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"Balkanstrecke" hat noch Fürsprecher

Unter der Überschrift „Balkanstrecke könnte Zukunft haben“ hat Felix Staratschek,  stellvertretender Sprecher der Ag. Verkehr der Agenda 21 in Remscheid, dem „Waterbölles“ geschrieben. Darin kritisiert er die Kommunalpolitiker, die sich von dieser Strecke vorschnell verabschiedet haben:

„Die Landesregierung hat am Dienstag, 7.3. 06, beschlossen, die „Balkanstrecke“ aus dem Schienenbedarfsplan herauszunehmen. Dazu zitierte Rainer Deppe, MdL (CDU) Landesverkehrsminister Wittke: "Wo nach menschlichen Ermessen und nach allen Untersuchungen kein Zug mehr fahren wird, macht es keinen Sinn, die Trassen für die Planung vor Ort zu blockieren." (RGA-WK vom 8.3.06)

Ich frage, wo sind den "alle Untersuchungen" , die sagen, ein Schienenverkehr auf der „Balkanstrecke“ lohne sich nicht? Menschliches Ermessen ist erst dann zulässig, wenn man sich umfassend um Informationen bemüht hat. Ist das nicht geschehen, kann es nur als grobe Fahrlässigkeit und als ein Missbrauch des Wählervertrauens bezeichnet werden.

 Wie die Fahrgastzahlen auf Bahnstrecken sich entwickeln können, zeigen die Netzseiten www.pro-bahn.de/fakten und www.regio-bahn.de. Die „Balkanstrecke“ verbindet folgende Orte: Wuppertal (364.000 Ew.) - Remscheid (118.000 Ew.) - Wermelskirchen (37.000 Ew.) - Burscheid (19.000 Ew.) - Leverkusen (160.000 Ew.) und Köln (969.000 Ew.). Über Busanschlüsse wären Radevormwald (25.000 Ew.) und Hückeswagen (17.000 Ew) über diese Strecke Richtung Köln angebunden. (Über die Seite www.meinestadt.de kann man für alle Orte die Einwohnerzahlen erfahren.)

 An beiden Seiten der Strecke liegen also Großstädte! Mit Remscheid, Radevormwald, Hückeswagen, Wuppertal-Ronsdorf, Wermelskirchen und Burscheid würden über die Balkanbahn über 235.000 Menschen besser an Leverkusen und Köln, mit Burscheid und Wermelskirchen gut 56.000 Menschen besser an Remscheid und Wuppertal angebunden, 160.000 Leverkusener kämen leichter Richtung Remscheid und Wuppertal-Ronsdorf. Wermelskirchen würde darüber hinaus besser mit Solingen, Hilden und Düsseldorf verbunden (zusammen 793.000 Ew).

Es dürfte unter den stillgelegten Strecken in Deutschland nur wenige Strecken geben, die so große Fahrgastzahlen erreichen können wie die „Balkanstrecke“. Viele Bahnstrecken haben immer nur in eine Richtung Nachfragespitzen, so dass in der jeweiligen Gegenrichtung die Zugkapazitäten nicht genutzt werden. Bei der „Balkanstrecke“ würde es in beide Richtungen Nachfragespitzen geben, so das es zu einer viel besseren Auslastung der Züge käme als anderswo.

Das Argument der bereits zerstörten Brücken ist nicht stichhaltig. Wäre die Strecke nie stillgelegt worden, hätten sich die Politiker eh für neue Brücken eingesetzt oder baufällige Brücken ersetzen müssen. Das diese bereits abgerissen sind, spart die Abrisskosten. Die teuerste Brücke über die A 1 wurde erst in den 80er Jahren errichtet! Es wäre geradezu eine Steuergeldverschwendung, diese nicht für den Zugverkehr zu nutzen.

 Angesichts der steigenden Ölpreise  wird der Ruf nach mehr Schienenverkehr für Güter und Personen  zunehmen. Dabei erlaubt die Containerlogistik und ein Taktfahrplan für Güterzüge künftig einen hochwertigen Schienengüterverkehr in LKW- Qualität (siehe u.a. www.mobiler.de). Auch dafür muss die ganze Balkanbahn erhalten werden. Durch Wermelskirchen können die Personentriebwagen als Straßenbahn (auch mit Diesel) fahren. In Nordhausen, Chemnitz (www.city-bahn.de),  Zwickau (www.vogtlandbahn.de), Saarbrücken, in der Region Karlsruhe (Straßenbahnen fahren auf DB- Gleisen bis über 80 km ins Umland), in Kassel oder auf der Köln-Bonner Eisenbahnen findet die Durchmischung von Eisenbahn und Straßenbahn schon statt, warum nicht auch in Wermelskirchen?

 Es ist ein Armutszeugnis für zehn Jahre Rot- Grün, dass Wermelskirchen nicht gleichzeitig Straßenbahn und Umgehungsstraße erhielt. Den Bahnvorrang, den die CDU bei Rot- Grün kritisiert, kann ich in der Praxis beim besten Willen nicht erkennen.“

Soweit Felix Staratschek. Was meinen Sie zur „Balkanstrecke“?

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Kommentare

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Felix Staratschek am :

Ich habe zur Balkanstrecke einen Brief an die Mitglieder des Regionalrates im Regierungsbezirk Köln geschrieben. Dieser steht bei www.stadtnetz-radevormwald.de im Forum unter "Draußen vor den Toren".

Felix Staratschek am :

Am Montag, 27.November, um 18 Uhr kommt der Chef der Deutschen Regionaleisenbahn (siehe Link) auf Einladung der Agenda 21 ins Remscheider Rathaus. Seit dem 13.1.03 ist die DB nicht in der Lage, ein Übernahmeangebot für die Balkanstrecke an die DRE zu machen! DRE-Chef Curth wird berichten, wie selbst in strukturschwachen Regionen, zu der das Bergische Land kaum zu zählen ist, Bahnstrecken sinnvoll reaktiviert werden können.

Felix Staratschek am :

Die Bezirksregierung Köln nimmt bis 5.3.07 Eingaben bzgl. der geplanten Herausnahme von Bahnstrecken aus dem Regionalplann an. Wer ein Votum zur Bahn abgegen will, kann mehr bei folgender Adresse erfahren: http://www.bezreg-koeln.nrw.de oder er kann ein Schreiben an poststelle@bezreg-koeln.nrw.de senden. Diskutiert wird das Bahnthema auch im Forum unter http://www.oberberg-aktuell.de unter "Klatsch und Tratsch" und bei http://www.oedp.de/diskussion/oeff im Regionalforum Köln. Angesichts der Berichte zum Klimawanddel ist es höchste Zeit, den weiteren Abbau der Bahn zu stoppen.

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