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Initiativkreis plädiert für eine Bergische Kultur GmbH

Eine Woche vor der Sitzung des Rates der Stadt, in der eine Fülle von Sparmaßnahmen beschlossen werden soll, darunter auch die Bergischen Symphoniker betreffend, hat sich heute Mittag in der Denkerschmette ein „Initiativkreis ‚Zukunftsperspektive Bergische Symphoniker’“ zu Wort gemeldet. Er habe sich spontan gebildet, berichtete Remscheid Ex-Oberbürgermeister Reinhard Ulbrich, der 1996 an der Fusion der Orchester der Städte Remscheid und Solingen maßgeblich beteiligt war. In dem Kreis sind die Orchesterfreunde Remscheid durch Harald Lux, Dr.  Walter Spelsberg und Wolfgang Luge vertreten, die Orchesterfreunde Solingen durch Hans Werner Gabriel und die Wirtschaftsjunioren Remscheid durch Andreas Schmitz-Vornmoor. Ferner gehören ihm Franz Haug, Oberbürgermeister a.D. der Stadt Solingen, Karl Manfred Halbach, Kulturdezernent a.D. der Stadt Remscheid, und Ulbrich selbst an. Er betonte zu Beginn der Pressekonferenz, dass die Freunde der Symphoniker es sehr begrüßten, „dass endlich Bewegung in die Diskussion um die des Orchesters gekommen ist, das Gespräch gesucht wird und auf der Grundlage  eines jährlichen Einsparvolumens von 500.000 € bis Ende diesen Jahres eine Gesamtkonzeption entwickelt werden soll“. Die Ebene der Sprachlosigkeit und des Schriftverkehrs müsse endlich überwunden werden. Folgende Möglichkeiten bieten sich nach Ansicht des Initiativkreises an:

  • Bessere eigene Vermarktungsmöglichkeiten des Orchesters (Haug: „Die Städte sollten Veranstaltereigenschaften an die Orchester GmbH abgeben!“)
  • Einkauf musikalischer Fremdleistungen erst nach Ausschöpfung aller Ressourcen der Bergischen Symphoniker
  • Verzichtsmaßnahmen der Musiker für einen begrenzten Zeitraum mit der Option der Verlängerung; möglichst zu gestalten in einem Haustarifvertrag (in diesem Zusammenhang wurde das jüngste Angebot der Orchestervereinigung als Verhandlungsbasis bezeichnet)
  • Grundsätzlich gedeckelter, aber über mehrere Jahre gesicherter städtischer Zuschussbetrag (Haug: „Es muss versucht werden, auch die Interessen der Stadt Remscheid zu berücksichtigen!“)
  • Finanzierung der Schulmusiken und Schulkonzerte durch Sponsoring; Reduzierung der städtischen Zuschüsse in diesem Bereich
  • Finanzielle Leistungen der Orchesterfreunde/ Bergische Wirtschaftsvertreter/ Sponsoren, die (anders als bisher) direkt in den Wirtschaftsplan der Bergischen Symphoniker GmbH einfließen und jährlich neu verhandelt werden. Als Gegenleistung wird vorgeschlagen, die Orchesterfreunde/Bergische Wirtschaftsvertreter als beratende Mitglieder in die Gesellschafterversammlung aufzunehmen. (Haug: „Nicht mit Stimmrecht, weil sie sonst das Zünglein an der Waage sein könnten…!“).

Um die „realistische Perspektive einer langfristigen Sicherung des Orchesters und auch anderer Kulturinstitutionen zu bieten“, schlägt der Initiativkreis vor, „endlich mit der viel beschworenen Bergischen Kooperation zwischen Solingen und Remscheid ernst zu machen, Synergien und damit Einsparpotential zu nutzen“. Konkret:  Vorgeschlagen wird eine Kooperation, möglichst sogar Fusion der beiden städtischen Theater und Kulturverwaltungen mit den Symphoniker (evtl. auch anderer Kulturinstitutionen wie z.B. dem WTT) zu einer „Bergischen Kultur GmbH“. Hierüber sollten umgehende Verhandlungen mit der Stadt Solingen beginnen: „Solange diese Verhandlungen stattfinden, gibt es keinen Kündigungsbeschluss des Remscheider Rates.“ Wobei ein Ergebnis bis Jahresende erreicht werden müsse. Der zu bildenden „Verhandlungskommission“ sollten „neben Politik und Verwaltung auch  Vertreter des Orchesters, der Orchesterfreunde und Vertreter der Remscheider/Solinger Wirtschaft angehören“. Frank Haug: „Die 1996 aus einer Fusion zweier städtischen Orchester entstandenen Bergischen Symphoniker stehen für ein erfolgreiches bergisches Kooperationsmodell. Das gilt es zu erweitern, statt es abzuschaffen!“ Die konkreten Zukunftperspektiven für das Orchester, die im Rechtsgutachten für die Stadt Solingen enthalten sind, hätten in den Beratungen des Initiativkreises bislang keine Rolle gespielt, so Reinhard Ulbrich.

Hinter den Kulissen ist eine Kultur GmbH in Remscheid schon seit langem im Gespräch – mit Dr. Christian Henkelmann als Geschäftsführer (was einen Dezernentenstuhl im Rathaus freimachen würde). Auf die Frage des Waterbölles an die Mitglieder des Initiativkreises, ob man sich Henkelmann auch in Solingen in dieser neuen Rolle vorstellen könne, meinte Franz Haug augenzwinkernd: „Der ist doch Baudezernent!“ Auch die Frage nach Dauer und Inhalten des Haustarifvertrages, der 1996 bei der Fusion der beiden städtischen Orchester mit der DOV abgeschlossen worden war für eine Übergangszeit abgeschlossen worden war, blieben die Mitglieder des Initiativkreises ebenfalls vage. Es sei damals um Kleidergeld, Weihnachtsgeld und andere Vergünstigungen gegangen. Hier will Reinhard Ulbrich noch nachliefern.

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Chronist am :

Als "dumm und geschwätzig" habe Solingens Oberbürgermeister Norbert Feith den Vorschlag der Ex-OB Franz Haug und Reinhard Ulbrich bezeichnet, berichtet heute die Bergische Morgenpost. In der Pressekonferenz des Initiativkreises hatte Haug betont, man wolle helfen, aber kein Besserwisser sein.

Stadt Remscheid am :

Am vergangenen Mittwoch fand im Solinger Rathaus ein erstes Arbeitstreffen der Städte Remscheid und Solingen sowie der Bergischen Symphoniker zur Zukunft des gemeinsamen Orchesters statt. Neben den Kulturverantwortlichen der beiden Städte nahmen die Leitungen der Oberbürgermeisterbüros und die Geschäftsführung der Orchester GmbH an dem Treffen teil. Die Arbeitsgespräche waren zwischen den Oberbürgermeistern der beiden Städte, Beate Wilding und Norbert Feith, vereinbart worden. Nach einem Austausch über die Diskussionslagen in den Städten, bei dem die Vertreter der Stadt Remscheid ihren Solinger Kollegen sowie den Symphonikern erstmalig auch ein zweiseitiges Papier mit der Überschrift "Zukunftsperspektive Bergische Symphoniker" eines Initiativkreises gleichen Namens zur Kenntnis gaben, wurde intensiv in der Sache diskutiert. Aufgabe des Gremiums ist die Identifizierung von Wirtschaftlichkeitsreserven im Orchesterbetrieb, von deren Realisierung sich die Städte eine Senkung des Zuschussbedarfs der Symphoniker versprechen. Als Ergebnis des mehrstündigen Gesprächs, das in guter und konstruktiver Atmosphäre stattfand, wurde Einvernehmen über die zu prüfenden Sachverhalte hergestellt. Die Arbeitstreffen werden Mitte Juli fortgesetzt. Über den Inhalt des Gesprächs wurde Stillschweigen vereinbart.

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