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Die Vernunft spielte diesmal die kleinste Rolle

Waterbölles-Kommentar

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Wäre es nur nach der Vernunft gegangen – und der folgten gestern im Bauausschuss nur zwei Kommunalpolitiker -, dann hätte das 200 Jahre alte Fachwerkhaus am Munsterplatz in Lennep längst den Besitzer gewechselt. Für 150.000 Euro. Denn dass bei Geschäften in dieser Größenordnung der Preis ausverhandelt und nicht diktiert wird, ist völlig normal. Das gilt auch für einen Preisnachlass von zehn Prozent, für den in diesem Fall gleich zwei Gründe sprechen, in unterschiedlicher Gewichtung. Doch statt der Vernunft siegte die Angst, an dumpfen Stammtischen die Vorurteile zu schüren, „die da oben“ würden ja doch nur kungeln, egal, welcher Partei sie angehören. Gepaart war sie mit der Verlockung,  aus dem Vorgang zu Lasten des „politischen Gegners“ politisches Kapital schlagen zu können. So kam es denn, dass gestern SPD und CDU im Bauausschuss eine seltene Einheit bildeten und am Preis von 165.000 Euro festhielten, als ob sie tatsächlich einer Meinung seien. Es hätte auch anders ausgehen können:

Aber die SPD hatte durch ihren Fraktionsvorsitzenden Hans Peter Meinecke überraschend schnell Position bezogen, so schnell, dass von einer Abstimmung innerhalb der Fraktion wohl keine Rede sein dürfte. Die CDU hätte wohl keine sachlichen Bedenken gehabt, Henkelmann das Fachwerkhaus zuzusprechen – völlig unabhängig von dessen CDU-Parteibuch. Doch dann hätte sie in der Öffentlichkeit unter Umständen dumm da gestanden bei denen, die ohnehin an allem etwas zu nörgeln haben, was aus dem Rathaus dringt. Erst recht, wenn dann noch eine scheinbar „moralisch empörte“ SPD hinzu gekommen wäre. Denn wenn etwas bei Kommunalpolitikern, die wiedergewählt werden wollen, Gewicht hat, dann ist es „Volkes Stimme“. Folglich siegte mal wieder das Großhirn über das Kleinhirn. (So manches CDU-Mitglied dürfte bei der gestrigen Abstimmung im Bauausschuss eine Faust in der Tasche gemacht haben.)

Das Nachsehen hat nun Dr. Christian Henkelmann. Er bleibt Mieter im Haus am Munsterplatz. Er ist das Bauernopfer. Aber eines, das recht gelassen reagiert. Mit Schreiben von heute teilte Henkelmann dem städtischen Liegenschaftsamt mit: „Um die in der Sache und meiner Person unwürdige Diskussion um einen Hauskauf zu beenden, nehme ich hiermit von allen Kaufabsichten Abstand.“

Über dem knappen Einzeiler stand ein Zitat des römischen Dichters Horaz – in lateinischer Sprache: „"Imperat aut servit collecta pecunia cuique tortum digna sequi potius quam ducere funem."  Die Übersetzung fehlt in der internen Dienstpost, die hatte sich Henkelmann verkniffen. Für die Mitarbeiter des Liegenschaftes und andere sei sei hier nachgetragen: „Herr oder Sklav’ ist das erworb’ne Geld für den Erwerber. Recht gewertet, sollte es nachtraben an handfestem Stricke, nicht Treiber sein.“

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Kommentare

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Karl F. Voß am :

Wermelskirchen, Rade, Hückeswagen haben ja auch sehr schöne Altstädte, und dort würde man Herrn Henkelmann keine Knüppel zwischen die Beine werfen. Was unsere Politiker angeht, wird man genau beobachten müssen, ob sie bei eigenen Interessen auch so handeln, wie sie hier entschieden haben.

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