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182.000 Euro vom Land für neue RFID-Technik der Bücherei

Ab 2013 Rückgabe ausgeliehener Bücher rund um die Uhr“, stellte der Waterbölles am 5. April den Plan der Stadt Remscheid vor, die Öffentliche Bibliothek mit RFID auszustatten. Die Abkürzung steht für „Radio Frequency Identifikation“, eine neue Technik zur Verbuchung und Sicherung von Medien wie Büchern und DVD, bestehend aus einem an jedem Buch angebrachten Code / Chip und einem Lesegerät. RFID soll den Ausleihprozess wesentlich erleichtern und „dazu beitragen, die Handlungsfähigkeit der Bibliothek trotz sich stetig reduzierenden Personalbestands sicherzustellen“, hieß es gestern in einer Presskonferenz in der Bücherei an der Scharffstraße. Dazu eingeladen hatte Kulturdezernent Dr. Christian Henkelmann, weil „das noch junge Kommunale Bildungszentrum der Stadt allen Grund zur Freude hat“: Die Bezirksregierung Düsseldorf hat dem Antrag auf Einführung der neuen Technik in der Bibliothek stattgegeben. Damit werden in den Jahren 2012 und 2013 voraussichtlich fast 182.000 Euro nach Remscheid fließen. Das entspricht etwa 80 Prozent der Gesamtkosten. Auf die Stadt entfallen 52.000 Euro – in der Hauptsache für die notwendigen Umbauten.

Gemeinsam mit Henkelmann erläuterten die Fachdienstleiterin des Kommunalen Bildungszentrums, Nicole Hauser-Grüdl, und die Abteilungsleiterin der Bibliothek, Cornelia Pauß, den vorgesehenen Zeitplan: Im Laufe dieses Jahres sollen sämtliche 200.000 Medien der Stadtbücherei Strichcode- Etiketten erhalten. Dafür wird die Zentralbücherei allerdings zwei Wochen geschlossen werden müssen. Wann genau das geschehen soll, steht noch nicht fest. Hauser-Grüdl: „Das hängt vom Ausschreibungsverfahren ab, das jetzt starten kann!“

Im vergangenen Jahr liehen die 9.000 Nutzer der Bücherei rund 460.000 Medien aus. In diesem Jahr dürfte die „Spitzenreiterin“ eine Remscheiderin werden, die sich für eine Kinderferienfreizeit auf einen Schlag mit 234 ausstattete. Cornelia Pauß: „Die Ausleihquittung war vier Meter lang!“ Ein Auftrag, der die beiden Ausleihautomaten, die „hoffentlich im Herbst nächsten Jahres in Betrieb gehen werden“ (Hauser Grüdl) überfordern würde. Die Verbuchung kleinerer Medienstapel ist für sie aber kein Problem; der RFID-Code auf den Medien macht’s möglich. Und er verhindert zusammen mit einem neuen „Sicherheits-Gate“ an den Ausgängen, dass Kunden das Gebäude mit Medien verlassen können, die sie „versehentlich“ vorher nicht eingescannt haben. Aus diesem Grunde brauchen Kunden auch größere Taschen nicht mehr in Garderobenfächer einzuschließen, bevor sie sich Bücher oder andere Medien aussuchen – die neue Technik findet auch „unsichtbare“ Gegenstände mit RFID-Code. Und deshalb kann der bisherige Garderobenbereich zwischen Service-Schaltern und Foyer durch Mauern abgetrennt und für den Einbau von zwei Rückgabe-Automaten verwendet werden. In diesen werden die Medien in fünf Körben vorsortiert, was den Mitarbeiter/innen die anschließende Einsortierung in den jeweiligen Abteilungen der Bücherei wesentlich erleichtert. Eine zweite Rückgabestelle, rund um die Uhr nutzbar, wird im Untergerschoss am Eingang zur Kinderbücherei entstehen. Dafür entfällt die rechte der beiden jetzigen Türen.

Alle Rückgabe- Automaten registrieren, ob jemand die Ausleihzeit überschritten hat. In diesem Fall wird eine Gebühr fällig. Die kann der Automat zwar nicht kassieren. Doch die Ausleihautomaten, die zwischen Foyer und Service-Bereich aufgestellt werden sollen, geben bei der nächsten Ausleihe die gewünschten Medien erst dann frei, wenn die Gebühr an der Kasse entrichtet worden ist.

„Im Vergleich zur manuellen Einzelverbuchung und Ausleihe fällt bei der Stapelverbuchung und der selbständigen Rückgabe der Medien durch den Kunden keine längere Wartezeit mehr an“, ist sich Nicole Hauser-Gründl sicher. Vorteil für die Mitarbeiter/innen: Sie werden von Routinetätigkeiten entlastet und können sich - dem neuen Bibliothekskonzept entsprechend - der Förderung und Ausbildung der Lesekompetenz von Kindern und Jugendlichen sowie dem Aufbau einer Schülerbibliothek sowie Veranstaltungen zur Einführung in den wissenschaftlichen Umgang mit Medien widmen. Vorteil für die Stadt Remscheid: Zwei 0,5-Stellen im Bereich Ausleihe/Buchpflege bzw. Zugang lassen sich durch die neue RFID-Technik einsparen. (Zusätzlich zu den 20,6 Stellen, die im Bildungszentrum bis 2020 wegfallen sollen, sieben davon in der Bücherei.)

Nicole Hauser-Grüdl verspricht sich von der neuen Technik enien um fünf Prozent wachsenden Kundenstamm. Übrigens, sollten Sie noch nicht Kunde der Stadtbücherei sein: Der Jahresbeitrag für einen Erwachsenen beträgt bei unbeschränkter Ausleihe 24 Euro.

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Waterbölles am : Stadtbücherei zwei Wochen ohne Medienausleihe

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 RFID ... ...  steht für „radio-frequency identification“. Die neue Technik zur Medienverbuchung und Sicherung, bestehend aus einem an jedem Buch angebrachten Code / Chip und einem Lesegerät, ermöglicht die automatische Identifizierun

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