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Remscheider hilft Leben retten - mit Knochenmark

Leben retten kann so einfach sein, zum Beispiel mit einer Spende - einer Knochenmarkspende. Gesundes Knochenmark ist für viele Leukämie-Patienten der einzige Rettungsanker. Der Remscheider Dennis Lichtenthäler hatte schon vor fünf Jahren bei der Deutschen Knochenmark-Spenderdatei in Köln seine DNA speichern lassen.

„Man füllt ein Formular auf der Internet-Seite aus, bekommt alles zugeschickt, was man braucht, macht sich dann einen kleinen Wangenabstrich mit so einem Wattestäbchen, und dann ist das erledigt. Also es war bei mir nicht die Überlegung, warum sollte ich das machen, sondern warum sollte ich es nicht machen?“, schildert Lichtenthäler seine Motivation. Vor wenigen Monaten dann der Anruf aus Köln: Es gab eine Übereinstimmung mit einer Patientin.


Über die weltweit vernetzte Datei war eine Leukämie-Kranke in den USA ausfindig gemacht worden, auf die die genetischen Merkmale des 28 Jahre alten Remscheiders haargenau passten. Der junge Mann, der als Systemadministrator bei der Evangelischen Stiftung Tannenhof arbeitet, erhielt daraufhin ein Präparat, das die Produktion seines eigenen Knochenmarks anregt. Kurze Zeit später wurde, wie bei einer Dialyse, das Mark aus seinem Blut gefiltert und konnte dann der 54 Jahre alten amerikanischen Patientin transplantiert werden. Er wundert sich, dass es immer noch viel weniger Spender für Knochenmark gibt als zum Beispiel für Blut. Grund seien wohl Ängste und Vorurteile. „Die Leute denken, dass ihnen die Ärzte mit riesigen Spritzen zu Leibe rücken und ihnen ins Rückenmark stechen. Dass das schmerzhaft ist oder dass sie querschnittsgelähmt sind, wenn was schief läuft. Das ist überhaupt nicht der Fall.“ Er selbst habe sich nur einige Tage lang matt gefühlt, weil das Medikament, das die Produktion des Knochenmarks stimuliert, wie eine leichte Infektion wirke.


Mit Vorurteilen hat die Spenderdatei in Köln immer wieder zu kämpfen. „Es ist einfach nicht wahr, dass das Knochenmark direkt aus der Wirbelsäule entnommen wird. Ein Märchen. Das wurde noch nie gemacht“, sagt eine Sprecherin der Organisation. In die Datei wurden seit 1991 fast fünf Millionen mögliche Spender aufgenommen. „In 80 Prozent der Fälle geschieht die Entnahme genauso, wie es der junge Mann aus Remscheid beschrieben hat. In den übrigen Fällen wird unter Vollnarkose Knochenmark aus dem Beckenkamm gewonnen. Nur manche Spender berichten von vorübergehendem Druckschmerz nach dem Eingriff.“ Je nach dem Zustand der Leukämie-Patienten liege die Heilungschance nach einer Knochenmark-Spende bei 40 bis 80 Prozent. Ohne Spende ist Leukämie oft ein Todesurteil.


Dennis Lichtenthäler weiß, dass es der Patientin in den USA dank seiner Spende inzwischen wieder besser geht. Als „Lebensretter“ sieht er sich aber nicht. „Für mich war es geringster Aufwand, geringste Beeinflussung meines Lebens. Es ist ein bisschen surreal, dass aus so einer kleinen Geschichte jetzt für jemand anders so etwas lebenswichtiges geworden ist.“ Zu der Frau, deren genetischer Code dem seinen so ähnlich ist wie bei Zwillingen, will er bald Kontakt aufnehmen. Und vielleicht steht ja irgendwann ein Besuch in den USA an.


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