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Papierfabrik Forstmann wurde 1930 vollständig abgerissen

Vorne die ev. Kirche, hinten Fa. Forstmann Richtung Wiesenkotten Sammlung: G. SchmidtZwischen Burg und Müngsten existierten einst zwischen drei und vier Brücken sowie zwei Fähren. Die erste nachgewiesene Fähre befand sich am Wiesenkotten, bevor dort die massive Brücke gebaut wurde. Die zweite Fähre, die die Verbindung zwischen Remscheid und Solingen gewährleistete, ist bei Müngsten einzuordnen. Ohne Fähre wird es aber auch in Burg nicht abgegangen sein, denn vor dem Brückenbau hat die Burger Industrie sicherlich auch das Bedürfnis gehabt, so schnell wie möglich die Waren nach Solingen zu vertreiben.  Bei Burg an der Wupper haben die Grafen von Berg vermutlich kurz nach ihrem Schlossbau um 1133 eine Holzbrücke geschaffen,  die allerdings erst im Jahre 1390 urkundliche Erwähnung findet. Das Holz zu den meist durch Hochfluten der Wupper bedingten Instandsetzungen mussten die Bewohner des Amtes Bornefeld auf Grund ihrer Verpflichtungen zu Hand- und Spanndiensten herbeischaffen. Das Brückengeld aber, das sich um 1692 auf einen Jahresbeitrag von sechs bis sieben Reichsthalern belief, floss in die Kasse der herzoglichen Kellnerei Burg. Die Einsicht in diese Ungerechtigkeit ließ die Kellnerei die Instandhaltung der Brücke irgendwann selbst übernehmen.

Wenn wir uns nun dem ersten Objekt an der Wupper Richtung Müngsten widmen, müssen wir in der Ortschaft Unterburg in Richtung der evangelischen Kirche rechts einen Weg nehmen, der zum Wiesenkotten weiterführt. Selbst alte Unterburger, die dort seit ewigen Zeiten wohnen, können sich nicht an die Fabrik erinnern, die dort stand. Und so war es ein schwieriges Unterfangen, an  Unterlagen hierüber zu kommen (hierzu auch Herrn Huffmann aus Wuppertal- Varresbeck als direktem Verwandten der Familie Forstmann herzlichen Dank).  Kurz hinter der alten evangelischen Kirche ist der Standort der ehemaligen Papierfabrik Forstmann an der "Donau". Die Forstmanns sind ein uraltes Burger Geschlecht, wobei Urgroßvater Jakob Forstmann als Deckenfabrikant in Oberburg noch nicht der älteste erwähnte Forstmann ist, den ich gefunden habe, sondern der 1550 geborene Heinrich Forstmann als lutherischer Pastor in Wetter an der Ruhr (Chronik Huffmann). Die Chronisten erzählen, dass Jakob Forstmann Weber und Spinner gewesen ist, und es wird erzählt, dass er seine Decken in der Ruine im Rittersaal des alten Schlosses ohne Dach getrocknet habe. Jakob Forstmann (25.4.1706 - 26.1.1779), zuletzt verheiratet mit Clara Dorothea Hösterey, war zu seiner Zeit als Kauf- und Handelsmann in Burg/Wupper eingetragen, war zeitweilig Bürgermeister von Burg und hatte die Firma Jakob Forstmann & Encke, Wolle und Decken, gegründet. Er baute interessanterweise in Oberburg das heutige Gebäude des Hotels "In der Straßen" und wohnte darin (natürlich im älteren Trakt an der Straßenseite). Von den acht Kindern aus zweiter Ehe sind die Söhne Jacob und Johann, beide verheiratet mit Töchtern der Familie Brand, am bekanntesten. Letzterer begründete in Werden an der Ruhr eine große Tuchfabrik. Der älteste Bruder Jakob (21.9.1761 - 25.11.1831) führte die Burger Linie der Stahl- und Eisenwaren unterhalb der Burger Brücke am ehemaligen Schwarzwaager Kotten weiter, hatte die Tuchfabrik am gleichen Standort, bekam am 4.11.1818 die Betriebsgenehmigung für seine hinzugebaute Fruchtmühle und bewohnte gleichwohl ein bescheidenes Häuschen in Oberburg. Er war in Eisensachen speziell auch fürs Ausland aktiv. Herr Huffmann aus Varresbeck berichtete mir, dass Jakob Forstmann ein historisch denkwürdiges Produkt herstellte: Sklavenketten! Hierzu lieferte er mir auch gleich das maßgebliche Schriftstück: In einem Brief vom 10. September 1814 an einen Monsieur Holagrey in Bordeaux offeriert die Firma Forstmann & Co.  für die in Bordeaux abgehenden Schiffe Neger- (Sklaven) Ketten „in den üblichen Längen“.

Von den zwölf Kindern, die dem Jakob geboren wurden, war Friederich (*2.9.1805 -26.4.1889) als Elfter ein Original von seltener Klugheit und Herzensgüte. Er stieg bis zum Beigeordneten der Stadt Burg auf und leitete die Papierfabrik, die 1852 gebaut wurde, bis zu seinem Tode. Vorher war er aber schon im Schwarzwaager Kotten, in der Forstmannschen Fruchtmühle und in der Tuchfabrik unterhalb der Brücke bei seinem Vater Jakob tätig.

Wohn- und Bürogebäude Forstmann Foto: Huffmann Wt.Friederich war verheiratet mit seiner Base Emilie Forstmann aus Werden. Aus dieser Ehe ging Sohn Walter hervor (19.2.1848 - 1912); der als Inhaber der Fabrik später in Krefeld wohnte, aber zu dieser Zeit schon alles an Otto Jörgens am 25. Okober 1889 für 196.558 Mark verkauft hatte. Otto Jörgens war ebenfalls Verwandtschaft,  weil Walter mit Eugenie Jörgens aus Krefeld verheiratet war; die Ehe blieb kinderlos. Nach dem Bau der Papierfabrik trennte sich Friedrich Forstmann nach und nach von der Tuchfabrik,  in die die Feilenfabrik Georg Niebch & Söhne einzog, vom Schwarzwaager Kotten und von der Fruchtmahlmühle, die ebenfalls verfiel.

Nähere Angaben zum Bau der Papierfabrik fand ich in einem alten Heimatblatt: "Der Papierfabrikant Fr. Forstmann hierselbst hat die Absicht, auf seinem Flur II Nr. 128, 129 und 11 bis 134 an der Donau dahier belegenen Grundstücken eine Papiermühle anzulegen, welche vermittelst eines Wasserrades und einer Turbine bei einer Fachbaumhöhe von 293´ des Amsterdamer Pegels und Schüttöffnungen von 10 Fuß für das Rad und 2/3 Fuß für die Turbine durch den Wupperfluss betrieben werden soll.“

Der Bürgermeister Friedrich Forstmann war als Papierfabrikant in Burg und Solingen hoch angesehen,  wobei auch immer wieder seine humanitäre Art hervorzuheben war. In einer Monatsschrift des Bergischen Geschichtsvereins von 1912 las ich folgende Zeilen: "In Burg an der Wupper altvorig im Kanton Elberfeld befindet sich eine Papierfabrik, die von Forstmann & Co, welche indes lange nicht so alt sein dürfte als unsere alte Solinger Mühle. Das Forstmann´sche Unternehmen versorgte vor 25 Jahren in erster Linie die Solinger Stahlwarenindustrie mit ledergelbem Papier für den deutschen und graubraunem und weißem englischen Papier für den ausländischen Markt. Diese grauen Papiere, aus Schiffstauen hergestellt, die als rostfrei bezeichnet wurden und seit langen Jahren eingeführt sind, genießen noch heute einen ganz besonderen Ruf. Elberfeld 1912."

Bereits 1857 ging bei dem Strombaudirektor Nobiling in Coblenz ein Conzessionsgesuch ein zwecks Aufstellung und Inbetriebnahme eines Dampfentwicklers. Die Dampfturbine wurde nach Briefwechseln zwischen 1854 und 1856 bestellt. Somit mussten auch die Stauwehre und Zulaufkanäle neu gerichtet werden. Bereits am 30.3.1854 wurde dem Baumeister van der Bruch in Hilden über das Bauvorhaben an der Donau in der Wupper Mitteilung gemacht. Handgefertigte und kolorierte Zeichnungen in bestechender Schönheit sind heute noch im Solinger Stadtarchiv zu finden. Nachdem alles genehmigt war, kamen bereits 1857 erste Änderungen,  z. B. die Erhöhung des Stauwehres. Die Betriebserlaubnis des Dampfkessels war auch inzwischen vorhanden. Aber dann kam es zur vorläufigen Verweigerung der Erlaubnis zur Inbetriebnahme der Papierfabrik. Was war passiert? Schlicht und einfach hatte Forstmann die Genehmigung zur Erhöhung des Stauwehres nicht abgewartet und einfach Taten folgen lassen. Nun aber staute sich die "Donau" bis in den Untergraben des Wiesenkottens und ließ dort das Wasserrad plötzlich im Wasser laufen, so dass da nichts mehr ging. Beschwerden hin und her folgten, und irgendwann wurde wieder zurückgebaut und alles lief seinen gewohnten Gang.

Genügend Personal war zu damaliger Zeit ein Luxus, denn Arbeit gab es in der Tuchindustrie,  der Eisenindustrie und Messerindustrie im Umkreis genug. So war es dann auch eine logische Konsequenz, dass man auf Minderjährige zurückgriff, die erstens billiger waren und zweitens der jeweiligen Familie halfen, mit ihrem Gesamteinkommen besser über die "Runden" zu kommen. In den Aufzeichnungen des Burger Archivs vom 22. Juni 1839 las ich, dass die Beschäftigten Ferdinand Weber am 7.4. 1828, August Schwippert am 11.3.1829, Wilhelmine Hoffchen am 24.8.26 und Juliane Bitzer am 18.10.1827 geboren waren. Insgesamt habe ich 25 Kinder unter 14 Jahren ausmachen können, die bei Forstmann Arbeiteten – allerdings in der Tuchfabrik. Um die Kinderarbeit aber zu relativieren,  waren sieben Kinder als Vollwaisen geführt, die sich auf diese Art und Weise ihren Unterhalt selbst sicherten. Zu dieser Zeit hatte Jakob Forstmann den Schwarzwaager Kotten als Schleiferei, die Tuchfabrik unterhalb der Brücke und die Walkmühle zum Walken der Tücher im Besitz.

Friedrich Forstmann leitete die Papierfabrik bis kurz vor seinem Tode. 1887 bewies sein Sohn Walter in seiner Eigenschaft als Stadtrat einen gewissen Weitblick,  denn er lehnte sich immer gegen den Bau der Wermelskirchen-Burger-Eisenbahn auf, zumal das kleine Burg 120.000 Mark Kosten übernehmen sollte. Ein Zeitungsartikel des Solinger Tageblattes gibt 1937 folgendes wieder: "Vor allem besteht in Burg die Meinung, und es wurde in letzter Zeit sogar in verschiedenen bergischen Zeitungen ausführlich so dargestellt, dass der Bahnbau seinerzeit nur durch einen Schachzug, als dessen Urheber der Burger Gastwirt Hindrichs und als Mitwisser der Stadtrat Arnold Schröder sen. (Burgthal) bezeichnet werden,  zustande gekommen wäre. Danach sei der Bahngegner Forstmann durch einen Streich von Burg weggelockt worden und in der entscheidenden Sitzung des Stadtrates nicht anwesend gewesen, und der Bahnbau sei, weil Forstmann nicht dabei war, mit großer Mehrheit beschlossen worden. Das klingt zwar ganz hübsch und sieht den alten Burger Politikern ähnlich, nur stimmt es nicht. Über den Bahnbau wurde nicht beim ersten Anhieb entschieden. Als die Dinge beschlussreif waren, kam der damalige Landrat Königs persönlich nach Burg, wo in der Stadtratssitzung vom 16. September 1887 in seiner Gegenwart über das Bahnprojekt beschlossen werden sollte. In dieser Sitzung fehlte nun zwar der Stadtrat Forstmann, aber auch die Stadtverordneten Schwippert und Mühlhausen aus Oberburg,  die beide für das Projekt gewesen wären. Diesen Umstand benutzten nun die anderen Bahngegner Sesselmann, Hens, Klesper und Hasenclever, zu einem feinen Schachzug: Sie verließen die Sitzung und ließen diese dadurch beschlussunfähig werden, so dass der Landrat unverrichteter Dinge wieder wegfahren musste. Der Streich gegen Forstmann,  wenn es sich damit so verhielt, wie man erzählt,  prallte also durch die Geistesgegenwart der Freunde Forstmanns auf dessen Gegner zurück. Bürgermeister Üsseler berief nun auf den 21. September 1887 eine zweite Sitzung. In dieser entscheidenden Sitzung fehlte nur Hasenclever. Alle anderen, auch Forstmann waren zur Stelle. Der Bahnbau und die Beteiligung der Stadt Burg mit 120.000 Mark wurden mit acht gegen vier Stimmen beschlossen. Der Protest der Minderheit wurde in das Protokoll mit aufgenommen. Auch der Beschluss über die Aufnahme der Anleihe vom 16. Dezember wurde gegen die fünf Stimmen der Minderheit, aber in Anwesenheit von Forstmann, gefasst.

Walter Forstmann warf indes nach seiner Niederlage noch keineswegs die Flinte ins Korn, sondern protestierte nach Kräften gegen die nach seiner Auffassung für die Gemeinde untragbaren Beschlüsse und kehrte dann den Spieß um: Auf seinen Antrag wurde am 13. Juli 1888 eine neue Sitzung abgehalten, in der nun aber die Partei Schröder Oberburg durch Abwesenheit glänzte. Die sechs Anwesenden fassten daher auf eigene Faust den von scharfer Überlegung zeugenden Beschluss, wonach die Bewilligung der 120.000 Mark-Anleihe für den Bahnbau von dem Nachweis der Rentabilität der Bahn durch ein von dem Königlichen Baurat Bormann in Elberfeld zu erstattendes Gutachten abhängig gemacht, ferner der Grund und Boden von den "sogenannten Interessenten" unentgeltlich gestellt und drittens die Bahn durch die Stadt Burg bis auf das rechte Wupperufer geführt werden sollte.  Gedanken, die sich hinsichtlich der Weiterführung der Bahn erst nach zwanzig Jahren verwirklicht haben. Erst am 10. November gab Bürgemeister Üsseler in einer letzten Sitzung, an der alle zwölf Stadträte teilnahmen, den Ausschlag,  indem er mit den sechs Gegnern Forstmanns,  also mit 7 gegen 6 Stimmen, den Sechsmännerbeschluss und damit die Forstmannschen Pläne aufhob. Forstmann hatte allerdings nach nicht allzu langer Zeit die späte Genugtuung, dass sich die Bahn nicht rentierte und an die Westdeutsche Eisenbahngesellschaft überging, wobei die Stadt Burg für ihre 120.000 Mark-Anleihe nur 36.000 Mark bekam, also 84.000 Mark verlor. An der Riesenanleihe hatte die Stadt Burg noch bis zur Inflationszeit, in der die Schuld zurückgezahlt wurde, fühlbar zu tragen.

Als Friedrich Forstmann 1889 gestorben war,  ging das Erbe an seinen Sohn Walter über, der den Anforderungen als Firmenleiter nicht gewachsen war. Walter verkaufte den Betrieb mit allen dazugehörigen Grundstücken an Otto Jörgens (Verwandtschaft). Dieser war der Sauberkeit des Wassers sehr angetan (heute würde man ihn in die "Grüne Partei" einordnen) und kaufte nach und nach fast alle Wuppergrundstücke im oberen (bis Müngsten) und unteren Bereich der Wupper auf. Er ging sogar so weit, dass er den Wiesenkotten komplett kaufte (11.6.1898). Es folgten viele Briefe an die zuständigen Institutionen der Städte Elberfeld, Remscheid und Solingen, in denen die Verschmutzung der Wupper angeprangert wurde. Allerdings mit wenig Erfolg, wie sich später herausstellen sollte.

Wohn- und Bürogebäude Forstmann Foto: Huffmann Wt.Nun fragt man sich mit Recht,  woher der Name "Donau" stammt. Eine Erklärung habe ich in einer alten Zeitung des Solinger Tageblattes gefunden: "Als Donau ist noch in der Karte von 1827 der Talgrund der Wupper oberhalb der Unterburger Kirche bezeichnet. Dieser alte Flurname, der auch an anderen Stellen vorkommt, z. B. im Rospetal bei Gummersbach, in Aachen, bei Hamm in Westfalen usw., ist nach Fritz Witt aus dem althochdeutschen "duna" = Berg abzuleiten. Näher liegt aber mit Einschränkungen die Erklärung aus dem mittelhochdeutschen "donen" = anschwellen. Es würde sich demnach um eine Aue an dem hier zu Überschwemmungen neigenden Wupperfluss handeln. Der Name erscheint in den Akten der Burger Johanniter als Donaw 1622, Thonaw 1647 und Donau 1732.  Der Wuppergrund unterhalb des Wiesenkottens hieß früher Kradendahl (Krötental) oder Kradenloch, 1647 Kratteler,  1671 Kradelter, 1675 Kradendahl und 1692 wieder Kradenloch. In der Rechnung des Burger Kellners Johann Bernhard Francken von 1692 ist die Rede vom Kradendahler Wasser, das unter dem Müngstener Wasser gelegen ist und in die "Donau" schießt.

Nach dem Ersten Weltkrieg war Jörgens nicht mehr in der Lage, den Betrieb wieder aufleben zulassen. Jörgens fand 1908 einen Pächter (die Firma wurde als Knochenmühle weiterbetrieben,  aber um 1930 wegen des nicht auszuhaltenden Gestankes aufgegeben) und verkaufte dann 1917 das Anwesen mit allen zugehörigen Grundstücken an die Kölner Firma "Elektrischer Zünder", welche elf Jahre später alles an die Stadt Solingen verkaufte. Die Firma Forstmann wurde 1930 vollständig abgerissen, so dass heute nur noch das Wohnhaus übrig geblieben ist.

Als man vor Jahren im Zuge der Wupperregulierung die alten Wehre abriss, fand man auch hier am westlichen Wupperufer die Reste eines Schleifkottens,  der in keiner Karte erwähnt wird. Der uralte Weg Burg-Jagenberg-Solingen, dort wo die "Donau" beginnt, gab Gebäudereste und Teile eines gut erhaltenen Wasserrades preis, die auf eine ehemalige Schleifkottenanlage schließen ließen. Hier ist in den Forschungen also noch Nachholbedarf. Sollten Sie als interessierter Leser jedoch hierüber etwas wissen, so teilen Sie es mir bitte unbedingt mit.

Rechts der Weg von der Papiermühle Forstmann zum Wiesenkotten Foto: Huffmann Wt.Im Februar 1951 fand ich in der Rheinischen Post bezüglich der "Donau" folgende Ausführungen: "Breit ausladend stürzt sich die Wupper an der alten Papiermühle über ein Wehr abwärts gen Burg und Strohn. Der alte Mühlengraben führt zwar noch brackiges Wasser, ist aber zu nichts mehr nütze. Die Stadtverwaltung Burg hat daher beschlossen, den Graben zuzuschütten,  um damit gleichzeitig eine Verbreiterung des ohnehin sehr schmalen Weges entlang der Wupper zu erreichen. Da sich oberhalb des Wehres stets eine Menge Schlamm ansammelt, der besonders bei niedrigem Wasserstand nicht gerade zur Veredelung der würzigen Waldluft beiträgt,  ist weiter beschlossen worden, die steinerne Staustufe in einigen Wochen zu sprengen.“ Im April 1951 ist sie dann gesprengt worden.

Wenn wir jetzt den Weg weiter nach Norden gehen, kommen wir an der alten Gaststätte „Waldfrieden“ vorbei, heute ein Wohnhaus. Idyllisch liegt es mitten im Wald, aber die Idylle trügt, hat man es dort doch mit erheblicher Feuchtigkeit zu tun. Es geht weiter bis zur Brücke über die Wupper. Sie ist am Wiesenkotten etwa dort angelegt worden,  wo vorher eine Fähre (Handbetrieb) den Verkehr regelte. 1893 ließ Otto Jörgens die heute noch vorhandene Brücke bauen. Da hatte er sich das Vorkaufsrecht für den Wiesenkotten längst gesichert. Der Brückenzoll wurde dem früheren Fährmann gut geschrieben, der durch die Brücke arbeitslos wurde. (aus: Hämmer und Kottenforschung – Lobachtal (Hammertal), Bergbau in Remscheid, 2007 herausgegeben von Günther Schmidt)

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