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Gleich neben dem "Schöttenfeld" gab es eine Markthalle

"Auf dem Scheid" hieß das Gelände früher, auf dem zwischen 1902 und 1906 das Remscheider Rathaus entstand. "Schöttenfeld" (Schützenfeld), "Kaiserplatz" und "Rathausplatz" folgten, danach dann der "Theodor-Heuss-Platz". Links auf dem Foto oben aus dem Jahre 1929 ist die Markthalle zu sehen, der der Remscheider Schützenverein zunächst kritisch gesehen hatte. Dort steht heute die Stadtsparkasse, die 1929 noch im Rathaus untergebracht war. Am rechten Bildrand sieht man das Dach der alten Vereinsschule  (aus: „Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild“, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag).

Mit Stadtführerin Ursula Freihoff über den Remscheider Wochenmarkt. Foto: Lothar KaiserMehr über den Markt und seine Umgebung, speziell aber über den Wochenmarkt, erfuhren am vergangenen Samstag sieben Remscheider/innen von Ursula Freihoff. Sie war von Marktbeschickern angesprochen worden, ob sie nicht einmal eine spezielle Führung mit Altem und Neuem rund um den Remscheider Wochenmarkt anbieten wolle. Und daraufhin hatte sie recherchiert – u. a. im Stadtarchiv – welch lange Tradition der Remscheider Wochenmarkt hat. Wissen sie es? Die ersten Marktrechte erhielt Remscheid schon 1775. Sie betrafen den Platz vor der evangelischen Stadtkirche. Doch in dem Ma0e, in dem die Bevölkerung wuchs – 1874 zählte Remscheid 24.000 Einwohner – wurde der Platz des ehemaligen Fronhofes zu klein. 1810 kam das zweite Marktrecht hinzu. Es betraf den Hohenscheid, damals noch ein unbefestigter Platz, auf dem sich Händler wie Kunden bei Regen nicht besonders wohl fühlten. Also wurde beim damaligen Landrat der Antrag auf Bau einer Markthalle gestellt. 1886 wurde sie eröffnet, wie Ursula Freihoff zu berichten wusste.

Damals wie heute lädt der Markt Woche für Woche zum Einkaufen, Kladdern und Essen ein.  Und bis heute hat sich nichts daran geändert, dass der Markt Geld in die Stadtkasse fließen lässt. Heute wird bei den Händlern pro Stand kassiert, früher sei die Abrechnung weitaus komplizierter und langwieriger gewesen, erzählte die Stadtführerin: „Die Händler mussten für jedes Produkt einzeln bezahlen. So betrug die Marktgebühr für ein Pfund Butter einen halben Pfennig.“

Kurzweilig auch der Gang über den Markt, der sich an die allgemeinen geschichtlichen Ausführungen anschloss. Halt gemacht wurde bei Marktbeschickern mit ganz unterschiedlichem Warenangebot.  Bei einem Blumenhändler beispielsweise,  oder bei einem Bäcker aus Kamp-Linfort am Niederrhein, der schon seit acht Jahren mit einer Besonderheit auf den Remscheider Wochenmarkt – einen mit Gas oder Buchenscheiten beheizten Steinbackofen. So können die Brötchen, Brote und Teigwaren frischer nicht sein, die vor den Augen der Kunden gebacken werden. Bäcker Frank Nütten: „In zweieinhalb Stunden bringen wir es auf 2.500 Brötchen!“

Die Führung über den Wochenmarkt am Samstag(sechs Euro pro Person) war die erste, zu der Ursula Freihoff eingeladen hatte. Ob sie zum festen Bestandteil im Angebot der Remscheider Stadtführer werden wird? Man wird sehen. Auf der Internetseite http://www.stadtfuehrung-remscheid.de sind in der Rubrik „Termine“ die angebotenen Führungen jederzeit einsehbar; diese können auch separat direkt bei den jeweiligen Stadtführern gebucht werden.

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