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Stadt verkaufte Grundstück und lehnt nun Nutzung ab

Ein paar Meter hinter den Brombeerbüschen (links im Bild oben) liegt die heutige Zufahrt zum Gelände des TV Haddenbach, nur schwer zu erreichen  durch die enge und verwinkelte Hofschaft Rath. Von der Straße „Rather Ring“ (im Bild Standort von Geschäftsführer Detlef Heidtmann) wäre die Zufahrtr weitaus kürzer und bequemer. Doch die Stadt sagte Nein. Foto: Lothar Kaiser

Ein paar Meter hinter den Brombeerbüschen (links im Bild oben) liegt die heutige Zufahrt zur Tennisanlage des Haddenbacher Turnverein v. 1890 e. V., nur schwer zu erreichen durch die enge und verwinkelte Hofschaft Rath weiter unterhalb. Von der Straße „Rather Ring“ wäre die Zufahrt weitaus kürzer und bequemer. Doch die Stadt sagte dazu Nein. Dabei hatte sie dem Verein erst im vergangenen Jahr den 2.500 Meter großen Grünstreifen am „Rather Ring“ für „kleines Geld“ verkauft (den Quadratmeter 99 Cent), wohl wissend, wofür der Verein ihn im östlichen Teil nutzen möchte: Zwischen zwei hohen Bäumen – keiner davon müsste weichen - würde der Vereinsvorstand mit Friedrich August Pohlhaus an der Spitze und Detlef Heidtmann als Geschäftsführer gerne aus Rasengittersteinen und Schotter einen kurzen Fahrweg anlegen lassen. Das Geld dafür, ca. 7.000 Euro, liegt schon bereit. Doch die städtische Bauaktenkonferenz lehnte den Antrag jetzt ab, dazu den Bürgersteig am „Rather Ring“ für fünf Meter auf Kosten des Vereins (1.500 Euro) abzusenken. Das erfuhr der Vorstand jetzt überraschend durch einen Telefonanruf aus dem Rathaus – und wunderte sich sehr: Diesen Antrag hatte der Verein noch gar nicht gestellt. Arbeiten an der vereinseigenen Tennishalle waren ihm zunächst wichtiger gewesen.

Für den internen Entscheidungsprozess der Stadtverwaltung interessiert sich nun Bezirksbürgermeister Otto Mähler (SPD): „Einen Antrag ablehnen, der noch gar nicht vorliegt, wie geht denn das?“ In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses berichtete er, was er vom Vorstand des TV Haddenbach erfahren hatte und kündigte für den 11. Juni, 16.30 Uhr, Rath 25 (die Tennisanlage des TV Haddenbach) eine „Bezirksvertretung vor Ort an“. Eingeladen sind dazu Vertreter der Verwaltung, die Mitglieder der Bezirksvertretung sowie alle interessierten Bürger.

Der Waterbölles machte sich bereits gestern ein Bild von den örtlichen Verhältnissen – und hatte Mühe, den Weg zur Tennisanlage zu finden. „Auch die Müllabfuhr wäre froh, wenn sie uns auf einem anderen Weg erreichen könnte“, schilderte Detlef Heidtmann die Lage. „Erst recht Feuerwehr und Krankenwagen. Wenn in den Gässchen Pkw abgestellt sind, ist für die breitere Fahrzeuge kein Durchkommen mehr!“ Vielleicht kann dazu ja bei der „BV vor Ort“ ein Vertreter der Remscheider Berufsfeuerwehr Stellung nahmen…

Zwischen diesen beiden Bäumen würde der TV Haddenbach gerne aus Rasengittersteinen und Schotter einen kurzen Fahrweg anlegen auf dem Gelände, das er zu diesem Zweck von der Stadt gekauft hat. Doch die lehnte, wie der Vorstand jetzt überraschend durch einen Telefonanruf aus dem Rathaus erfuhr, überraschend den Antrag ab - der noch gar nicht gestellt worden war. Foto: Lothar Kaiser

Und noch etwas spricht aus der Sicht der Sportsfreunde für eine kürzere Anbindung ihres Geländes an eine öffentliche Straße: Die Jugendabteilung des Vereins zählt 50 Jungen und Mädchen. Heute wählen sie lieber den längeren, von Bäumen und Gebüsch gesäumten Fahrweg durch die Ortschaft Rath zur nächsten Bushaltestelle. Weil der Trampelpfad zum „Rather Ring“ oft nass und rutschig ist. Über Rasengittersteine statt des schmalen Weges würde sich der Tennisnachwuchs sicherlich ebenso freuen wie die Hundebesitzer unter den Anliegern, die das Grundstück des Sportvereins gerne zum „Gassi gehen“ nutzen.

Bevor der Kaufvertrag zwischen Stadt und Verein im vergangenen Jahr unterschrieben wurde, hätten sich Mitarbeiter verschiedener Ämter vor Ort umgesehen, so Detlef Heidtmann. Darunter sei auch das Forstamt gewesen: „Von dort kam damals der Vorschlag, die Stadt könne ja selbst einen neuen, befahrbaren Waldweg anlegen, wenn der Verein dafür dann eine jährliche Nutzungsgebühr entrichte. Was der Stadt damals möglich erschien - ein gerade mal einen Steinwurf langer Fahrweg, dem nur ein paar Brombeerbüsche zum Opfer fallen würden -, soll dem Verein heute nach dem Verkauf des Grundstücks verboten werden? Die Mitglieder des Bauausschusses wunderten sich darüber am vergangenen Dienstag sehr. Zur nächsten Sitzung erwarten sie eine Stellungnahme der Verwaltung.

Von Geschäftsführer Heidtmann erfuhr der Waterbölles gestern, als Grund für die Ablehnung eines Fahrweges sei dem Vorstandvorsitzenden Friedrich August Pohlhaus genannt worden, bei dem Grünstreifen handele es sich um Landschaftsschutzgebiet. Frage 1: Und das hat die Stadt vor dem Verkauf nicht gewusst? Besser noch Frage 2: Wie viele befahrbare Waldwege gibt es im Stadtgebiet innerhalb von Landschaftsschutzzonen? (Fortsetzung folgt mit Sicherheit)

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Kommentare

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Hans Gerd Göbert am :

In der Tat handelt es sich dort um Landschaftschutzgebiet, um einen kleinen einen Zipfel von vielleicht 50x10 m, laut Flächennutzungplan im GEO-Portal. Wer spricht aber in Remscheid über den Landschaftsschutz oder den Erhalt wertvoller, alter Baumbestände, wenn es um das Ausweisen neuer Baubereiche geht? Ernsthaft doch niemand. Dann bricht das viel zitierte Baurecht immer das hilflose Baumrecht und deren Bewohner, die in Remscheid keine Lobby haben. Es kümmert sich kein Aas um die Vogelbrutschutzzeiten oder ähnliche Naturschutzbelange. Hier schwingt man aber nun die große Keule des Landschaftsschutzes, obwohl niemand einen Baum antasten möchte. Kennern der Örtlichkeit wird schnell klar, dass es auch in diesem Fall wahrscheinlich nicht um nachhaltigen Landschaftsschutz gehen könnte. Hier soll nicht gebaut, sondern lediglich ein Durchstich zur besseren Erreichbarkeit einer Sportanlage angelegt werden, und das auf dem eigenen, von der Stadt erworbenen Vereinsgrundstück, wie man nun weiß. Diesem geplanten Mikroeingriff in die Natur steht nun urplötzlich die geballte Macht des Landschaftsschutzes im Wege. Exemplarisch dafür, wie er aber ebenso leicht ausgehebelt werden kann, zeigt auch der Flächennutzungsplan. So wurde vor geraumer Zeit eine ebenfalls zum Landschaftsschutzbereich zählende, deutlich größere Fläche mit Gewerbe überplant. Die Fläche grenzt an den Bilscheider Hof, der im Bereich Blume liegt, die bekanntlich für Gewerbe oder das gescheiterte DOC vorgesehen war. Unmitelbar angrenzend an ein Naturschutzgebiet. So wird in Remscheid Landschaftsschutz praktiziert, mal so oder mal so, je nach Bedarf oder Windrichtung. Wenn es aber nun um private Interessen der Anlieger des hinteren Rather Ringes gehe würde? Die würden bei der Realisierung des Durchstichs zweifellos mit etwas mehr Verkehr vor ihren Häusern rechnen müssen. Nicht auszudenken, wie die Öffentlichkeit auf diese Vorgänge reagieren könnte, wenn z.B. ausgerechnet dort Ratsmitglieder wohnen würden…

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