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1940 kaufte die Stadt den Ibachshammer und riss ihn ab

Foto: Hans Georg Müller

 

Diederichshammer mit Wohnhaus (Foto rechts: Otto Brüne) und Blick über den Teich (Sammlung: Bulang)Nur wenige Meter unterhalb der Vereinigung des Vieringhauser Bachs mit dem Lobach lag der Teich des Diederichshammers. „Mal wieder Diederichs“ könnte man sagen, aber irgendwie passt dieser Hammer in das Gesamtkonzept des Diederichs-Clans, der nicht umsonst die teure Zuführung des Lobachwassers durch den Fels zum Diederichskotten vorgenommen hatte (es beeindruckt heute noch, wenn man davor steht). Auch in diesem Fall sind für den Hammer wieder verschiedene Namen überliefert: „Hammer an der Hütten“, Schliepers Hammer, Diederichs Hammer und zuletzt Ibachshammer. Erbaut wurde er zwischen 1731 und 1738 von Caspar Schlieper (verheiratet mit A. M. Heuscher) in der Morsbach. 1753, nach SchliepersTod, ging der Hammer je zur Hälfte an die beiden Söhne Engelbert und Johann Daniel über. Am 27.3.1760 verkaufte der eben mündig gewordene Johann Daniel seinen Anteil an Peter Johann Diederichs. Dagegen protestierte Engelbert Schlieper, da der Hammer väterliches Erbe sei und er einem Verkauf an Fremde nicht zustimmen könne, denn schließlich sei er es gewesen, der in den ganzen Jahren die notwendigen Reparaturarbeiten bezahlt habe. Ein abschließendes Urteil ist nicht bekannt, aber 1762 kaufte Peter Johann Diederichs auch die zweite Hammerhälfte „ samt der Gereidschaft und den dazugehörenden Wiesen und Büschen“. 1800 liest man „Stahlhammer von Pet. Joh. Diederichs & Söhne“ zu Remscheid-Schüttendelle, und 1824 erscheint die Eintragung „Stahlraffinier- und Eisenhammer von Joh. Diederichs, verpachtet an Gottlieb Diederichs und von diesem betrieben“ (übrigens Remscheids erster Bürgermeister).

Ibachhammer (Foto oben: Stadtarchiv Solingen, Foto unten: Hubert Felder)Der Diederichshammer oder Ibachshammer war das letzte Refugium der Diederichs, die alle anderen Hammeranlagen bis dahin verkauft hatten. 1829 wird der Hammer als Breithammer für Stahl und Eisen von Joh. Diederichs Erben an J. W. Ibach verpachtet, der den Hammer später kaufte. Er arbeitet mit drei oberschlächtigen Wasserrädern, einem Hammer und Amboss, zwei Feuern und zwei Gebläsen. Als weiterer Besitz taucht in unmittelbarer Nähe des Hammers 1831 ein Wohnhaus auf, das erst 1960 abgebrochen wurde. Zu dieser Zeit (1862) wohnten dort zwölf Personen, und zwar ein Kleinschmied Eickelberg mit acht Personen und ein Schuster Heinrich Stahl mit vier Personen.

1834 ist erstmals Johann Peter Ibach als Inhaber des Hammers genannt. Er betreibt den Stahlraffinier- und Stahl- und Eisenbreithammer selbst mit einem Knecht und einem Lehrling für andere im Lohn. Zu dieser Zeit besitzt er bereits auch den darunter liegenden Bücheler Hammer. 1842, als berichtet wird, dass der Hammer etwa 20.000 bis 30.000 Pfund Stahl pro Jahr liefert, ist bereits Joh. Pet. Ibach sen. als Inhaber verzeichnet. Ihm folgt1869 sein Sohn August. Er und seine nachfolgenden Generationen betrieben den Hammer bis zum Abriss durch die Stadt Remscheid 1940, die den Hammer kurz zuvor gekauft hatte. Noch in dem Jahr des Kaufes durch die Stadt Remscheid wurde dieser abgebrochen. (nach: „Hämmer und Kottenforschung – Lobachtal (Hammertal), Bergbau in Remscheid“, 2007 herausgegeben von Günther Schmidt)

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