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KulturStadt Remscheid e.V. kommt der Vorstand abhanden

Wer im Internet nach dem Verein KulturStadt Remscheid e.V. sucht, findet nicht nur die offizielle Homepage, sondern auch den Remscheider Rechtsanwalt Oliver Teubler. Ein Beweis dafür, dass auch Google nicht immer auf dem aktuellsten Stand ist. Denn Teubler war zwar 1. Vorsitzender des Vereins, der seit seiner Gründung am 24. April 2003 mit Hilfe von Zuschüssen der Stadt kulturelle Veranstaltungen organisiert, ist es aber nicht mehr. Am 11. Mai legte Teubler sein Amt schriftlich nieder. Das wäre Grund genug für eine Jahreshauptversammlung gewesen. Doch damit tut sich der Verein schon seit seiner Gründung schwer.

Die letzte Eintragung im Vereinsregister, das seit 2009 nicht mehr Amtsgericht Remscheid, sondern im Landgericht Wuppertal geführt wird, datiert vom 6. Dezember 2006. Damals schieden Claudio Jericho und Martina Sieber aus dem Vorstand aus. Für das Registergericht ist Oliver Teubler nach wie vor der Vereinsvorsitzende. Jedenfalls findet sich unter der Registernummer 21181 keine aktuellere Eintragung als die von 2006. Weitere Vorstandsmitglieder von KulturStadt sind demzufolge Anke Mennenöh, Torsten Nagel, Hans Lothar Schiffer und Franz Lebfromm. Letzterer wird in den elektronisch einsehbaren Registerunterlagen als stellvertretender Vorsitzender genannt. Tatsächlich ist auch das längst Schnee von gestern. „Ich habe im vergangenen Jahr schriftlich meinen Austritt erklärt“, bestätigte Lebfromm gestern auf Anfrage. Bereits am 14. Februar 2011 hatte Lebfromm angekündigt, in der nächsten Mitgliedersammlung für ein Vorstandsamt nicht länger zur Verfügung zu stehen.

Die bis heute letzte Mitgliederversammlung soll am 27. November 2008 stattgefunden haben, heißt es (ohne im Vereinsregister vermerkt zu sein). Den Bericht über die Prüfung der Kasse für 2007 hätten damals Claudia Hellwig („Klosterkirche“) und Zbigniew Pluszynski („Die Welle“) abgegeben. Ob beide danach ihr Amt beibehalten haben, ist unklar.

Keine Mitgliederversammlung heißt auch kein Kassenbericht. Da fühlte sich Franz Lebfromm unbehaglich. Und deshalb schob er am 5. März 2011 einen Brief an die übrigen Vorstandsmitglieder nach und stellte darin fest, er werde das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden zum 30. Juni niederlegen für den Fall,  dass es bis dahin keine Mitgliederversammlung gegeben habe. Am 30. Juni, die von Lebfromm gesetzte Frist war verstrichen, berichtete der Waterbölles, aus dem Kreis der kulturtragenden Vereine und Verbände sei Kritik laut geworden, „dass es seit nunmehr drei Jahren keine Hauptversammlung und folglich auch keine Rechnungsprüfung mehr gegeben“ habe. Und er zitierte Geschäftsführer Hans Lothar Schiffer mit den Worten, noch vor der Sommerpause sei mit einer Mitgliederversammlung zu rechnen. Doch Taten folgten den Worten nicht. (Und auf spätere Anfragen des Waterbölles hatte Schiffer nur eher abwiegelnde Antworten parat.)

Unbehaglich mag sich in der Folgezeit auch Oliver Teubler als Vorsitzender des Vereins KulturStadt Remscheid gefühlt haben. Als ein „König ohne Reich“. Denn auch er mahnte bei Schiffer vergeblich eine Mitgliederversammlung an. Und der Bitte Teublers, ihm die Mitgliederliste zu überlassen, um seinerseits eine Versammlung einberufen zu können, folgte Schiffer ebenfalls nicht. Ohne die Möglichkeit, in irgendeiner Weise tatsächlich Verantwortung für den Verein zu übernehmen, war Teublers Rücktritt im Mai dieses Jahres nur folgerichtig. Dem Rechtsanwalt schien es offenbar geboten, die Verantwortung auch rechtlich abzutreten, nachdem er vergeblich versucht hatte, den Verein zu  kontrollieren oder gar zu steuern, und dabei auch keinerlei aktuelle Kenntnisse darüber hatte, ob der Verein seine steuerlichen Verpflichtungen erfüllt.

Der städtischen Beigeordnete Dr. Christian Henkelmann war lange Zeit auch Vorsitzender des Beirates, der die Arbeit des Vereins KulturStadt Remscheid begleitete.Teublers Rücktritt kam für ihn überraschend. Denn der Kulturdezernentwar bis dahin davon ausgegangen, dass Teubler und Schiffer die überfälligen Gremiensitzungen und Kassenprüfungen einvernehmlich eingeleitet und längst fest vereinbart hätten. Dass dem nicht so war, veranlasste Henkelmann einen Tag nach Teublers Rücktritt, seinerseits das Amt des Beiratsvorsitzenden mit sofortiger Wirkung niederzulegen und aus dem Verein Kulturstadt Remscheid e.V. auszutreten. Offizieller Sprachgebrauch: „Wegen Arbeitsüberlastung und anderweitiger ehrenamtlicher Verpflichtungen“.

Doch dem Verein sind nicht nur der Beiratsvorsitzende und die beiden Vorstandsmitglieder Oliver Teubler und Franz Lebfromm anhanden gekommen. Auch Anke Mennenöh hat sich nach Informationen des Waterbölles von der Vorstandsarbeit verabschiedet. Ob sie auch ihren Rücktritt aus dem Verein erklärt hat, ist noch nicht bekannt (telefonisch war Anke Mennenöh gestern nicht erreichbar). Das alles erinnert jedenfalls an die zehn kleinen Negerlein: „Da waren’s nur noch … !“ In diesem Fall scheinen von den fünf, im Vereinsregister genannten Vorstandsmitgliedern nur noch zwei übrig geblieben zu sein: Torsten Nagel und Hans Lothar Schiffer. - „Ich kann mich gar nicht so recht erinnern, wann ich das letzte Mal von dem Verein gehört haben“, sagte Torsten Nagel gestern dem Waterbölles am Telefon. Sein berufliches Tätigkeitsfeld liegt schon seit einigen Jahren außerhalb von Remscheid. „Bin ich da wirklich noch im Vorstand?!“

Hans Lothar Schiffer

Da ist absehbar, dass in nächster Zeit auch Nagel dem „KulturStadt Remscheid e.V. von der Fahne gehen wird. Bliebe allein Hans Lothar Schiffer (Foto rechts) als Vorstandsmitglied übrig. Er hatte in den vergangenen Wochen mit der „Nacht der Kultur und Kirchen“ am 27. Oktober alle Hände voll zu tun. Inzwischen steht das Programm mit 83 Einzelveranstaltungen. Er könnte sich jetzt also voll auf die nächste Mitgliederversammlung konzentrieren - und auf Neuwahlen. Und wenn er es nicht tut? Der alte Spruch „Wo kein Kläger, da kein Richter“ gilt auch für das Wuppertaler Registergericht. Denn die Justizbeamten im Vereinsregister kontrollieren zwar Satzungsänderungen, sanktionieren von sich aus aber Satzungsverstöße wie versäumte Jahreshautversammlungen nicht. Die Frage, ob es denkbar sei, dass ein Verein über Jahrzehnte hinweg ohne Jahreshauptversammlung bestehen könne, wurde deshalb gestern im Vereinsregister in Wuppertal mit einem kurzen „Ja“ beantwortet.

Trackbacks

Waterbölles am : Noch immer kein Termin für Hauptversammlung von KulturStadt

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Zur Förderung der freien Kulturarbeit stehen in diesem Jahr im Etat der Stadt Remscheid wiederum nur 20.000 Euro zur Verfügung. Eine Jury, der die Sprecher der Fraktionen des Ausschusses für Kultur und Weiterbildung angehören, hat am 15. Januar getagt und

Kommentare

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Lothar Kaiser am :

Inzwischen steht definitiv fest, dass auch Anke Mennenöh dem Vorstand des Vereins KulturStadt Remscheid nicht mehr angehört. Zum 31. Dezember 2011 habe sie ihr Amt niedergelegt, sagte sie heute dem Waterbölles am Telefon. Mitglied des Vereins sei sie übrigens zu keiner Zeit gewesen. (Ich wusste gar nicht, das so etwas möglich ist.)

Lothar Kaiser am :

Bisher haben Bergische Morgenpost und RGA den vom Waterbölles ausführlich beschriebenen Exodus der Vorstandsmitglieder des Vereins KulturStadt Remscheid nicht aufgegriffen. Mal abgesehen von dieser Frage an Hans Lothar Schiffer heute im RGA im Zusammenhang mit der Nacht der Kultur: „Herr Schiffer, Sie stemmen die Nacht der Kultur und Kirchen als Ein-Mann-Unternehmen. Warum?“ Hans Lothar Schiffers Antwort darauf: „Unser Verein, Kultur-Stadt Remscheid, hat sich 2003 mit dem Ziel gegründet, das kulturelle Leben in unserer Stadt zu fördern, unter anderem mit einer Nacht der Kultur. Wir sind nur 16 Mitglieder, und der Aktivste bin ich. Ich bin im Vorstand und führe nun auch die Geschäfte, weil sonst niemand da ist.“

Lothar Kaiser am :

Ein fast ganzseitiges Interview mit Hans Lothar Schiffer hat heute die Bergische Morgenpost veröffentlicht. Mit vielen Fragen zur Remscheider Kultur im Allgemeinen und der bevorstehenden „Nacht der Kultur“ im Besonderen. Eine Frage zur desolaten Situation des KulturStadt Remscheid e.V. war nicht darunter. Bestehe denn die Hauptaufgabe von lokaler Presse in Friede, Freude, Eierkuchen??

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