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Wiesenkotten: Karl und Hulda Kemper, die ersten Wirte

Wiesenkotten um 1900. Sammlung: BaadeAuf der ältesten existierenden Karte der Industriestandorte, die der Geograph Plönnies 1715 anlegte, ist der Wiesenkotten zwischen Müngsten und Burg nicht eingezeichnet. Auf meiner Suche nach seiner Entstehung fand ich eine Versteigerungsanzeige von 1772, wonach der Hammer damals veräußert werden sollte. Somit sortiere ich den Wiesenkotten in seiner Entstehung etwa nach 1715/20 ein. Erstmalig taucht der Wiesenkotten auf einer Karte von Wiebeking um 1790 auf; auch auf dem Urmesstischblatt von Solingen ist er erstmals Jahr 1824 erwähnt. 1829 ist der Kotten als gemeinsamer Kotten von Abraham Meis, Abraham Lauterjung, Daniel Clauberg und Abraham Kaimer zu Lauterjung ausgewiesen.

Wiesenkotten zur Zeit der Fähre. Postkarte aus der Sammlung: Renelt1839 ist als Besitzer Gustav Lauterjung nachzulesen. Ursprünglich wurden im Wiesenkotten ausschließlich Tisch- und große Messer geschliffen, und zwar liefen im Vorderkotten vier und im Hinterkotten sechs große Schleifsteine. 1842 Erwarb der Schleifermeister Kemper das ganze Anwesen; überwiegend wurden Sägen geschliffen. 1845 ist in den amtlichen Bekanntmachungen zu lesen: "Die Besitzer des … Wiesenkottens beabsichtigen, die sehr alte und baufällige Schlagt oder Wehre … abzubrechen und etwa 35 Ruthen unterhalb … eine neue anzulegen, ohne in ihrer bisherigen berechtigten Stauhöhe etwas zu verändern.“

In einer Aufzeichnung aller Wassertriebwerke an der Wupper von 1853 erscheinen für den hinteren Wiesenkotten die Eigentümer Leopold Theegarten, Geschwister Kirschbaum, C.W. Clauberg, Hermann Kaimer und Nathan Witte. In der Nacht vom 15. auf den 16. Oktober 1847 brannte der Kotten vollständig ab, wurde aber von dem damaligen Besitzer Karl Kemper und seiner Ehefrau Hulda geb. Schumacher wieder aufgebaut. Zimmermann Schreiber setzte am Innenkotten Ende der 1870er Jahre ein neues Wasserrad. Somit war der Außenkotten mit sechs und der Innenkotten mit vier Schleifsteinen eingerichtet.

Kempers waren es auch, die früh erkannten, dass an dem beliebten Wanderweg zwischen Müngsten und Burg neben der Schleiferei mit einer kleinen Restauration Geld zu verdienen war. Anfang der 1880er Jahre wurde bereits der Innenkotten im oberen Stockwerk zur Restauration umgebaut. Schließlich war es die Zeit, als die legendäre Müngstener Brücke gebaut wurde und Heerscharen wissbegieriger Anwohner sich das Spektakel an freien Tagen nicht entgehen lassen wollten.

Wiesenkotten zur Zeit der Fähre. Sammlung: ReneltAls Otto Jörgens (Firma Forstmann) am 11.6.1898 den Wiesenkotten kaufte, ließ er als Pächter die Eheleute Kemper weiter wirtschaften. 1917 ging das Anwesen auf die Fabrik "Elektrischer Zünder" und 1928 auf die Stadtgemeinde Solingen über, die kurz vor dem Krieg den Außenkotten abgerissen hatte. In den 1950er Jahren wurde das Wehr der Kottenanlage im Zuge der Wupperregulierung als letztes abgebaut. [Der Innenkotten ist als Gastwirtschaft noch heute ein sehr beliebtes Ausflugsziel zwischen Burg und Müngsten.] (Waterbölles: Dieser Satz gilt  icht mehr, siehe Anhang) (nach: Hämmer und Kottenforschung – Lobachtal (Hammertal), Bergbau in Remscheid, 2007 herausgegeben von Günther Schmidt)

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Kommentare

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Chronist am :

Zuletzt war der Wiesenkotten nicht mehr in Betrieb. Am Freitag brannte die leerstehende Gaststätte bis auf die Grundmauern nieder. Der Mieter des alten Fachwerkhauses kam mit einer Rauchvergiftung ins Krankenhaus. Brandsachversändige wollen jetzt die Brandursache ermitteln.

Chronist am :

Die Stadt Solingen hat die Grundstückebesitzer angeschrieben und zur Sicherung des Geländes mit der Brandruine durch einen geschlossenen Bauzaun aufgefordert.

bettr am :

Da wohnt jetzt wieder wer in zwei Wohnwagen. Vermutlich ist es der ehem. Mieter (jüngerer Mann). Weiß jemand etwas genaues ?

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