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"Für einen Sportplatzersatz reicht der politische Wille nicht!"

Nun müsse man alsbald in Lennep nach einem neuen Sportplatzgelände suchen, sagte Oberbürgermeisterin Beate Wilding am 3. November, als sie auf einer Pressekonferenz im Rathaus für eine kleine Sensation sorgte: Nicht mehr an der Blume, sondern in direkter Nachbarschaft der Lenneper Altstadt soll nun ein Designer Outlet-Center entstehen auf den Schützenplatz (zweigeschossige Tiefgarage), dem Jahnplatz und auf dem Gelände des jetzigen Lenneper Stadions-Gelände, dessen Hanglage eine weitere Tiefgarage unter den einzelnen Shops und gastronomischen Betrieben des neuen DOC möglich macht. Bei den neuen Planungen müssten die berechtigten Interessen“ der Lenneper Vereine berücksichtigt werden, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Jürgen Siegfried dem Waterbölles damals in einer ersten Stellungnahme. Und auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans Peter Meinecke betonte, das Projekt müsse „mit dem Ziel der Verwirklichung mit allen Beteiligten (Vereine, Organisatoren und Privatpersonen) sorgfältig weiterentwickelt werden“; fügte hinzu, es dürfe „nicht an den Bedenken Einzelner scheitern!“

Inzwischen ist viel gesagt worden. In den Medien, aber auch hinter verschlossenen Türen. Begeisterte Fürsprecher eines DOC meldeten sich ebenso zu Wort für „Oberbedenkenträger“. Am 7. November diskutierte der Presseclub der Denkerschmette das Thema. Einig waren sich an diesem Abend Wieland Gühne (W.i.R.) und Axel Behrend (Linke) darin, dass ein neues Gelände für Sport und Vereine gefunden worden sein müsse, bevor Stadion und Schützenplatz verkauft würden. Das Problem: Bereits für Februar peilt die Stadt offenbar einen städtebaulichen Vertrag mit dem Investor McArthurGlen an. Da geht es dann ums Geld – um die Frage, welche Infrastrukturmaßnahmen zu Lasten von McArthurGlen gehen und welche zu Lasten der Stadt.

Hauptsache, es bleibt genug übrig Geld aus dem Grundstücksverkauf übrig für einen neuen Fußballplatz anstelle des alten Stadions. Für einen Platz, der den jetzigen Erfordernissen des 1. FC Remscheid entsprechen müsse, nicht weniger, aber auch nicht mehr, hörten Sportfunktionäre seitdem aus Kreisen von Rat und Verwaltung. Vergangenen Freitag traf man sich endlich in größerer Runde im Rathaus; um miteinander (!) zu reden. Oberbürgermeisterin Beate Wilding hatte eingeladen. Mit dabei von Seiten der Verwaltung Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein, Sportdezernent Burkhard Mast-Weisz und Sportamtsleiter Bernd Fiedler. Die Ratsfraktionen waren durch Jochen Siegfried (CDU), Hans Peter Meinecke (SPD), Hans Lothar Schiffer (FDP), Beatrice Schlieper (Grüne), Waltraud Bodenstedt (W.i.R.) und Fritz Beinersdorf (Linke) vertreten, der Remscheider Sport durch Klaus Hartmann (LTG), Dieter Maar (FCR), Hr. Claudio Giuliano (VfL Lennep), Joachim Weber (SG Hackenberg) sowie durch Dr. Ralf Flügge, Andreas Engels und Daniela Hannemann als Vertreter des Sportbundes Remscheid.

Wer erwartet hatte, dass es anschließend eine abgestimmte Presseerklärung geben  würde, sah sich enttäuscht (und wer damit erst gar nicht gerechnet hatte, sah sich in seiner Einschätzung der städtischen Öffentlichkeitsarbeit bestätigt). Dabei wollen nicht nur die Vorstände der Sportvereine wissen, wo in Lennep Ersatz für das Stadion geschaffen werden soll, sondern auch die vielen Mitglieder dieser Vereine. Leider scheint es in der Konferenz am Freitag eher planlos zugegangen zu sein. Diesen Eindruck konnte man aus dem Gedächtnisprotokoll ziehen, auf das sich Daniela Hannemann, die Geschäftsführerin des Sportbundes, gestern Nachmittag auf einer Pressekonferenz in der Turnhalle an der Jan-Wellem-Straße mehrfach bezog. Eingeladen dazu hatte Reinhard Ulbrich, der Vorsitzende des Sportbundes Remscheid und frühere Oberbürgermeister der Stadt, um gemeinsam mit den Sportfunktionären Hartmut Bau, Jutta Fey, Dr. Rald Flügge, Joachim Hartenstein, Stefan Schürmann, Klaus Hesse und Erwin Rittich eines ganz klar zu machen: „Völlig indiskutabel wäre für die Sportvereine, würde die Stadt mit dem Investor einen Vertrag abschließen, obwohl ein Ersatzgelände für das Stadion noch weiterhin im Nebel läge! Wir können uns auf keine eventuelle Luftnummer einlassen!“ Genau darauf aber scheint es hinauszulaufen.

Daniela HJannemannWie denn die Finanzierung des Ersatzgeländes aussehen solle, hatte Daniela Hannemann (Foto rechts) am Freitag wissen wollen. Die Obernbürgermeisterin habe ihr daraufhin geantwortet, das Volumen kenne man noch gar nicht. Noch fehle ein Bodengutachten. Und je nachdem, was die Stadt als Grundstückspreis erhalte und was sie für Infrastrukturmaßnahmen ausgegeben müsse, könne man dann erkennen, was für einen Sportplatz übrig bleibe. Reinhard Ulbrich dazu: „Der politische Wille, für einen neuen Sportplatz zu sorgen, reicht uns alleine nicht!“

Oberbürgermeisterin Beate Wilding habe am Freitag die Sportvertreter gefragt, wo sich diese denn eine Ersatzfläche vorstellen könnten und welche Bedarfe (Fußball, Leichtathletik, Schule) diese Fläche erfüllen müsse, berichtete Hannemann weiter. Die Bedarfsanalyse, die das städtische Sportamt bereits mit dem Sportbund Remscheid erstellt hat, habe bei dem Treffen zu ihrer Verwunderung keine Rolle gespielt.

Die Sportvereine sehen die größten Chancen für einen neuen Fußballplatz in Hackenberg, eventuell unter Einbeziehung des früheren Krankenhausgeländes. Notwendig sei dort allerdings ein massiver Ausbau der Infrastruktur (mind. sechs neue Umkleiden; zusätzliche Parkplätze) da der VfL Lennep auch Frauenfußball anbiete und daher Umkleiden für beide Geschlechter vorhanden sein müssten. Auch die SG Hackenberg verweist auf eine – auch ohne zusätzlichen Sportplatz-  prekäre Umkleidesituation an der Hackenberger Straße hin. Schon jetzt müssten die Umkleiden der Sporthalle genutzt werden.

Bis Mitte Januar wollten die OB und der Stadtplaner die am Freitag angesprochenen Ersatzflächen (Hackenberg, Bachtal, Knusthöhe: Bereich zwischen Ringstraße und Albert-Schmidt-Allee) prüfen, berichtete Hannemann gestern. Auch Fragen des Lärmschutz und des Parkplatzbedarfs sollten dann beantwortet werden. Auf  ihre Frage, ob womöglich gar Geld übrig bleibe für einen neues Sportgelände, habe Hans Gerd Sonnenschein etwas unwirsch reagiert: Er wisse derzeit nun mal nicht, über welche Summe man letztlich sprechen könne.

Im RGA stellte gestern Hans Peter Meinecke fest, der neue Sportplatz müsse „aus dem Projekt heraus finanziert werden. Zusätzliches Geld haben wir nicht!“ – Für Reinhard Ulbrich ein weiterer Beleg für die Notwendigkeit eines „Pakts für den Sport“. Dessen drohendes Scheitern war gestern das zweite große Thema des Sportbundes Remscheid.

Trackbacks

Waterbölles am : Nichts Gedrucktes, dafür lieber ein mündliches Dementi

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Waterbölles-Kommentar Ja was denn nun? Auf der einen Seite die Sportfunktionäre, die sich am Dienstag in einer Pressekonferenz Sorgen machten, dass womöglich nicht genug Geld aus dem Verkaufs des Stadiongelände in Lennep übrig bleiben könne, um damit

Kommentare

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Martin Gerhardts am :

Wär doch gelacht, wenn wir das nicht auch noch kaputt kritisiert und diskutiert bekämen.

Reinhard Ulbrich, Sportbund Remscheid am :

Sehr geehrte Frau Wilding, sehr geehrter Herr Sonnenschein, vielen Dank für Ihre klaren Aussagen, vor allem hinsichtlich der Finanzierung, am 29.11. 2012 im RGA. Der Remscheider Sport freut sich auf das DOC in die neue(n) Sportanlage(n). Vorstand und Geschäftsführung des Sportbundes Remscheid e.V.

Chronist am :

Für den Fall, dass es zum Verkauf des Lenneper Stadiongeländes, des Schützen- ind es Jahnplatzes an den DOC-Investor McArthurGlen kommt, geht Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein davon aus, dass dieses Geld in erster Linie in eine neue Sportanlage fließt und erst, wenn dann etwas übrig bleibt, in die Stadtkasse. Das sagte er am Mittwochabend auf einer Informationsveranstaltung der Lenneper SPD zum DOC. Insbesondere die Sportvereine dürften es mit einiger Beruhigung gehört haben.

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