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Migrantenwünsche für ein Leben und Wohnen im Alter

Im Jahr 2006 hat die Stadt Remscheid gemeinsam mit dem Seniorenbeirat eine Befragung der Einwohnerinnen und Einwohner ab einem Lebensalter von 50 Jahren hinsichtlich deren Wünsche für ein Leben und Wohnen im Alter durchgeführt. Im Rahmen einer nach repräsentativen Grundsätzen durchgeführten Befragung wurden 2.000 nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Menschen angeschrieben und darum gebeten, einen Fragebogen mit 15 Fragen auszufüllen und zurückzusenden. Zusätzlich wurde durch Mitglieder des Seniorenbeirates eine persönliche Befragung durchgeführt. Die Resonanz war mit einer Beteiligung von 782 Personen bzw. fast 40 Prozent insgesamt sehr gut. Jedoch haben sich mit 21 Personen lediglich 11,1 Prozent der angeschriebenen Menschen mit Migrationshintergrund an der damals ausschließlich in deutscher Sprache durchgeführten Befragung beteiligt, obwohl sie entsprechend ihres Bevölkerungsanteils angeschrieben worden sind. Hieraus ließen sich keine verlässlichen Rückschlüsse auf die Lebens- und Wohnwünsche von Migranten im Alter ziehen. Aufgrund dessen wurde die Durchführung einer inhaltlich weitgehend gleichen Befragung von Migranten der in Remscheid am häufigsten vertretenen Nationalitäten in deren Muttersprache angeregt.

Teilweise mit Hilfe des städtischen Übersetzerpools und teilweise mit Unterstützung verbandlicher Migrationsdienste wurde der Fragebogen leicht modifiziert - insbesondere ergänzt um die Fragestellung des gewünschten Lebensmittelpunktes im Alter- in folgende Sprachen übersetzt: Türkisch (1.594 Personen ab 50 Jahren), Italienisch (1.041 Personen ab 50 Jahren), Serbokroatisch (641 Personen ab 50 Jahren), Spanisch (370 Personen ab 50 Jahren), Russisch (258 Personen ab 50 Jahren) und Portugiesisch (146 Personen ab 50 Jahren). Da ein Postversand der Fragebögen … wenig erfolgversprechend gewesen wäre, erfolgte eine persönliche Verteilung der Bögen in den Jahren 2011 und 2012 über verschiedene Institutionen / Vereine / Beratungsstellen. Wenn so auch keine rein repräsentative Befragung möglich war, so war auf diesem Wege sichergestellt, dass Erläuterungen zu den Fragen erfolgten.

Um ein verlässliches Auswertungsergebnis im Rahmen eines vertretbaren Aufwandes zu gewährleisten, wurde angestrebt, dass sich mindestens zwei Prozent der Personen ab 50 Jahren der jeweiligen Nationalität an der Befragung beteiligen. Diese Zielsetzung wurde bei fünf der o.g. Nationalitäten erreicht. Lediglich bei den Menschen mit serbokroatischer Muttersprache war es trotz mehrerer Versuche des Caritas-Migrationsdienstes nicht möglich, eine annähernd ausreichende Anzahl an ausgefüllten Fragebögen zu erhalten. (Es haben sich insgesamt 94 Menschen mit Migrationshintergrund an der Befragung beteiligt, (46 Frauen, 41 Männer sowie sieben  Personen ohne  Angabe).

Die meisten befragten Migranten waren 65 bis74 Jahre alt (34 Personen bzw. 36,2 Prozent), gefolgt von den 55- bis 64jährigen (28 Personen bzw. 29,8 Prozent), den 50- bis 54jährigen (26 Personen bzw. 27,7 Prozent), den 75- bis 84jährigen (5 Personen bzw. 5,3 Prozent) und den 85- bis 94jährigen (1 Person bzw. 1,1 Prozent). Frauen und Männer haben sich nahezu gleichmäßig an der Befragung beteiligt  Ihre Wohnsituation / ihr Wohnumfeld haben 54,3 der befragten Personen mit Migrationshintergund als altengerecht , 22,3 Prozent als teilweise altengercht und 20,2 Prozent als nicht altenrecht beurteilt. Die Einschätzung ist damit etwas positiver als im Rahmen der 2006 durchgeführten repräsentativen Befragung von überwiegend Nichtmigranten (43,9 Prozent altengerecht ; 38,7 Prozent teilweise altengerecht und 15,6 Prozent nicht altengerecht ).

Verbesserungsvorschläge betreffen den Bereich Wohnen (insbesondere den Wunsch nach Aufzügen sowie altengerechten gut zugänglichen Wohnungen), den Bereich Versorgung (bessere Einkaufsmöglichkeiten) und den Bereich Mobilität (bessere Busverbindungen). Bei der Frage hinsichtlich der im Alter in Frage kommenden Hilfe- und Wohnformen unterscheiden sich die Vorstellungen der befragten Migranten nur teilweise von denen der 2006 befragten Nichtmigranten. Am häufigsten genannt wird auch seitens der Migranten die Wohnraumanpassung. Jedoch ist das betreute Wohnen ebenfalls sehr beliebt, und auch Senioren- Wohngemeinschaften können sich Migranten oftmals vorstellen. Die ambulante Pflege zuhause ist insgesamt bei den Migranten zwar ebenfalls vorstellbar. Allerdings ist bei den türkischen Migranten die ambulante Pflege wenig gefragt oder bekannt. Bei allen Nationalitäten kaum gefragt ist das Wohnen im Heim in noch niedrigerem Maße als bei den im Jahr 2006 befragten Nichtmigranten.

Migranten erachten, bezogen auf das Alter, vor allem Information und Beratung als wichtig. Sehr ausgeprägt ist die Angst vor Krankheit, gefolgt von der Sorge einer nicht ausreichenden finanziellen Versorgung, einem Verlust der Selbständigkeit und dem Gefühl, anderen zur Last zu fallen. Auch sehr ausgeprägt ist die Angst vor Alleinsein und Einsamkeit sowie die Angst vor Kriminalität. Die Sorgen der befragten 5 Nationalitäten unterscheiden sich teilweise. 73,4 Prozent der befragten Migranten haben angegeben, dass ihnen ihre finanzielle Sicherheit im Alter sehr wichtig ist.

59,6 Prozent der Migranten wollen aktiv bleiben und sich im Alter beispielsweise für die Familie engagieren, 33 Prozent sogar ehrenamtlich. Hinsichtlich dessen, wo sie im Alter ihren Lebensmittepunkt begründen wollen, äußerten die meisten Befragten, dass sie zwischen Remscheid und ihrem Herkunftsland pendeln wollen (56,4 Prozent). Im Alter in Remscheid bleiben wollen 27,7 Prozent aller Befragten in ihr Herkunftsland zurückkehren lediglich 9,6 Prozent. 6,4 Prozent der Befragten haben sich zu dieser Frage nicht geäußert. (aus einer Mitteilungsvorlage der Verwaltung zur heutigen Sitzung des Seniorenbeirats)

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Chronist am :

Die CDU im Remscheider Seniorenbeirat kommt auf die Befragung „Wünsche für ein Leben und Wohnen im Alter“ unter Einwohner/innen mit Migrationshintergrund in den Jahren 2011 / 2012 zurück, in der es heißt: „Im Vergleich zur im Jahr 2006 durchgeführten repräsentativen Befragung fällt auf, dass seitens älterer Migranten ganz spezielle Wünsche und Kritiken genannt werden, die sich auf ihre konkreten Bedürfnisse beziehen. Am häufigsten genannt wurde der Wunsch nach einem Pflegeheim für muslimischen Migranten, nach Begegnungsstätten / Treffpunkten für ältere Migranten sowie nach Übersetzungsdiensten bei der Stadtverwaltung.“ Nun möchte die CDU von der Verwaltung gerne wissen, ob es inzwischen in Remscheid schon Angebote für betreutes Wohnen / Pflegeheime für Migranten gibt.

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