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Stelle von Dr. Hakan Akgün soll wieder besetzt werden

"Und plötzlich weißt du: Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen." Mit diesem Zitat des spätmittelalterlichen Philosophen Eckhart von Hochheim († 1328) verabschiedete sich Ende Juni Dr. Hakan Akgün nach 15-jähriger Tätigkeit per E-Mail als Leiter der "Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien" (RAA), ohne dass es hierzu von Seiten der Stadt Remscheid bis heute eine offizielle Mitteilung gegeben hätte. Man könnte auch sagen: Hakan Akgün hat das Handtuch geworden, weil ihm einiges persönlich gegen den Strich ging. Vor seiner Abordnung zur Gründung und Leitung der RAA war er Lehrer an der Gemeinschaftshauptschule Rosenhügel (für Muttersprachlichen Unterricht in Türkisch). Und in den Schuldienst in Remscheid ist er inzwischen auch wieder zurückgekehrt. Vorübergehend, wie er hofft. Denn seinen Versetzungsantrag nach Schleswig-Holstein läuft, nachdem seine Ehefrau, ebenfalls Lehrerin, sich erfolgreich auf eine Konrektorenstelle an einer Grundschule im schönen Ostseestädtchen Heiligenhafen beworben hatte.

Die RAA Remscheid wurde im September 1997 als 24. Regionale Arbeitsstelle in NRW eingerichtet mit dem Ziel der „Verbesserung der Chancengerechtigkeit für Kinder mit Migrationshintergrund und Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Migrationsarbeit in Remscheid“. In Abstimmung mit der Schulaufsicht und dem Schulverwaltungsamt entwickelte Hakan Akgün ein Konzept, das - im Schulausschuss zustimmend zur Kenntnis genommen - seinen besonderen Schwerpunkt in der Förderung der Zusammenarbeit mit Eltern mit Migrationshintergrund und in der Förderung der sprachlichen Kompetenzen im vorschulischen Bereich hatte. Nach dem Motto: "Je früher desto effektiver". Der Katalog von Maßnahmen las sich später so: „Aufsuchende Beratung, offene Sprechstunde, Quali-Spiel, Mentoring für junge Frauen mit Zuwanderungsgeschichte, interkulturelles Assessment, Elternarbeit im Berufswahlprozess“. Es ging und geht um die Förderung und Unterstützung von schulischen und außerschulischen Einrichtungen, speziell im Übergang von der Schule in den Beruf. Beteiligt daran sind auch die Remscheider Migrantenvereine. Deren Vorstandsmitgliedern wurden Seminare angeboten, in denen sie erfuhren, wie sie ihre Angebote für ihre Mitglieder entlang der Integrationsthemen ausrichten können und dadurch die Integration ihrer Mitgliedern und deren Kindern unterstützen können. Hakan Akgün: „Auch zahlreiche Informationsveranstaltungen u.a. zu den Themenfeldern ‚Sprachförderung zu Hause und Förderung durch bewusste Freizeitgestaltung’, ‚Elterliche Unterstützung in der beruflichen Orientierung’ sowie ‚Remscheider Regeleinrichtungen und ihre Angebote’ für Mütter und Väter in Kindertageseinrichtungen, Schulen und Vereinen fanden statt. Was die Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen und Gewinnung ihrer Potentiale für die Integration betrifft, war die RAA Remscheid landesweit federführend.“ Über Remscheids Grenzen hinaus habe er als Referent seine Erfahrungen und Expertisen in zahlreichen Veranstaltungen zur Verfügung gestellt. Und das von ihm mit initiierte Projekt "Integration konkret" sei im Jahre 2002 im Rahmen eines Integrationswettbewerbes durch den damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau ausgezeichnet worden, sagt der Mann, der mit öffentlichen Auftritten in Remscheid stets sehr zurückhaltend war.

RAA versteht Integration als wichtige Querschnittsaufgabe“, titelte der Waterbölles am 17. Oktober 2007 zum zehnjährigen Bestehen der RAA Remscheid. Damals hatte Hakan Akgün noch das Gefühl, dass seine Vorgesetzten in der Verwaltung und in der Schulaufsicht ihn unterstützten. Ein Gefühl, das verloren ging: „Seit der Umorganisation der RAA von der Zuständigkeit des Dezernenten Dr. Henkelmann zunächst zum Zuständigkeitsbereich von Herrn Mast-Weisz und dann zum Geschäftsbereich der Oberbürgermeisterin habe ich keine Unterstützung mehr von meinen Vorgesetzten in der Verwaltung erfahren. Auch an Sitzungen der für die RAA-Arbeit relevanten Ausschüssen, darunter des Integrationsausschusses, des Schulausschusses und des Jugendhilfeausschusses, durfte ich nicht mehr teilnehmen, um dort Impulse für die RAA-Arbeit zu bekommen.“

Heute ist das Team der „Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien“ Teil des Zentraldienstes 017 – Integration und Migration – unter der Leitung von Martin Sternkopf. Hakan Akgün, gewohnt, selbstständig zu arbeiten, fühlte sich in seinen Handlungsmöglichkeiten und Leitungskompetenzen beschnitten. Das empfand er als Herabsetzung, gar als Isolierung. Rückschauend sagt er: „Ich habe die Anerkennungs- und Wertschätzungskultur innerhalb der Remscheider Verwaltungsspitze vermisst, die ich von Fachkräften und Institutionen innerhalb Remscheid und landesweit immer wieder erfahren habe." Dass Integration nicht allein eine Verwaltungsdimension habe, sondern auch eine pädagogisch-fachliche, habe bei der Umstrukturierung in der Stadtverwaltung keine Berücksichtigung gefunden. Seine Kritik: Die Neuausrichtung der Integrationsarbeit in Remscheid sei paternalistisch und ignoriere die Notwendigkeit der fachlichen Steuerung. „Ich habe seinerzeit die Leitung der RAA gerne übernommen, weil ich bei der Neuorientierung der Integration gestalterisch mitwirken wollte. Dies war mir unter diesen Arbeitsbedingungen nicht mehr möglich.“ Daher habe er in der RAA seine Zeit nicht weiter absitzen, sondern sich „in Zukunft wieder an der Schule als Lehrkraft nützlich machen“ wollen.

Von Zentraldienstleiter Martin Sternkopf wollte der Waterbölles wissen, wie es denn nun bei der RAA Remscheid weitergehe. Seine Antwort: „Die Stelle von Herrn Dr. Akgün soll natürlich wieder besetzt werden, die Ausschreibung erfolgt in den nächsten Wochen.“ In den kommenden Monaten werde das neue Teilhabe- und Integrationsgesetz ein Schwerpunkt der RAA-Arbeit sein. „Ich hoffe, die RAA bald im Stadtzentrum ansiedeln zu können. Damit wird sie dann auch präsenter.“

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