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Im März 1942 fielen auf Vieringhausen die ersten Bomben

Der Bombenkrieg trifft Remscheid zum ersten Mal. In der Nacht vom 10. zum 11. März 1942 fielen Spreng- und Brandbomben in Remscheid-Vieringhausen. Schnee lag noch zu beiden Sehen der Straße, so dass die Feuerwehr Mühe hatte, an die Brandherde heranzukommen.

Der Bombenkrieg hat der Stadt die ersten Spuren ins Gesicht gezeichnet. Im März 1942 waren auf Vieringhausen Bomben gefallen, hatten etliche Häuser zerstört. Im Januar 1943 regneten an die 800 Brandbomben und einige Spreng­bomben hernieder. Der Strom setzte aus, das Amtsgericht brannte, Häuser an der Freiheitstraße wurden zerstört. In der Innenstadt zerbarsten alle Fensterscheiben. Es gab 19 Tote, darunter einen russischen Arbeiter. Aber die Stadt hatte noch eine Schonfrist.

Am 8. April waren die Funktürme auf dem Hohenhagen das Ziel feindlicher Bomben. Am 30. Mai wurden Wuppertal-Barmen und -Ronsdorf vernichtet. Dabei traf es auch Häuser in Lüttringhausen. Das Verwaltungsgebäude der Wagenhalle an der Neuenkamper Straße brannte aus, an der Lenneper Straße das schöne bergische Haus vom Stein. Remscheid beklagte damals 16 Tote. 1.060 Menschen wurden obdachlos, und doch war dies alles erst ein Vorgeschmack kommenden Schreckens. Noch lebte die Stadt, freute sich auch an Einrichtungen der jüngsten Vergangenheit.

Das Mittel des Umzuges blieb populär, auch wenn es für etwas so Makabres wie Volksgasmasken zu werben galt. Im Jahre 1937 werden die Bürger mit solchen Hinweisen und Fragen auf die Möglichkeit eines Krieges hingewiesenDas Kulturleben stand in voller Blüte. Erst im August 1942 war in der Villa Paas an der Elberfelder Straße das Bergische Land­schaftsmuseum, ein Kunstmuseum mit zeitgenössischen Werken, eröffnet worden. Zur gleichen Zeit hatten interessierte Bürger einen Kunstverein gegründet. Im Februar 1943 fanden noch einmal Kunsttage statt, mit Konzerten und Theatererstaufführungen, mit Dichterlesungen, Vorträgen und Kunstausstellungen. Das Programm, das in diesem Buche abgebildet ist, gibt Aufschluss über die Stoffe, die sich dem Volk damals noch nahebringen ließen. Alles war sehr deutsch, sehr nationalsozialistisch, sehr heldisch, allenfalls tragisch, in jedem Fall groß.

Doch der Würgegriff des Krieges ließ Remscheid nicht mehr lange frei atmen. Für Kunst und Kultur sollte schon bald kein Raum mehr sein. Irgendwo in England standen die Bomber bereit, die ihre tödliche Last über dem Kegel entladen sollten, und in der Nacht zum 31. Juli erhielten sie den Startbefehl. (...) Nach zahlreichen Luftangriffen auf deutsche Städte, bei denen die Zivilbevölkerung immer größere Verluste erlitt, war auch Remscheid auf die Liste der zu zerstörenden Städte gesetzt worden. Die Royal Air Force ist zu dieser Zeit mit ihren Bomberkommandos zum „areal bombing“ übergegangen, zu Flächenbombardements, die keinen Unterschied mehr zwischen kriegswichtigen Zielen und reinen Wohngebieten machten. Moral und Arbeitswille der Bevölkerung sollten gebrochen werden. In diesen Plan passte auch, dass die Angriffe meist nachts geflogen wurden. Das erklärte Ziel hat die Royal Air Force zwar nicht erreicht, aber Deutschlands Städte sanken nach und nach in Trümmer.  (aus: „Remscheid so wie es war 2“, von Dr. Gerd Courts, erschienen im Droste Verlag, Düsseldorf, im Jahre 1978.)

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