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Feierliche Einweihung der "Balkantrasse" ist am 22. April

Links geht's nach Hückeswagen, rechts nach Wermelskirchen. Foto: Lotthar Kaiser

Nicht nur in Remscheid, sondern auch in Wermelskirchen wird an der der alten Eisenbahnverbindung „Balkantrasse“ fleißig gearbeitet. Am 22. April soll die Fahrradverbindung zwischen Lennep und Burscheid-Hilgen fertig sein, rechtzeitig zur offiziellen Einweihung. Und schon können Radfahrer/innen eine Fahrt bis Leverkusen anpeilen. Denn der Rat der Stadt Leverkusen gab vergangene Woche grünes Licht für den Trassenbau bis Burscheid. Damit war am Dienstag für die Mitglieder des städtischen Bauausschusses klar: Die „Balkantrasse“ wird zu einem touristischen Anziehungspunkt in der Region werden. Zumal die Bergische Entwicklungsagentur einen Förderantrag gestellt hat für eine Verbindung des neuen Radweges mit der „Trasse des Werkzeugs“ und anderen Radwegen, etwas der „Korkenziehertrasse“ in Solingen. Wer hätte sich träumen lassen, das das bergische/bergige Land eines Tages zum Eldorado für Zweiradfahrer werden würde? „Touristische Lichtblicke!“, freute sich am Dienstag auch York Edelhoff (SPD). 

Beinahe wäre nichts daraus geworden. Weil die Stadt Remscheid kein Geld ausgeben darf für „freiwillige Leistungen“. Der Bau eines Radweges hätte dazu gezählt. Ein Glück, dass die Stadtwerke neue Stromleitungen zwischen Lennep und Bergisch Born legen mussten und die Verlegung im öffentlichen Straßenbereich teurer gekommen wäre als am Rande der alten Eisenbahngleise. Also kaufte die EWR das Gelände von der Bahn AG, und gemeinsam mit der Stadt Remscheid (Amt für Straßen- und Brückenbau) begann die Planung.

Auch die Brücken am Gleisdreieck in Bergisch Born wurden instandgesetzt. Foto: Lothar KaiserIn den vergangenen Monaten hat sich an der Trasse viel verändert, seit Draisinen die Schienen das letzte Mal befuhren. 5.000 Meter Gleise mussten zerschnitten und 40.000 Schrauben aufgeschraubt werden. Der Scvhotter wurde zerkleinert und diente als Untergrund für die acht Zentimeter dicke Trag- und die 3,5 Zentimeter dicke Deckrschicht aus Asphalt. So genannte „Ein- und Ausstiegspunkte“ wurden angelegt, damit Fahrradfahrer nicht nur in Lennep und Bergisch Born auf die Trasse gelangen bzw. sie auch wieder verlassen können. Beispielsweise, weil sie einen Abstecher zur Remscheider Talsperre machen wollen.

Die neue Fahrradtrasse Richtung Lennep. Foto: Lothar KaiserDer Finanzrahmen und das Qualitätsniveau der Gewerke sei eingehalten worden, berichtete im Ausschuss EWR-Prokurist Mike Giera. Allein der Straßenbau habe 550.000 Euro gekostet. Die drei neuen Brücken schlagen mit 401.000 Euro zu Buche. Die Brücke über die Bundesstraße 237 in Bergisch Born (kurz hinter der Abzweihung nach Hückeswagen), eine Fachwerk-Aluminiumkonstrustruktion wie an der „Trasse des Werkzeugs“, die am 9. Februar frühmorgens angeliefert werden soll, kostet 185.000 Euro, die „Bornbacher Brücke“ 91.000 Euro und die „Brücke Stöcken“ 125.000 Euro.

Schade nur, dass das Geld nicht auch noch für Ruhebänke entlang der Strecke gereicht hat, wie Giera auf Nachfrage einräumte. Aber vielleicht finden sich dafür ja noch ein paar Sponsoren. An einen Winterdienst auf der Trasse ist übrigens nicht gedacht. Amtsleiter Gerald Hein: „Den gibt es auf der ‚Trasse des Werkzeugs’ auch nicht!“ Wohl aber eine verkehrstechnische, wegweisende und touristische Beschilderung. Vorgesehen sind (wie im Brückenpark) zehn  Info-Stelen. An den Einstiegspunkten

  • Parkplatz Sportplatz Bergisch Born
  • Schwarzer Weg
  • Bergerhöhe bei der Brücke B 51
  • Im Alten Berge (Verknüpfung Eschbachtalsperre)
  • Tenter Weg (Verknüpfung Remscheid-Mitte)
  • P+R Parkplätze Bf Lennep inkl. des Schotterparkplatzes Robert-Schumacher-Str.

und zwischen den Brücken in Bergisch Born/Gleisdreieck, d.h. an der Verzweigung des neuen Radweges Richtung Wermelskirchen und Richtung Hückeswagen (siehe Foto oben links) sollen die bekannten roten Radweg-Hinweisschilder des Landes aufgestellt werden und den jeweils nächsten und den entferntesten Zielort anzeigen. Weiterhin sind max. zehn Info-Stelen eingeplant, mit denen auf nahe Ziele wie z.B. Eschbachsperre etc. mit Bildern und einer kurzen Textpassage hingewiesen werden sollen. Am Anfangspunkt der Trasse (Bahnhof Lennep) ist eine Richtungsbeschilderung (Lennep-Innenstadt) über die Bergstraße zum Lenneper Markt vorgesehen sowie die Aufstellung einer Vitrine mit weiteren Detailinformationen zur Historischen Altstadt Lennep (siehe Kasten unten).

Beispiel für Information an der Balkantrasse

„Begeisterte Dichterworte priesen am 1. September 1868 auf der Titelseite des Lenneper Kreisblatts ein lang ersehntes Ereignis: die Eröffnung der Ei­senbahn zwischen Rittershausen und Remscheid. Als um 5:35 Uhr der erste Zug am Bahnhof - einem provisorischen Fachwerkbau - hielt, war ganz Lennep auf den Beinen. Später wurde mit Konzerten und einem großen Festball weiter gefeiert. Für die aufstrebende Industriestadt, deren Unternehmer dringend Transportkapazitäten benötigten, war der Eisenbahnanschluss ein Quantensprung. Die Stadt expandierte, im Bahnhofsumfeld entstanden Fabri­ken, Hotels und öffentliche Gebäude. Innerhalb von 20 Jahren entwickelte sich Lennep zum Eisenbahn­knotenpunkt. 1876 wurde die Strecke nach Wipperfürth, 1881 nach Opladen und 1886 nach Krebsöge eröffnet. Ab 1897 ermöglichte die Müngstener Brü­cke den wichtigen Anschluss zur Rheinschiene, Da das Verkehrsaufkommen rasant stieg, mussten die Bahnanlagen ständig erweitert werden. 1911 konn­te endlich ein repräsentatives Empfangsgebäude mit großer Fensterfront und weithin sichtbarem Uhrturm eingeweiht werden. 1939 fertigte das Bahnpersonal hier täglich 219 Personenzüge ab. Auch nach der Eingemeindung 1929 und starken Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg blieb der erst 1952 in Remscheid-Lennep" umbenannte Bahnhof die Drehscheibe des Bergischen Landes", Erst als die Bahn nach und nach alle von Lennep ausgehen­den Strecken still legte, verlor er seine Bedeutung.“

(Vorgestellt am Dienstag im städtischen Bauausschuss)

Trackbacks

Waterbölles am : Lenneper Vereinen gefällt Name "Balkantrasse" nicht

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Der Verkehrs- und Förderverein Lennep e.V., die Altstadtfreunde Lennep, der Lenneper Schützenverein von 1805 und der Radsportverein Adler Lüttringhausen habe sich in die Diskussion über den künftigen Namen der Fahrradtrasse von Lennep über Wermelskirchen

Kommentare

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Felix Staratschek am :

Wenn ich die Bilder vom Radweg sehe, frage ich mich, warum man das Gleis entfernen musste? Es wird eh nur weniger als die Hälfte der Bahnfläche für den Radweg genutzt. Da hätte man das Gleis auch liegen lassen können. Aus dem Saarland kenne ich einen Fußweg, der direkt neben der Bahn verläuft und auch in der Eifel wurde die Fläche eines ehemals zweites Gleises als Radweg umgebaut. Fakt ist, der Bus Wermelskirchen Lennep brauch 22 Minuten, der Zug brauchte 1978 nur acht Minuten. Allerdings wurde Bahnfahren künstlich unattraktiv gemacht, indem der VRR-Tarif damals nur für den Bus galt und nicht für den Zug, so dass Pendler nach Remscheid und Wuppertal in die Busse gedrängt wurden. Jeder, der mal die Regiobahn Mettmann-Düsseldorf oder die Rurtalbahn Linnich-Düren-Heimbach besucht hat, weiß, was hier für eine Fehlentwicklung abgelaufen ist! Da käme keiner auf die Idee, die Bahn abzuschaffen und einen Radweg zu errichten, obwohl auch diese Strecken zu Bundesbahnzeiten nur knapp einem solchen Schicksal entgangen sind.

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