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Zu wenig Teichwasser für zwei Kotten im Heyenbruch

Nachdem wir im Eschbachtal den Standort Zurmühle ausgiebig betrachtet haben, gehen wir durch den Wald weiter Richtung Heyenbrucher Hammer; das ist idyllischer und zweitens ungefährlicher als über die Talstraße. Mit Konzession vom 11.7.1685 wurde durch Franz Hasenclever jun. zu Ehringhausen der erste Reckhammer unterhalb Zurmühle im Heyenbruch angelegt. 1800 taucht ein Johann Halbach auf, der den Heyenbroicher Hammer "am Cameral Heyenbroicher Wiess" betreibt. 1806 ist Caspar Halbach darin vertreten. 1824 ist der Raffinierstahlhammer an Wilhelm Giesler zu Wermelskirchen verpachtet. 1829 taucht er als Hammer des Johann Wilhelm Hilger und Gottlieb Diederichs zu Remscheid auf. Drei oberschlächtige Wasserräder treiben ein Herdgebläse und zwei Feuerstellen an. Da der Hammer mit einem Amboss nur über das halbe Wasser verfügen darf, liegt er in trockenen Zeiten von Mai bis Johanny Michaeli zwar nicht still, kann aber nur 1/6 bis 1/4 der Zeit arbeiten. 1834 ist der Hammer an Justus Scharff zu Remscheid verpachtet, der ihn mit zwei Gehilfen auf eigene Rechnung betreibt Sie verarbeiten eigenes Material (rohen Stahl) und verkaufen den raffinierten Stahl an hiesige Schmiede weiter.

1842 übernimmt Gottlieb Diederichs, der Besitzer des zweiten am Teich stehenden Hammers, den Heyenbrucher Hammer und vermietet ihn an  an David Schlieper. Ab 1867 steht der Hammer still. Er wird zwar 1874 immer noch in verschiedenen Listen aufgeführt, sieht aber auf ersten Bildern bereits recht marode aus.  Der zweite Hammer am gleichen Teich kam mit der Konzession vom 8.7.1694 hinzu, errichtet durch Franz Hasenclever zu Ehringhausen. 1800 betreibt die Witwe den Hammer weiter, gefolgt 1810 von Johann Bernhard Hasenclever. 1824 übernimmt Gottlieb Diederichs den Hammer und betreibt ihn selbst mit zwei Gehilfen. 1829 besagt das Remscheider Mühlenkataster, das drei oberschlächtige Wasserräder zwei Herdgebläse und eine Hammerwelle antreiben. Auch hier gilt die Einschränkung bei geringem Wasser in trockenen Zeiten. 1867 zieht August Diederichs zu Ehringhausen als neuer Besitzer ein. Bis mindestens 1849 war der Platz unbewohnt. Erst 1864 wird hier ein bewohntes Haus mit sechs Einwohnern genannt.1867 existierte dasselbe schon nicht mehr. Möglicherweise handelte es sich um ein ausgebautes Hammergeschoss.

Der Heyenbrucher Hammer gehört zu den wenigen Hämmern am Eschbach, die heute noch stehen. Seiner ursprünglichen Bestimmung dient er jedoch schon lange nicht mehr. Vor 1914 bestand er noch aus zwei Hammerwerken, in denen Gustav Volberg von Ehringhausen als Hammerschmiedemeister arbeitete. Nach 1918 gingen sie in den Besitz von Otto Knetsch sen. vom Luhnshammer über, der einen der beiden Hammer abriss; in dem verbliebenen arbeitete bis in die 1980er Jahre noch sein Sohn, allerdings nicht mehr als Hammerschmied.  (nach: Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid. Herausgegeben von Günther Schmidt, Band 5 - Vom Blombach bis Eschbach)

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