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Frantzen-Chronik (5): Von zehn Kindern starben neun

von Carl Ferdinand Frantzen (1856 - 1938)

Soviel Erfolg nun Hermann Frantzen einschließlich persönlicher Anerkennung in seiner geschäftlichen und öffentlichen Thätigkeit beschieden war, soviel Trübsal kam ihm in der Familie heim. Nicht als ob seine Heirat mit Marie Engels, Tochter von Gottlieb Engels zu Rath bei Remscheid nicht eine glückliche gewesen wäre. Im Gegentheil ist ihm seine Hausfrau eine treue Lebensgefährten gewesen, ohne deren Unterstützung ihm eine so umfangreiche geschäftliche und öffentliche Thätigkeit unmöglich gewesen wär. Mit der Aufopferung, zu der sie Vermögens ihrer starken Natur fähig war, galt bei ihr die Zufriedenheit ihres Mannes alles. Seine Wünsche wurden alle erfüllt, und sie selbst trat anspruchslos und bescheiden zurück. Dabei thätig und unverdrossen von früh bis spät trotz des großen Haushaltes noch geschäftlich den Eheherrn nach Möglichkeit unterstützend. Aber das Glück, Kinder heranwachsen zu sehen, war ihnen nicht beschieden. Von zehn Kindern starben neun theils im ersten Kindesalter, theils nach jahrelangem Siechthum. Zwanzig lange Jahre, von 1855 bis 1875, sind so in aufopferndster Pflege der ihrigen vergangen. Jahre schmerzlichster Arbeit und bitteren Herzeleids. Kein Wunder, dass nach dem Heimgang des letzten, jüngsten vierjährigen Töchterchens, meiner Schwester Hermine, am 13. Dezember 1875, das an Diphterie innerhalb zwei Tagen starb, für die Mutter eine Freude zum Leben nicht mehr so recht aufkommen wollte. Nur in der Arbeit fand sie noch Befriedigung, bis sie im Jahre 1890 … in das Haus Nr. 14 übersiedelte. 1892 wurde die Mutter krank, erst anscheinend nicht besonders schlimm, ist aber dann nach vierjährigem Siechthum, zuletzt theils gelähmt, am 4. Febr. 1896, im Alter von 68 Jahren und drei Tagen sanft entschlummert.

 

Für Hermann Frantzen war das ein schwerer Schlag. Schon geschwächt in der Gesundheit durch eine im Jahre 1893 überstandene Lungenentzündung, entbehrte er die sorgliche Pflege und Aufmerksamkeit der selbst durch Krankheit geschwächten Lebensgefährtin. Eigen geworden in seiner Art konnte er im Februar 1897 einer zweiten Lungenentzündung nicht wiederstehen und starb hieran in der Nacht vom 17. auf den 18. Februar 1897 Mitternacht 12 Uhr. Ein Leben voller Arbeit und treuer Pflichterfüllung war damit abgeschlossen. (…)Streng gegen sich selbst und seine Angehörigen in Bezug auf die Anforderungen, die er sich zumuthete, den geistigen Getränken, wenn er deren auch selbst herstellte und in den Verkehr brachte, völlig abholt, führte er einen sehr einfachen, jedem Prunke abgeneigten Lebenswandel. Außerordentlich mäßig im Essen und Trinken, schrieb er dieser Lebensart seine sich stets gleich bleibende Gesundheit zu. Die Verführung zur Unsolidität, die in seinem Berufe besonders nahe lag, hat in keiner Weise auf die strengen, mäßigen Lebensgewohnheiten einen Einfluss ausüben können.

Als Hermann Frantzen im Jahre 1846 seine Militärdienstzeit beendet hatte, fand er die häuslichen Verhältnisse wohl geordnet und besser als bei seinem Abgang nach Berlin. Jedoch waren noch immer drückende Hypothekschulden genug vorhanden. Die Bäckerei und die Schenkwirthschaft gingen ziemlich, die kleine Landwirtschaft war von nur mäßigem Ertrag. Sie war insofern lohnender geworden, als durch die etwas gestiegene Bevölkerung Remscheids der Verkauf ihrer Produkte, namentlich der Milch, zu leidlichen Preisen leicht zu ermöglichen war. Durch den Betrieb der Brennerei und das in derselben gewonnene Futter, konnte ein größerer Viehstand gehalten werden, als der kleine Besitz an Liegenheiten dort sonst erlaubt haben würde. (aus der Chronik der Familie Frantzen von 1763-1906, aufgeschrieben von Carl Ferdinand Frantzen in den Jahren 1898 und 1899, 2011 übersetzt aus der Sütterlin-Schrift von Doris und Klaus Schmidt. Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der Destille Frantzen, Alte Freiheitstraße 24.)

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