden Öfen. Neben dem Schulgebäude lief als Grenze zur „Concordia“ eine Ziegelsteinmauer, und an manchem Tage nahmen hier im stillen Winkel biedere, alte Remscheider auf ihrem Morgenspaziergang in brüderlicher Einigkeit einen belebenden Schluck aus dem gemeinsamen  „Platten Kaal".

Töchterschule an der Schützenstraße im Hause des väterlichen Leiters Pfaffenbach um 1892 .1853 zählte Remscheid 13.500 Einwohner. In diesem Jahr entstand die erste „Privattöch­terschule“, die Schule der „höheren Töchter“. Allgemein war man von der Notwendigkeit, einer Erziehung der Mädchen in höheren Schulen noch nicht überzeugt. Schrieb doch Professor Schwarze, einer der führenden Pädagogen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in seinen „Grundsätzen der Töchtererziehung für die Gebildeten": „. . . unter der gebildeten Klasse herrscht die Meinung, dass öffentliche Schulen der weiblichen Natur nicht zuträglich seien, und dass schon durch das alltägliche Hin- und Hergehen der Mädchen auf der Straße das Gefühl für  Sittsamkeit geschwächt werde ..." Als erstes Schullokal mietete man im Korff'schen Hause an der Elberfelder Straße (heute Nr. 4) ein Zimmer, das durch eine dünne Bretterwand in zwei kleine Räume ge­teilt wurde. Für Miete, Heizung und Reinigung wurden jährlich 90 Taler entrichtet. Diese Schule zählte 14 Schülerinnen.

Städtisches Lyzeum - Oberlyzeum – Frauenoberschule.Im Jahre 1861 erhielt die Anstalt ein geräumigeres Haus an der Ecke Elberfelder- und Mittelstraße. 1872 entstand an der Ecke Schützen- und Hochstraße das bekannte Pfaffenbach'sche Schulgebäude. 1885 wurde die Privatschule zur „Städtischen Höheren Töchterschule". Die Stadtverordneten waren jedoch auch jetzt noch nicht einstimmig von den neuen Erziehungsmethoden überzeugt. Ein Stadtvater brachte das in einer Sitzung deutlich zum Ausdruck, indem er meinte: „De Fraulütt hüören an dän Zoppenpott!"

Bei der Übernahme durch die Stadt zählte die Töchterschule (ohne Vorschule) 92 Schülerinnen. Ostern 1892 war die Zahl bereits auf 151 angewachsen, so dass die Räume im Pfaffenbach'schen Hause (Foto links)  sich als unzureichend erwiesen. Im Herbst desselben Jahres beschloss daher das Stadtverordnetenkollegium einen Neubau an der Bauluststraße (Stuttgarter Straße), und am 2. März 1893 konnte bereits die Einweihung des neuen Schulgebäudes erfolgen (Foto rechts). (nach: „Remscheider Bilderbogen“ von Max Eulenhöfer aus dem Jahre 1950)

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