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Das Fischerei-Recht hatten Familien aus Burg

Romantisches Eschbachtal: Der Johanneshammer im Jahr 2005. Foto: G. SchmidtNachdem die Bergischen Grafen um 1118 die Burg an der Wupper zum Mittelpunkt ihrer Herrschaft erhoben hatten, entstanden auf der Höhe des Burgberges und im Tal des Eschbachs bald eine Reihe von Ansiedelungen, so das das neue Gemeinwesen schon früh zu einer "Freiheit" erhoben werden konnte, während die benachbarten älteren Siedlungen Wermelskirchen und Remscheid sich noch mit der Bezeichnung von Dörfern zufrieden geben mussten.  Im Norden schneidet die quer über den Westhauser Berg gezogene Grenze die Südspitze der Honschaft Remscheid ab. Im Westen musste das Solinger Gebiet den Zipfel des Jagenbergs hergeben, und im Suden und Osten steuerte die Dorfhonschaft Wermelskirchen den Löwenanteil zur Burger Gemeinde bei. Hierzu gehörte auch das einzige Gebiet, das eine landwirtschaftliche Nutzung lohnte und dadurch zur Ernährung der Burger Bewohner beitragen konnte.

Doch die meisten Insassen der neuen „Freiheit“ waren damals Fischer und Handwerker, die zum Hof des Grafen in engerer Beziehung standen. Die Wupper wie auch der Eschbach lieferten damals eine Menge der köstlichsten Fische, die nicht nur den Schlossbewohnern, sondern auch den Landsleuten im weiteren Umkreis eine beliebte Speise boten. Die Ausübung der Fischerei in den benachbarten Gewässern war aber bis ins 18. Jahrhundert hinein Burger Familien vorbehalten. Es ist daher verständlich, das man bei der Abgrenzung des Burger Gemeinwesens einen erheblichen Teil des Eschbachs zu erfassen suchte und die Grenze am Hang des Westhauser Berges entlang bis in die Gegend des späteren Kellershammers hinauf und ebenso auf der Wermelskirchener Seite über die Sellscheider Höhen hinüberzog, so dass das Burger Gebiet hier einen schmalen Zipfel den Eschbach entlang nach Norden entsandte. Die Strecke von der Einmündung des Lobachs bis zur Wupper wurde daher "die Burger Bach" und die Landschaft "das Burgtal" genannt.

Aber noch auf andere Weise versuchten die Bergischen Regenten ihrer neuen Gründung Leben einzuflößen. Zwar diente die Errichtung der Kameralmühle zu Unterburg in erster Linie eigenen Zwecken, da sie den herzoglichen Hof mit feinem Mehl zu versorgen hatte. Um dem Müller aber seinen Unterhalt zu sichern, wurden neben den Burger Bewohnern auch die Besitzer der benachbarten Remscheider und Wermelskirchener Hofe dem Mahlzwang der herzoglichen Mühle unterworfen. Den Bergischen Landesherren schien damals schon bald die Einsicht gekommen zu sein, dass die Burger Freiheit nicht allein von der Gnade des Hofes gedeihen könne, sondern dass dazu vor allem die Pflege der Industrie vonnöten sei. So wurde von ihnen die Einführung der Tuchweberei im 15. Jahrhundert oder noch früher unterstutzt und ihre weitere Entwicklung durch verschiedene Privilegien gefördert. In den Dienst der Tuchweberei wurde nun auch der Unterlauf des Eschbachs gezwungen, der im Burgtal die zur weiteren Behandlung der Gewebe erforderlichen Walkmühlen zu treiben hatte. Durch die Gewährung der Zollfreiheit für die Wolleneinfuhr im Jahre 1490 sowie durch die Zunftordnung von 1546 erhielt die Burger Tuchweberei kräftigen Aufwind. Als sie später in Verfall geriet, zögerte der Kurfurst Johann Wilhelm II nicht, die alten Privilegien des Burger Wollenhandwerks im Jahre 1706 auf die Deckenweberei zu übertragen. Das neue Gewerbe entfaltete sich derart kräftig, dass im Jahre 1710 schon 122 Deckenfabrikanten in Burg vorhanden waren. Auch dieser Industrie mussten der Eschbach und die Wupper zum Betrieb von Öl- und Walkmühlen ihre Kräfte leihen. Die Burger Deckenindustrie ist längst erloschen. Das laute Dröhnen der Hämmer und das Kreischen des Stahles unter den Händen der Schleifer gehört ebenso der Vergangenheit an, doch vieles deutet auch heute noch darauf hin, dass im Eschbachtal eine der ältesten bergischen Industriestätten heimisch war. (nach: Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid. Herausgegeben von Günther Schmidt, Band 5 - Vom Blombach bis Eschbach)

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