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Polizei verpasste Tierheimbesuchern Knöllchen über 10 Euro

Archivbilder vom Sommerfest 2010 im Tierheim an der Schwelmer Straße. Fotos: Lothar Kaiservon Brita Günther

Viele dutzend Autos standen am vergangenen Sonntagnachmittag entlang der Schwelmer Straße am Tierheim. Deren Besitzer waren mit ihren Familien der Einladung des Tierheims zum Sommerfest gefolgt, um hinter die Kulissen des Tierheims zu schauen, die Vorführungen zu betrachten sowie die reichlich angebotenen Kuchen, Waffeln, Salate usw. zu genießen. Bekanntermaßen gibt sich ist das Tierheim Remscheid wie andere Tierheime auch viel Mühe mit solchen Festen und ist abhängig von Spenden und den Einnahme aus solchen Aktivitäten, um seine immensen Ausgaben für Futter, Tierarztkosten und so weiter wenigstens ein wenig aufzufangen.

Auch der Polizei sollte dies nicht entgangen sein. Umso unverschämter finde ich es, was sich dann gestern Nachmittag am Tierheim abspielte. Als ich gegen 16 Uhr ankam, stellte sich ein Polizeiwagen hinter das letzte Auto in der Schlange auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Tierheims. Zunächst dachte ich, sie würde evtl. Wagen notieren, die Einfahrten oder Zufahrten zuparkten. Aber weit gefehlt, sie verpassten allen Autofahrern ein Knöllchen in Höhe von zehn € wegen Parkens außerhalb geschlossener Ortschaften.

Wäre der Bus nicht durchgekommen oder, wie gesagt, bei zugeparkten Zufahrten hätte ich im Einzelfall ja noch Verständnis dafür gehabt, aber hier wurde eine pauschale Abzocke betrieben, denn behindert wurde niemand! Auch wenn die Parksituation vielleicht nicht so ganz korrekt gewesen ist, hätte man in Anbetracht der geringen Parkmöglichkeiten auch mal ein Auge zudrücken können, oder nicht? So jedenfalls geschehen am Tierheim Köln-Dellbrück wo ich zuvor war. Wäre es nicht fair den Tierheimbesuchern gegenüber gewesen, wenigstens im Tierheim eine Durchsage zu starten mit dem Hinweis auf die bevorstehende Knöllchenaktion? Sind sich die beteiligten Beamten darüber im Klaren, dass sie den Tieren des Tierheim einen ziemlichen Bärendienst sprich Schaden mit ihrer Aktion erwiesen haben?

Sicherlich bin ich nicht die einzige Autofahrerin, die sich daher maßlos über diese unnötige Geldausgabe aufregt hat. Viele Besucher werden sich durch solch unmögliche Vorgehensweise vielleicht davon abhalten lassen, zum nächsten Tierheimfest zu kommen. Oder spendet die Polizei die eingenommen zehn € pro Pkw dem Tierheim? DAS wäre ja vielleicht mal eine Überlegung wert! Dann hätte die ganze Aktion wenigstens einen Sinn und ich würde das Geld gerne bezahlen!

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Kommentare

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Michael Schad am :

Es ist immer wieder erstaunlich, dass sich Menschen öffnetlich dazu bekennen, Unrecht getan zu haben, und dann erwarten, die Ordnungsbehörden könnten mal "ein Auge zudrücken." Warum wird nicht viel mehr von einem Veranstalter erwartet, dass er sich frühzeitig um die Anreise der erwarteten Gäste Gedanken macht und entsprechende Flächen zur Verfügung stellt?

Michael Heimlich am :

Guten Tag Frau Günther, also Ihrer Aussage "denn behindert wurde niemand!" möchte ich denn doch widersprechen. Ich war an gestrigem Sonntag als Jogger an der Schwelmer Str.unterwegs, allerdings bereits schon gegen 13 Uhr, und habe auch einige Spaziergänger entlang der Schwelmer Str., Höhe Tierheim, wahrgenommen, die ihr Leben nur durch Sprung in die Zwischenräume der dort wahllos auf beiden Seiten (!) abgestellten Autos in Sicherheit bringen konnten. Für mich hat im Übrigen Tierliebe nichts mit der Anreise per Auto zu tun, hält doch der Linien-Bus quasi vor der Tür des Tierheimes. Ansonsten, wenn keine Parkplätze vorhanden sind, da nunmal Halteverbot, muss auch der Tierliebhaber mal ein paar Meter zu Fuß laufen. Schadet sicher nicht, dient noch der eigenen Gesundheit und schützt die Umwelt - zumal ja sonst auch viele Hundehalter dieses genau mit ihren geliebten Vierbeinern täglich tun. Ich denke, man sollte sich von dem Anspruch verabschieden, heutzutage zu jeder Veranstaltung mit dem eigenen Auto quasi bis vor die Türe fahren zu müssen. Der Polizei hierfür nun den schwarzen Peter zuschieben zu wollen, halte ich für nicht angemessen, zumal ich selbst vor Jahren, Zeuge eines schweren Verkehrsunfalles mit Personenschaden an der Schwelmer Str. war.

Harald Fetsch am :

Danke, Herr Heimlich, für ihre Ausführungen. Die zeigen Grundsätzliches auf. Fußgänger müssen sich mehr selbstbewusst als Teil des Straßenverkehrs im Straßenverkehr bewegen. Sie haben die selben Rechte sich fortzubewegen wie alle Straßenverkehrsteilnehmer. Es ist also nicht notwendig, vor Autofahrern in den Straßengraben zu springen. Auch Autofahrer dürfen bei Bedarf abbremsen. Wenn Fußgänger und Radfahrer mehr Präsenz zeigen, führt das zu mehr Verkehrssicherheit, weil die Wahrnehmung steigt. Dies zeigen Untersuchungen. Problematisch ist sicherlich, dass viele Mitarbeiter von Ordnungs- und Sicherheitsbehörden die Begriffe Straßenverkehr, Fahrbahn, Gehweg und Straße nicht richtig unterscheiden können. Durch die Presse werden diese Falschansichten auch noch ständig publiziert. Kurz gesagt, Fußgänger sind auch „Autos“.

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