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Gewerbegebiet "Mixsiepen" ist für Baumarkt ideal

Rund 40 Remscheider kamen gestern Abend ins Berufskolleg Technik, Neuenkamper Str. 55, um sich von Stadtplaner Hans-Gerd Sonnenschein über den geplanten Bebauungsplan Nr. 453 (Mixsiepen) informieren zu lassen. Zitat aus der Einladung: „Ziel der Bauleitplanung ist die städtebaulich sinnvolle und verträgliche Weiterentwicklung eines bislang unbebauten aber verkehrlich optimal angebundenen Bereichs östlich der Remscheider Innenstadt.“ Das Wort „verträglich“ nahm allerdings kein einziger Anlieger in den Mund. Statt dessen wurde sehr viel Kritik laut. Die Bemerkung eines besonders aufgebrachten Eigenheimbesitzers aus der Nachbarschaft, die Planungen seien „fast kriminell“, überhörte Sonnenschein geflissentlich. Mit der „kochenden Volksseele“ bei derartigen Bürgerbeteiligungen zu städtischen Planungsvorhaben hat er jahrelange Erfahrungen.

Im Bereich an der Lenneper Straße zwischen Bökerhöhe und Mixsieper Straße sieht die städtische Bauverwaltung angesichts der verkehrsgünstigen  Lage viele Möglichkeiten der Besiedlung. „Aber nichts, was mit Essen, Trinken oder mit Benzin zu tun hat", so Baudezernent Helmut Kennepohl im Dezember 2005 im RGA. Denkbar wären ein Möbelmarkt oder ein bzw. mehrere Gewerbebetriebe. Am liebsten hätten die Planer an dieser Stelle jedoch einen Baumarkt mit Gartencenter. Den Bedarf dafür stellte das „Kommunale Einzelhandelskonzept“ schon vor drei Jahren fest, also zu einem Zeitpunkt, als der OBI-Baumarkt in Lennep noch nicht nach Wermelskirchen verzogen war. Sonnenschein gestern: „Geblieben sind uns zwei Baumärkte. Der eine hat ein Parkplatzproblem, der andere entspricht nicht mehr ganz modernen Verkaufskonzepten. Wir wissen also nicht, wie lange die bleiben werden“.

Das Planverfahren ist zwar gerade erst angelaufen, die Genehmigung zur teilweisen Auffüllung des Geländes mit Bodenaushub (nicht alle Grundstücke des künftigen Gewerbegebiets befinden sich schon in städtischem Besitz) wurde jedoch unabhängig davon erteilt und wird inzwischen auch fleißig umgesetzt; die Laster rollen und hinterlassen auf der Lenneper Straße so manche Lehmspur. Und die Baumaschinen („Rüttler“) verdichten das Erdreich derart, dass in benachbarten Wohnhäusern gelegentlich die Gläser klingeln. Das zur Bahnlinie hin abschüssige Gelände soll bis auf die Höhe der Lenneper Straße angeschüttet werden. Das Ergebnis wird eine so hohe und steile Böschung, dass von den talwärtigen Wohnhäusern aus der nördlich gelegene Baumarkt kaum mehr zu sehen sein wird. Gleichwohl war gestern von  einer „Demontage der Natur“ die Rede. Konterte Sonnenschein: „Endlich mal ein Gewerbegebiet, für das keine freie Landschaft geopfert werden muss“. Im übrigen seien für wegfallende Gebüsche und Bäume „Ausgleichsmaßnahmen“ an anderer Stelle im Stadtgebiet vorgesehen.

Besitzer von Einfamilienhäusern und Reihenhäusern an der Mixsieper Straße (unterhalb von (“Wohnwagen Pauli“) fürchten beim Bau eines Baumarktes mehr Verkehrslärm. Ihnen konnte der Stadtplaner den gültigen Flächennutzungsplan entgegenhalten, der entlang der Bahnlinie (noch) den Bau der Bundesstraße 229 (neu) vorsieht. Der habe bereits bestanden, als sie ihre Häuser gebaut hätten. Auch seien Lärmschutzmaßnahmen geplant. Argumente, die unbeachtet blieben nach dem Motto „Es kann nicht sein, was nicht sein darf“. Das galt auch für den Hinweis, nahe der Mixsieper Straße sei ein Bundesbahn-Haltepunkt mit P+R-Plätzen geplant, was den Wohnwert im Bereich „Phoemix“ sicherlich erhöhen werde.

Sorgen von Anwohnern der Sensburger Straße, das aufgeschüttete Gelände mit zehn Meter hoher Böschung könne wie eine Wand wirken, entgegnete die Verwaltung mit dem Hinweis, der Bahnbestand entlang der Bahngleise ("eine prägende Grünkulisse") erreiche eine durchschnittliche Höhe von 340 bis 345 Meter über NN, während es die geplanten Gebäude auf 343 bis 347 Meter über NN bringen würden; sie würden also von der Sensburger Straße aus später gar nicht zu sehen sein.

Nicht von ungefähr finden sich in allen Großstädten an den Hauptverkehrsachsen Tankstellen und Baumärkte – also dort, wo viele Autos verkehren, besetzt mit potentiellen Kunden. Insofern ist das neue Gewerbegebiet an der Lenneper Straße – da beißt die Maus keinen Faden ab - der ideale Standort für einen größeren Markt (ob für Baumaterial, Pflanzen oder Möbel sei mal dahingestellt). Und ich wünschte, die Stadt hätte mehr solcher freien Grundstücke in ansonsten mit Wohnhäusern und Gewerbebetrieben gemischt bebauten Stadtteilen. Dann könnte sie auf ein Gewerbegebiet „Blume“ auf der grünen Wiese wahrlich verzichten.

Die Anwohner der Mixsieper Straße, denen das Hemd näher ist als der Rock, wird der Hinweis auf die weit entfernte „Blume“ nicht hindern, im Rahmen des Planverfahrens ihre Bedenken geltend zu machen. Und auch die Naturschützer werden sich zu Wort melden, ferner rund fünfzig Behörden, die sogenannten Träger öffentlicher Belange. Die Verwaltung hat dann alles sorgfältig abzuwägen; das letzte Wort hat dann der Rat der Stadt.

Der Planentwurf  liegt noch bis zum 7. April 2006  im Fachbereich Städtebau und Stadtentwicklung, Ludwigstraße 14,  2. OG, aus - Montag bis Freitag  zwischen 8 und12 Uhr sowie Montag, Mittwoch und Donnerstag   zwischen 14 und 16 Uhr bzw. Dienstag  zwischen 14 und 17.30 Uhr. Termine nach Vereinbarung sind unter Telefon 02191/163339 möglich. Anregungen und Bedenken zu dem Bebauungsplan können Anwohner beim Fachbereich Städtebau und Stadtentwicklung schriftlich oder per E-Mail (staedtebauentwicklung@str.de) einreichen.

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