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Klosterkirche: „Bei uns ist und bleibt die Kunst Programm!“

... und nach dem offiziellen Teiol kamen die Getränke. Foto: Lothar Kaiser

Die feierliche Einweihung war am 5. September 1987
Die Klosterkirche in Lennep hat eine wechselvolle Geschichte“ überschrieb der Waterbölles am 7. Dezember 2006 einen Beitrag von Johannes Kessler, den der Kulturzentrum Klosterkirche e.V. freundlicherweise zur Verfügung gestellt hatte.  Der Bau wurde 1677 von den Minoriten begonnen und bereits 1681 bezogen, da war er noch gar nicht fertig. 1868 wird die Kirche aufgegeben und als Schlosserei genutzt, bis sie 1887 von dem Lenneper Textilunternehmen Carl Mühlinghaus gekauft wird. Auf dem Gelände entsteht eine weit verzweigte Fabrikationsanlage für Trikotagen. 1975 kommt die Produktion zum erliegen; die Klosterkirche steht erneut leer und droht völlig zu verfallen. Doch zum Glück schließen sich 1983 engagierte Bürger in einem Verein zusammen, um das städtebaulich und kulturhistorisch bedeutendsten Gebäude Lenneps zu erhalten. Finanzielle Beiträge des Landes NRW und der Stadt Remscheid decken den größten Teil der Restaurierungskosten ab. Den Rest bestreiten Eigenmittel des Vereins und großzügige Spenden aus der Bürgerschaft, für die mit öffentlichen Aufrufen und pfiffigen Aktionen geworben wird. 1985 beginnt der Wiederaufbau der Kirche und des angegliederten Klosterhofs. Zum Richtfest ist im Mai 1986, die feierliche Einweihung am 5. September 1987. Und am vergangenen Wochenende feierte der Verein Kulturzentrum Klosterkirche e.V. sein 25jähriges Bestehen einem „Kulturfeuerwerk“, das mit einem Konzert der Bergischen Philharmoniker begann (leider nur spärlich besucht) und am Sonntag (nach dem Kunsthandwerkermarkt) mit Musik von „Casa d'Locos" endete. Einen Jubiläumsempfang für geladene Gäste mit Konrad Beikircher als Laudator gab es am Samstag. Verteilt wurde dabei druckfrisch eine 65seitige Broschüre, die den „Weg von der Ruine zur ‚guten Stube’“ Lenneps ausführlich beschreibt. Lesenswert.

Bei der Vorbereitung des Jubiläums „25 Jahre Klosterkirche“ war noch von einem Festakt die Rede. Das Programm, das die geladenen Gäste dann am Samstag um 11 Uhr im Minoritensaal des Kulturzentrums auf ihren Stühlen vorfanden, sprach „nur“ von einem Empfang. Es ist zu vermuten, dass dafür Horst Kläuser gesorgt hatte. Der WDR-Radiomann, der die Moderation dieser Festveranstaltung übernommen hatte, hält Festreden für „schlafmittelrezeptpflichtig“, wie er gleich zu Beginn einräumte, und deshalb hatten auch weder Wolfgang Moritz, der 1. Vorsitzende des Vereins Klosterkirche e.V., noch Oberbürgermeisterin Beate Wilding ein Manuskript in der Hand, als sie später zum Mikrofon griffen. Moritz ließ sich von Kläuser auf unterhaltsame Weise interviewen, und Wilding beschränkte sich auf das kurze Grußwort, um das Kläuser sie gebeten hatte. Beide erinnerten sich daran, als Schüler nicht geglaubt zu haben, dass es sich einst bei dem alten Gemäuer im Ursprung nicht  um eine Fabrik, sondern um eine katholische Kirche gehandelt hatte.

Die musikalische Einstimmung gelang dem Duo „Farfarello“ derart schwungvoll-extatisch, dass dem Geiger Mani Neumann einmal sogar der Bogen aus der Hand fiel. Klar, dass Kläuser dass locker aufgriff, bevor er sich vorstellte: „Ich werde immer dann eingeladen, wenn jemand gebraucht wird, der etwas umsonst macht und der samstags sonst nichts zu tun hat“. Er sei schon ein wenig stolz, dass er dieses „mutige und wegweisende Projekt“ habe begleiten dürfen; auch die Grundsteinlegung zur neuen „Klosterkirche“ habe er moderiert.

Empfang mit Musik im Hof der 'Klosterkirche'. Foto: Lothar KaiserKläuser erinnerte an die „ Männer mit großer Vorstellungskraft und Begeisterungsfähigkeit“, die man damals für ein wenig verrückt gehalten habe, als sie die Idee des Wiederaufbaus gehabt hatten: Harro Klüssendorf, Hermann Hardt, Friedrich W. Figge und Erich Lepperhoff. Und er erinnerte an die Männer in den braunen Kutten (später auch beim Bierausschank zu sehen), die für eine Mark in der Lenneper Altstadt ein Glas Schnaps verkauft und so Spenden für den Bau gesammelt hatten. Selbst die neuen Stühle für den Minoritensaal (längst schon wieder ausgetauscht) seien damals auf dem Alten Markt über eine Patenschaftsaktion zusammen gekommen.

Von Remscheid war in dieser verlängerten Stunde wenig die Rede. Die Oberbürgermeisterin bescheinigte dem „Leuchtturm Klosterkirche“, bis nach Remscheid und in die weitere Umgebung auszustrahlen und viele bekannte Künstler angelockt zu haben („Vor 25 Jahren wurden viele alte Gemäuer durch seelenlose neue ersetzt. Dank allen, die dieses Haus erhalten haben!“). Und Kläuser bekannte, er kenne (Mit-)Remscheider, die zeigten ihren Gästen als allererstes Lennep ("Auch wenn die Lenneper, die von ‚Remscheid-Lennep’ sprechen, erst noch geboren werden müssen!“).

Kabarettist Konrad Beikircher, immer wieder gern gesehen in der Klosterkirche seit seinem ersten Auftritt 1992 und diesmal als Laudator eingeladen, wusste, was sich in Lennep gehört (oder man hatte es ihm vorher gesagt) und machte in seiner launigen Rede, die Erinnerungen an seine Schulzeit bei Franziskanern in Bozen einschloss, immer dann eine Gedankenpause, wenn er hätte „Remscheid“ sagen müssen. Sein Lob galt den Lenneper Initiatoren dieses Kulturzentrums, das er stets als innig und anschmiegsam empfinde - „die Seelen öffnend“: „Wunderbar und bewundernswürdig, dass es Menschen gibt, die die Ärmel hochkrempeln für die Kunst, auch für die Kleinkunst!“ Zuvor hatte bereits Wolfgang Moritz versichert: „Bei uns ist uns bleibt die Kunst Programm!“ Sein besonderer Dank hatte Kulturmanagerin Claudia Hellwig gegolten für ihre Arbeit in den vergangenen elf Jahren, zuletzt von ihrem neuen Wohnort Osnabrück aus. Dorthin zieht es sie jetzt endgültig; in einem Nachbarort übernehme sie die Leitung einer Jugendmusikschule, verriet Moritz, als er ihr Blumen überreichte.

Moderator Kläuser leitete zu Konrad Beikircher mit den Worten über: „Ich habe Bammel. Bis jetzt war ja alles ein Heimspiel. Aber jetzt kommt ein wirklich wichtiger Mann!“ Die Laudatio war übrigens bis auf die Musik der letzte Programmpunkt an diesem Vormittag.

Von links nach rechts: Der Kabarettist Konrad Beikircher bei seiner ‚andächtigen’ und Laudatio, das Duo ‚Farfarello’ (Mani Neumann und Ulli Brand), Moderator Horst Kläuser, Kulturmanagerin Claudia Hellwig und Vereinsvorsitzender Wolfgang Moritz. Fotos: Lothar Kaiser

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