Skip to content

„Philosophischer Stammtisch“ ohne Gymnasiallehrer Dornseiff

Waterbölles-Kommentar

Sollten Sie eine eigene Homepage mit Links auf andere haben, können Sie dieses Banner gerne verwenden.

Wer sich vorgenommen hat, heute Abend in der „Denkerschmette“ den „philosophischen Stammtisch“ zu besuchen, um zu erfahren, welche Gedanken sich Dr. Johannes Dornseiff über "Religion und Unglaube" gemacht hat - der 1989 pensionierte Lehrer eines Remscheider Gymnasiums kam in der Denkerschmette in der Vergangenheit schon mehrfach als Referent zu Wort -, kann sich den Weg sparen. Es sei denn, er interessiert sich für Karl Hermann Siebel und sein Thema: " Humanität und Ethik". Die E-Mail von Reinhard Ulbrich, Chef der Denkerschmette, über die kurzfristige Programmänderung erreichte den Waterbölles gestern um 18.18 Uhr: Zitat: “Leider konnte ich Ihnen diese Mitteilug nicht früher senden, da sich die Änderung kurzfristig ergeben hat und ich den ganzen Tag unterwegs war.“

Was war geschehen? Dornseiff ist Mitunterzeichner eines Anfang dieses Monats verteilten Flugblatts der rechtsgerichteten "IG Remscheid-Mitte", in dem für ein Bürgerbegehren gegen die an der Weststraße geplante Moschee geworben wird – mit den von früheren Aktionen von „Pro NRW“ her bekannten Parolen ("Großmoschee"). Fritz Beinersdorf, Fraktionsvorsitzender der Linken im Rat der Stadt, war das Flugblatt in die Hände und darin der Name Dornseiff aufgefallen, ebenso Klaus Sappelt von den Grünen. Eine Internetrecherche führte zum so genannten „Mittelstand Café“, einer Online-Zeitung, die von der Firma LayerMedia Inc. herausgegeben wird ( Sitz der Redaktion und des Verlages sind ausweislich des Impressums in Boston, USA). Darin wird auf Dornseiffs Buch "Rechte Notizen" aufmerksam gemacht. Zitat: "Der Autor, der klassische Philologie studiert hat – promoviert mit der Herausgabe eines byzantinischen Textes – … leitet sein Werk mit seinem neuen Deutschlandlied ein.“

Der Liedtext gehört zu den Auszügen aus dem Buch auf Dornseiffs eigener Internetseite. Kostprobe? „Deutschland, Deutschland, bist verblichen. O wie schnell ist das geschehn! Deutsche Art, sie ist gewichen, Fremden, die nicht wieder gehn.“ Und an anderer Stelle heißt es: „Wenn die Vertreibung der Deutschen ‚eine Folge‘ des Angriffskrieges war, war dann nicht der Angriffskrieg - warum nicht auch gleich die Judenverfolgung? - eine Folge des Versailler Diktats?“ Das ließ für den heutigen Abend heftige Diskussionen in der Denkerschmette erwarten. Denn mehrere Mitglieder von „Remscheid Tolerant“, dem Aktionsbündnis gegen jedwede Form des Extremismus in unserer Stadt“, hatten ihr Erscheinen angedeutet. Doch für Reinhard Ulbrich war das zunächst kein Grund, Dornseiff auszuladen. Der sei ihm zwar als „als aktiver Gegner der Remscheider Moschee-Pläne bekannt“, sagte er dem RGA (Bericht in der Mittwochausgabe). Für Dornseiffs Schriften gelte dies aber nicht. Doch seine E-.Mail von gestern Abend läßt einen Meinungsumschwung vermuten. Ulbrih selbst schweigt dazu.

Der Lenneper Lehrer Dorfseiff hat bislang fünf Bücher veröffentlicht, vier davon im Berliner Frieling-Verlag. 896 Seiten umfasst allein „Tractatus absolutus – „Selbstaufklärung des Denkens“, von dem der Autor selbst auf seiner Homepage schreibt: „Aus der Erfahrung, dass sich alles von ihm Gedachte immer wieder zerdenken ließ, hat der Verfasser einen Standpunkt gewonnen ("Ist etwas zu sagen? - An sich ist nichts zu sagen"), von dem aus diese zunächst anstößige Erfahrung verständlich ist und alles bisherige Denken - zunächst nur das eigene Denken des Verfassers, dann aber auch das aller Anderen - als naiv erscheint.“ Alles klar?

Ein gewisses Sendungsbewusstsein ist Dr. Johannes Dornseiff nicht abzusprechen. Sonst hätte er „Rechte Notizen“ nicht als „Buch on demand“ bei xlibri.de in 86925 Fuchstal produzieren lassen. Denn das dürfte ihn rund 4.000 Euro gekostet haben. Wer bei xlibri.de digital ein Formular ausfüllt (Format 15,5 x 22 cm, 300.000 Zeichen) erfährt auf Knopfdruck, dass er für Gestaltung und Druck seines Werkes insgesamt 3.875 Euro kosten wird (136 Euro für die Gestaltung und 3.490 Euro für den Druck). Dafür erhalte er dann 500 Exemplare eines Buches mit 136 Seiten. „Rechte Notizen“ von Dr. Johannes Dornseiff hat 136 Seiten (ISBN 978-3-940190-66-6). „Mehr als Notizen sind es tatsächlich nicht. Aber vielleicht doch so treffend, dass die Vertreter des Gutmenschentums und der political correctness daran Anstoß nehmen werden. Von den (von sich selbst) so genannten Antifaschisten ganz zu schweigen“, schreibt Dornseiff auf seiner Homepage über das eigene Buch.

Der am Theater gestartete Sternmarsch auf der Freiheitstraße am Amtsgericht. Foto: Lothar Kaiser

Selbstüberschätzung, in der Tat! Denn wer sich mühsam durch die Auszüge des Buches hindurchgearbeitet hat, kann – wie Reinhard Ulbrich – zu dem Urteil „unmöglich“ kommen oder es einfach nur kopfschüttelnd mit „wirr“ abtun. Diese „politischen Notizen als eine Art Nachlass zu Lebzeiten“ (Zitat Dornseiff) sind alles andere als „treffend“. Noch eine Leseprobe gefällig? „Ein schlimmes Erbe hinterlassen wir den nachfolgenden Generationen … durch Fremde im Land und ‚Durchrassung‘.“ Das Internetlexikon Wikipedia definiert übrigens den von Dornseiff benutzten Begriff des „Gutmenschen“ als „Kampfbegriff in der politisch Rhetorik“, Unwort des Jahres 2012, mit dem „das ethische Ideal des ‚guten Menschen‘ in hämischer Weise aufgegriffen (wird), um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren.“ (Foto rechts: Der Demonstrationszug gegen die rechte 'Pro NRW' am 24. März 2012.)

Beim "Philosophischen Stammtisch" in der Denkerschmette sei es bislang stets unpolitisch zugegangen, sagte Ex-Oberbürgermeister Reinhard Ulbrich gestern dem RGA. Und er bezeichnete die Stammtische als "segensreiche Einrichtung". Kann es sein, dass Dr. Johannes Dornseiff sie im Gegenteil höchst politisch verstanden hat? Denn ein Mann mit Sendungsbewusstsein ist ohne Publikum rein gar nichts. Ulbrich hätte es wissen müssen.

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Beatrice Schlieper am :

Die Bücher des Herrn Dr. Dornseiff sind über das Organ "Junge Freiheit" zu beziehen. Die Junge Freiheit wird von Politikwissenschaftlerm als zentrales Sprachrohr der Neuen Rechten mit "Scharnier-" oder "Brücken"-Funktion zwischen Konservatismus und Rechtsextremismus eingeordnet. Für die Junge Freiheit schreibt übrigens auch Ansgar Lange, Fraktionsgeschäftsführer der CDU Remscheid.

Chronist am :

Am 22.11.2012 schrieb Ansgar Lange beispielsweise eine Kolumne über Katrin Göhring-Eckardt von den Grünen. Zitat: „Als nüchterner Sauerländer komme ich angesichts dieser neuen grünen Versuchung nicht ins Schwärmen. (…) Immer wieder stellen die Grünen … unter Beweis, dass sie die asozialste Partei Deutschlands sind: die Partei der BAT-Boheme, der öffentlich-rechtlichen Journalisten, die selbst massig Urlaubsgeld abgreifen, wenn sie nur freie Mitarbeiter sind, der Energiewendeprofiteure, der reichen Gattinnen mit Öko-Fimmel und SUV, der Volkserzieher, der Inländerfeinde etc. Grün können guten Gewissens nur diejenigen wählen, die sich ihr gutes Gewissen leisten können. (…) Auch wenn sich diese Partei in Gestalt von Frau Göring-Eckardt noch so fromm oder protestantisch geben sollte; für mich bleiben die Grünen die Partei der sozialen Kälte, der Intoleranz und der Verlogenheit. (…) Die politische Heuchelei hat eben ihre feste Heimat bei einer Partei, die man leider nicht so leicht abschalten kann wie Atomkraftwerke.“

Michael Dickel am :

Den zitierten Text kann ich leider nicht finden. Also ist er entweder entfernt worden, oder ich habe ihn aufgrund der Vielzahl der Texte von Herrn Lange übersehen, obwohl ich chronologisch vorgegangen bin. Diese Passage als "Beispiel" hervorzuheben, halte ich in dem Zusammenhang aber für übertrieben. Das geben die anderen Texte meiner Meinung nach nicht her, auch wenn ich diese Äußerungen für genau so falsch empfinde. Sie sind verallgemeinernd und damit einfach unsachlich.

Klaus Sappelt am :

Was mich persönlich wundert, ist die Aussage von Herrn Ulbrich, dass ein Philosophischer Stammtisch nicht politisch ist. Schon gar nicht, wenn man einen Referenten wie Herrn Dr. Dornseiff einlädt. Ich selbst war an keinem dieser Stammtische, aber seltsam kommt mir schon vor, dass Herr Ulbrich nicht über die Meinungen der Referenten im Vorhinein informiert ist. Ebenfalls finde ich, dass man als Veranstalter solcher guten Aktionen schon die Verpflichtung hat, sich damit auseinanderzusetzen, wen man sich da ins Haus holt.

H. J. Schmied am :

Wie beurteilen wir denn dann folgenden Ausspruch des früheren Bundeskanzlern Helmut Schmidt (SPD): „Man kann aus Deutschland mit immerhin einer tausendjährigen Geschichte seit Otto I. nicht nachträglich einen Schmelztiegel machen. Weder aus Frankreich, noch aus England, noch aus Deutschland dürfen Sie Einwanderungsländer machen. Das ertragen diese Gesellschaften nicht… Schauen Sie sich die Lage in diesen beiden Kunststaaten an, die in den Pariser Vorortverträgen 1919 geschaffen worden sind… Aus Deutschland ein Einwandererland zu machen, ist absurd…“ (Frankfurter Rundschau 12.9.1992) Man muss sich diese Worte vor dem Hintergrund der französischen Rassenunruhen im November 2005 zu Gemüte führen, die in den Pariser Vororten ihren Anfang nahmen.

Hans Gerd Göbert am :

Man merkt, dass man sich mit Riesenschritten dem Kommunalwahlkampf nähert. Da wird schnell, was man sich im Bündnis Remscheid Tolerant alles geschworen hat, über Bord geworfen. Übrigens hat doch Ansgar Lange mit unterschrieben oder nicht? Obwohl mir die umweltpolitischen Nichtaktivitäten der Grünen in Remscheid nicht gefallen, kann ich nur eins sagen: Wenn das stimmt, was Frau Schlieper und der Chronist über Herrn Lange berichten, dann muss der Mann morgens zu heiß baden. Wie jemand aus einer christlichen Partei so etwas ablassen kann, ist einfach nur zum Kotzen. Als Konsequenz sollte er sofort seinen Sessel räumen. Sonst könnte er noch zu einer großen Gefahr für die Wiederwahl von Herrn Hardt werden. Schmiedet schön weiter Bündnisse der Toleranz, hebelt sie aber sofort aus, wenn es um andersdenkende demokratische Parteien geht und wendet Euch stattdessen braunem Gedankengut zu. Da kommt richtig Freude auf und kann noch lustig werden bis Mai 2014.

Hans Schwingen am :

Ohje, Herr Göbert. Geht's noch? Was hat Remscheid Tolerant mit diesen durchaus nachvollziehbaren Aussagen zu tun? Ihren Sprachgebrauch des Übergebenmüssens will ich mir gar nicht aneignen, jedoch ist dieser unflätige Versuch, jede nicht genehme Meinung in die "braune Ecke" stellen zu wollen, vollkommen unnötig und wirft ein schlechtes Licht auf Sie. Vielleicht reflektieren Sie sich vor dem nächsten Schreiben etwas sorgfältiger, oder greifen konträr zu Ihrem Vorwurf des heissen Bades zu einer kalten Dusche. Und bin enttäuscht und entsetzt.

Hans Gerd Göbert am :

Werter Herr Schwingen, irgendwie scheinen Sie zu übersehen, dass es sich hier um ein politisches Forum und nicht um ein Kirchenblättchen handelt? Worin es folgerichtig auch des Öfteren in der Wortwahl nicht gerade zart besaitet zugeht. Darin liegt bisweilen sogar die Würze gegenüber der Tagespresse. Man sollte allerdings vermeiden, jemanden persönlich unflätig zu beleidigen, da haben Sie absolut Recht. Daher bitte ich Sie höflichst, die Kommentare 1 und 1.1 noch einmal intensiv zu lesen. Ich erlaube mir aber, aus 1.1 zu zitieren: "Asozialste Partei Deutschlands, Energiewendeprofiteure, die reichen Gatinnen mit Ökofimmel und SUV, der Volkserzieher und Inländerfeinde. Die Partei der sozialen Kälte, der Intoleranz und der Verlogenheit. Die politische Heuchelei hat eben ihre feste Heimat bei einer Partei, die man leider nicht so leicht abschalten kann, wie Atomkraftwerke." Aber Hallo, das hat doch schon Geschmäckle, auch mit leichter Tendenz nach ziemlich Rechts, ebenso die Schreibe in die "Junge Freiheit", was schon sehr grenzwertig ist. Wenn das mal kein klassisches Beispiel für Intoleranz gegenüber politisch Andersdenkenden ist, was zudem wegen der Nennung von Frau Göhring-Eckardt haarscharf am Straftatbestand der Beleidigung vorbeikratzt? Nur das hat mich dazu bewegt, meinen Kommentar in dieser drastischen Form zu schreiben. Sie können mir aber bitte eines abnehmen - sollte es sich bei dem zitierten Herrn nicht um den Geschäftsführer der CDU in Remscheid handeln, würde ich mich bei ihm sofort persönlich und öffentlich in aller Form entschuldigen. Auch das würde nach meinem Verständnis zu Art und Umfang dieses Forums gehören. Wenn mein Kommentar dem Chronisten nicht genehm gewesen wäre, hätte er ihn auch nicht gedruckt. Davon dürfen Sie fest ausgehen. Wenn Ihnen hier aber die zweitweilig etwas ruppigere Ungangsform nicht zusagt, oder Sie meinen durchaus hier ortsüblichen anderen Sprachgebrauch des Übergebenmüssens nicht verkraften, dann sollten Sie stattdessen lieber Leserbriefe an das "Grüne Blatt" schreiben? Darin wird mehr Wert auf eine ach so heile Gesellschaft gelegt.

Hans Schwingen am :

Lieber Herr Göbert, jetzt habe ich mir den Absatz 1.1 mehrfach und auch ausreichend durchgelesen - und immer noch erkenne ich keine Aussage, die nicht mehr oder weniger subjektiv treffend wäre. Sie empören sich über "Intoleranz gegenüber politisch Andersdenkenden" und Ihnen fällt nichts besseres ein als mit ebensolcher Lanze zu reiten und das dann noch verniedlichend als "drastische Form" zu verkaufen? Den guten Menschenverstand dieses Ansgar Lange ganz offensichtlich in Frage stellen zu wollen. Und überdies den ohnehin schon schwierigen Kampf gegen Rechts auch noch so hin zu verwässern, indem der Vorwurf der "BAT-Bohème und Energiewendeprofiteure" durch Sie in einen nationalsozialistischen Kontext gesetzt wird. Meinungsfaschismus dieser Art ist mir höchst zuwider - ebenso Brandstifter, die nach vollbrachter Tat empört nach der Feuerwehr rufen. Und da wir gerade dabei sind, Ihr Hinweis, ich solle mir doch einen anderen Platz für Leserbriefe suchen, knüpft genau daran an und gibt jedem hier ein großes Gefühl des Fremdschämen beim Lesen Ihrer Zeilen. Den Chronisten schätze ich sehr, alleine schon für seine Arbeit in diesem Forum, und es wird ihn sicher nicht erfreuen, wie sie Ihre Legitimationen herleiten mit denen sie sich hier verbal ins Forum erbrechen. Nahm ich bei Ihrer ersten Einlassung an, es wäre ein launiger und unkonzentrierter Kommentar, so muss ich nun doch so langsam denken, dass es System hat. Ich halte Ihnen aber zugute, dass sie den Kommentar am Sonntagmorgen um neun Minuten nach sieben verfasst haben, vielleicht waren Sie ja auch noch nicht ganz wach. Lieber Herr Göbert, so gerne ich immer Ihre willkommenen Kommentare gelesen habe, so sorge ich mich jetzt um Sie.

Frank Roessler am :

Herrn Göbert habe ich schon früher bei anderer Gelegenheit den Hinweis gegeben, daß Sprache demaskierend ist. Offensichtlich nimmt er Hinweise bzw. Ratschläge nur von "höheren Instanzen" an. Ihrer Analyse, lieber Herr Schwingen, stimme ich voll umfänglich zu und habe auch nichts zu ergänzen.

Frank Roessler am :

Herr Göbert, Sie lassen sich (wie schon auch gelegentlich bei anderen Themen in der Vergangenheit) verbal gehen und sind im Diktus und Begriffswahl ehrabschneidend. Es erschließt sich mir nicht, was der Beitrag von Herrn Lange mit "rechtem Gedankengut" zu tun haben soll. Sie sollten sich an Ihre eigene Nase fassen. Ihre seinerzeitige Einlassung zu einem Beitrag von Frau Tirkkonen, in dem Sie sich herablassend und in beschämender Weise über Finnland äußerten, ist eher geeignet, in die Ecke des rechten Geankengutes gerückt zu werden. Aber zur Sache: Als ehemaliger Wähler der Grünen kann ich die Meinung von Herrn Lange nur unterschreiben. Die Grünen sind beliebig geworden. Es wäre schlußfolgerichtig, wenn man endlich den Status einer SPD-Unterorgansiation beantragen würde. Mehr sind die Grünen sowieso nicht mehr.

Denise Abé am :

Sehr geehrter Herr Roessler, sehr geehrte Herren, es geht bei dem Artikel von Herrn Lange nicht nur um das, w a s er schreibt, sondern auch wo er es veröffentlicht. Darüber sollten sie auch mal nachdenken. Nun zu Ihrem Beitrag zu den Grünen: Von Beliebigkeit kann nicht gesprochen werden. Klar, die Grünen sind etabliert. Das liegt aber nicht an einer Anpassung der Grünen, sondern daran, dass sich grüne Themen in der Gesellschaft etabliert haben. Ökologie, Klimapolitik etc. finden sich mittlerweile auch in den Programmen der beiden „ehemaligen“ Volksparteien. Eine Unterorganisation der SPD sind die Grünen aus genau diesen Gründen sicherlich nicht. Aus kommunalpolitischer Perspektive kann ich auch nur Herrn Sappelt zustimmen. Nur weil man nicht jedes Bemühen an die große Glocke hängt, heißt es nicht, dass man keine grüne Politik macht. Vielleicht sollten sich einige der hier kommentierenden Personen einfach mal etwas besser informieren, bevor es ans "Meckern" geht.

Michael Dickel am :

Nun - ich habe, wie Herr Roessler vermutlich auch, mal nachgelesen (da hat Frau Schlieper sicher ungewollt Werbung gemacht). Da haben aber auch schon ganz andere kommentiert oder ein Interview gegeben. Es liegt im Wesen einer Demokratie, dass es auch unliebsame Meinungen und somit auch Veröffentlichungen gibt. Ich kann anhand der Lektüre zwar erkennen, dass die Einsortierung dieser Zeitschrift höchst umstritten ist - aber gleichzeitig kann man auch nachlesen, dass bei dem Übertreten einer (gedachten) Linie durchaus auch seitens der "Jungen Freiheit" reagiert wurde. Ich sehe sie bei den Äußerungen durch Herrn Lange jedoch nicht überschritten. Dies mag man als "Grüner" anders sehen, sollte es aber bei einer Gegendarstellung belassen und nicht gleich wieder die Nazikeule schwingen. Das haben Egon Bahr, Altbundeskanzler Herzog oder Ephraim Kishon nicht verdient. Ansonsten könnte man ja meinen, Herr Lange hätte den Nagel auf den Kopf getroffen... :-)

Frank Rößler am :

Normalerweise mache ich mir keine größeren Gedanken über die politische Hintergrundmusik, wenn jemand wie Frau Schlieper als Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat den politischen Taktstock in die Hand nimmt. Aber in diesem besonderen Fall, wo die von Herrn Lange geäußerte individuelle Meinung offensichtlich breitere Zustimmung findet (als Frau Schlieper lieb ist), folgt die Musik nicht mehr ihrer Führung. Herr Lange befindet sich auch meiner Information nach als Gastautor der "Jungen Freiheit" in prominenter Gesellschaft. Frau Schlieper ist bei dem Versuch, Herrn Lange zu diskreditieren, kläglich gescheitert und darf sich nun der Dikussion um Grüne Realpolitik stellen.

Hans Gerd Göbert am :

Werte Freunde der gepflegten Entrüstung, falls Ihnen meine etwas derbe Ausdrucksweise nicht gefällt, bedauere ich das außerordentlich. Wenn Sie jedoch der Meinung sein sollten, dass das, was der Chronist, Frau Schlieper und ich recherchiert und kommentiert haben, falsch oder ehrenrührig sei, dann bitte ich Sie herzlich, umgehend den Gegenbeweis anzutreten und zwar konkret. Darüber hinaus ein kleines Beispiele, wie herzhaft in der ganz großen Politik miteinander umgegangen werden darf, ohne dass dieses irgenwelche Konsequenzen gehabt hätte: Ende September 2011 schrie vor der Landesvertretung der CDU NRW und vor den Dienstwagen niemand geringerer als der Kanzleramtsminister Roland Pofalla (Christlich Demokratische Union) seinen Parteifreund Wolfgang Bosbach (MDB) wie folgt an: "Ich kann Deine Fresse nicht mehr sehen. Du machst mit Deiner Scheiße alle Leute verrückt. Lass mich mit so einer Scheiße (Euro-Rettungsschirm) in Ruhe." Nun noch eine kleine Kostprobe eines Ihnen beaknnten Parteigeschäftsführers aus Remscheid aus die "Junge Freiheit" vom 6. 7.2012 (Die Familie als nächtliche Parkgarage) Seite 2: "Wann kommen die Kopulationskommissare? Darf es überhaupt noch sein, dass bildungsferne Schichten Geschlechtsverkehr zum Zwecke der Fortpflanzung haben? Sollten nicht endlich Kopulationskommissare - das wären auch neue Stellen - geschaffen werden, die das vorgeburtliche Treiben der Erziehungsberechtigten (dieses Wort wollen wir in Zukunft nur noch für Kita-Angestellte reservieren*, mal ordentlich unter die Lupe nehmen?" Das finden Sie doch sicher lustig oder? Ich könnte Ihnen jetzt noch unzählige Beispiele dieses Publizisten nennen, wo Sie aus dem Staunen, besser noch der Entrüstung, nicht mehr heraus kommen. Dazu fehlt mir momentan die Zeit, aber eines verspreche ich Ihnen: Dazu demnächst mehr in diesem Theater. Es sei denn, die Artikel würden über Nacht plötzlich alle gelöscht. Wenn Sie das auch alles lesen würden, kämen Sie bestimmt ebenfalls zu der Erkenntnis, dass der Mann eventuell, unter Umständen oder vielleicht, ein gestörtes Verhältnis zu Frauen und KITAS (neben vielen anderen Dingen) entwickelt hat. Mir stellt sich noch eine ganz andere Frage - wann und wo schreibt er das eigentlich alles? Aber darüber möchte ich mir nicht weiter den Kopf zerbrechen. Nun dürfen Sie sich über meinen Kommentar wieder herzlich entrüsten. Sie müssen nur aufpassen, dass Sie nicht die Opfer, also die über so etwa tief Betroffenen, zu Tätern machen.

Michael Dickel am :

Was haben Frau Schlieper, der "Chronist" und Sie denn recherchiert. Nennen sie das Kind doch beim Namen. Was werfen Sie Herrn Lange konkret vor? Dass er seine Meinung äußert? Mit den Zitaten erreichen sie genau das Gegenteil, Herr Göbert. Sie machen sie erst noch publik und geben ihm ein breiteres Publikum, als er es verdient hat. Natürlich ist das Geschriebene - ich habe es schon weiter oben gesagt - völlig unsachlich, weil verallgemeinernd. Aber es ist seine Meinung - ob sie uns nun passt oder nicht. Wenn ihre Recherche aber Straftatbestände aufdeckt, würde ich Ihnen den Gang zum Staatsanwalt empfehlen. Nur - diese sehe ich immer noch nicht. Im Waterbölles wären seine Ergüsse erst gar nicht publiziert worden, und ich bin jetzt nicht sicher, ob mich das nicht sogar mehr stört.

Lothar Kaiser am :

Aus den von Ihnen selbst genannten Gründen wäre der Kommentar von Ansgar Lange im Waterbölles nicht erschienen. Ansonsten darf in diesem Lande, wenn er sich an die Gesetze hält, alles publizieren, was ihm gefällt, wenn er denn jemand findet, der ihm dafür eine Plattform bietet. Insofern ist der Text von Herrn Lange reine Geschmacksache. Ob es für den Fraktionsgeschäftsführer der CDU politisch klug ist, sich derart deutlich zu positionieren, steht auf einem ganz anderen Blatt. Das aber hat sich Herr Lange vorher sicherlich gut überlegt.

Michael Dickel am :

Ja, Herr Kaiser - das hat man als Waterbölles-Leser auch zu akzeptieren. Da es ja " Ihre" Plattform ist, bestimmen Sie auch die Regeln. Ich sehe zwar schon immer ein Problem darin, dass SIE dann urteilen, was unsachlich ist und was nicht - und nicht der Leser. Nicht, dass ich Ihrem Urteil nicht vertraue - aber mir würde es völlig reichen, wenn keine anonymen Zuschriften veröffentlicht würden - auch keine Pseudo-Email-Adressen. Über die Inhalte kann sich dann so jeder seine Meinung bilden. Würde also einer der Texte von Herrn Lange hier veröffentlicht, gibt es sicher genug Widerspruch - auch von mir! Und ich bin sicher, dass einige Remscheider CDU-Mitglieder jetzt ebenfalls eifrig die "Junge Freiheit" lesen.

Hans Schwingen am :

Eine sehr angestrengt wirkende Erklärung mit beliebig zusammengewürfelter Fäkal-Prosa, jedoch ohne Selbstreflektion. Zur eigenen Person haben Sie viel mehr beizutragen als zum Thema, das ist schade.

Lothar Kaiser am :

Alles doch gar nicht so unpolitisch, wie Reinhard Ulbrich es gerne hätte beim "Philosophischen Stammtisch" in der Denkerschmette mit Dr. Johannes Dornseiff. Sein Name steht auf der Liste der rechtsradilanen Partei "Pro NRW" für die Kommunalhl im Mai.

Hans Gerd Göbert am :

Ohne das geringste Interesse daran zu haben, die "Lange-Fäkaldebatte" wieder anzuheizen, eine ganz andere Anmerkung, die mir jetzt beim erneuten Studium des Artikels aufgefallen ist: Falls Dr. Dornseiffer bei x.libri für 500 Bücher mit 136 Seiten im Digitaldruckverfahren tatsächlich ca. € 3.500 gezahlt hat, dann hat er sich sowas von über den Tisch ziehen lassen. Es kann natürlich sein, dass der Verlag einen kräftigen Aufschlag dafür verlangt hat, Gedankengut der "Pro NRW" oder ähnlicher gestrickter Gruppierungen zu drucken... Woher ich diese Erkenntnis nehme? Aus der Veröffentlichung von nunmehr vier Büchern, davon zwei im Digitaldruckverfahren. Näheres zu meinem aktuellen Buch darf man in etwa drei Wochen sicher auch hier erfahren. (Keine Sorge, es ist kein Politthriller und auch keine Fäkalprosa geworden, werter Herr Schwingen (5.2))

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!