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Rückblick: Remscheid im Jahre 2003

Vor zehn Jahren, im Juli 2003, sprach sich der damalige Remscheids Oberbürgermeister Fred Schulz gegen n die Entwicklung der Wuppertaler Generaloberst‑Hoeppner‑Kaserne zu einem interkommunalen Gewerbegebiet der drei bergischen Großstädte aus. Damit reagierte er auf Äußerungen des Nordrhein‑Westfälischen Ministerpräsidenten Peer Steinbrück, der diesen Plan befürwortet hatte. Schulz sagte, jede der drei Städte müsse die Möglichkeit haben, sich eigenständig weiter zu entwickeln. Die Städte müssten auf Anforderungen potentieller Investoren individuell reagieren können. Auch mache es keinen Sinn, wenn Remscheider zur Arbeit nach Wuppertal pendeln müssten.

Die Marketingräte der Stadtteile Lennep, Lüttringhausen, Innenstadt, Remscheid-Süd und Hasten gründeten vor zehn Jahren eine Dachorganisation gegründet - den Marketingrat Remscheid. Vorsitzender wurde der damalige Oberbürgermeister Fred Schulz. Durch die Zusammenarbeit könne man die Pluspunkte Remscheids als Ort der Arbeit, Bildung, Kultur und des Tourismus nach außen besser darstellen, erklärte er damals. Was ist aus dem Marketingrat Remscheid eigentlich geworden? Jedenfalls still!!

Im Juli 2003 stimmte der Rat der Stadt Remscheider für das umstrittene Gewerbegebiet Blume. Bei der Entscheidung setzte sich die damalige die CDU‑Mehrheitsfraktion zusammen mit FDP und Remscheider Wählergemeinschaft gegen SPD und Grüne durch. Um auch die Gegner mit dem Vorhaben zu versöhnen, werde es gestalterische Vorgaben für Firmengebäude geben, hieß es damals. Zu Beginn der Sitzung hatten die Blume‑Gegner noch einmal deutlich gemacht, dass die Eigentümer von bis zu 75 Prozent der Gesamtfläche ihre Grundstücke nicht verkaufen wollten. Das mache langwierige Enteignungsverfahren wahrscheinlich.

Der Remscheider Rat beschloss vor zehn Jahren eine Busreform bei den Remscheider Stadtwerken, die  mit dem Abbau von mehr als 70 Stellen im Öffentlichen Nahverkehr verbunden war. Die Busflotte werde um sechs Fahrzeuge verkleinert, um den Jahresverlust im Remscheider Nahverkehr um 1,8 Millionen Euro zu verringern, hieß es in dem Ratsbeschluss weiter. Das Defizit betrüge dann immer noch etwa zwei Millionen Euro. Dagegen hatte der Betriebsrat vergeblich mit einer Liste mit 2.500 Unterschriften protestiert. Der damalige Betriebsratsvorsitzende Ernst Dethleffs hatte die Pläne als Katastrophe bezeichnet. Wer die Busverbindungen in Richtung Wermelskirchen und in den Stadtteil Reinshagen ausdünne, müsse sich nicht wundern, wenn die Bürger auf das Auto umstiegen. Dabei könne man durch ein attraktiveres Angebot sicher mehr Fahrgäste in die Busse locken. Das sei reichlich naiv, hielt der damalige Stadtwerke-Direktor Wolfgang Roth dagegen. Es gebe keine Alternative zur sogenannten Busnetz-Optimierung. Als Ausgleich werde man zwar mehr Anrufsammeltaxis anbieten. Für eine flächendeckende Einführung sei dieses Angebot aber zu teuer.

„Remscheider Oberbürgermeister sichert seine Pension“, berichtete vor zehn Jahren der WDR in seinen regionalen Hörfunknachrichten. „Auch wenn Fred Schulz bei der Kommunalwahl im kommenden Jahr (2004) unterliegen sollte, erhält er Ruhestandsbezüge in Höhe von etwa 2.700 Euro. Vier Jahre seiner früheren Tätigkeit als Geschäftsführer der Remscheider Handwerkskammer wurden vom Rat zur Amtszeit hinzugerechnet. Normalerweise muss ein Bürgermeister mindestens acht Jahre im Amt sein, um eine Pension zu erhalten.“ Und so kam es denn auch ...

Im Juli 2003 beteiligte ich die Stadt Remscheid in drei von insgesamt 64 Kindertagesstätten an einem Modellprojekt, das späterer Lese- und Schreibschwäche vorbeugen soll. Die Jungen und Mädchen wurden auf ihre Sprachentwicklung und Konzentrationsfähigkeit getestet. Bei eventuellen Schwächen sollten Kinder in Fördergruppen 20 Wochen lang ein gezieltes Training erfahren, hieß es damals.

Vor zehn Jahren wurde der Vertrag über den Krankenhausneubau an der Burger Straße unterzeichnet.  Das Sana-Klinikum finanziere den 70-Millionen-Euro-Neubau und die Altbausanierung in Kooperation mit einer Investorengruppe, teilte ein Sprecher des Unternehmens damals mit. Im 50-Millionen-Euro-Anteil der Investorengruppe sei auch der Betrieb der technischen Anlagen zu festgelegten Energie- und Betriebskosten in den nächsten 15 Jahren enthalten.

Der neu gestaltete Remscheider Bahnhofsplatz wurde im Juni 2003 offiziell nach dem früheren Bundeskanzler Willy Brandt benannt und eingeweiht. Die Kosten für den Umbau lagen nach Verwaltungsangaben bei etwa 850.000 Euro.

Vor zehn Jahren plädierte der Wuppertaler Ingenieur Professor Hans Bode auf einer Diskussion der Remscheider FDP dafür, die Remscheider Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoffe FGW zum Institut der Bergischen Uni zu machen. Er äußerte zugleich Zweifel am Sinn einer privaten Fachhochschule für Remscheid. Remscheider Unternehmer sowie Baudezernent Kennepohl verteidigten dagegen den Plan einer privaten Metallhochschule. Diese sei Teil eines Kompetenz-Zentrums Remscheid. Davon ist längst nicht mehr die Rede. Aber die FGW wurde „An-Institut“ der Uni Wuppertal.

Vor örtlichen Unternehmern kritisierte der Remscheider Stadtkämmerer Jürgen  Müller im Juli 2003, die Kommunen müssten Pflichtaufgaben per Landesgesetz  erfüllen, ohne dafür einen entsprechenden finanziellen Ausgleich zu  erhalten. So hätten sich die Sozialausgaben Remscheids in den vergangenen zehn Jahren verfünffacht. Von dem neuen betriebswirtschaftlichen Finanzwesen für die Kommunen versprach sich Müller damals wenig - abgesehen von hohen Software- und Schulungskosten.

Wichtige sportpolitische Vorschläge des Remscheider Sportbundes würden von den Politikern ignoriert, kritisierte der Sportbund Remscheid vor zehn Jahren und forderte ein Stimmrecht im Sportausschuss. Weniger die Finanzmisere, sondern vielmehr Inkompetenz sei der Grund, dass einige Projekte nicht hätten realisiert werden können, sagte Reinhard Ulbrich damals und verwies darauf, dass im Frühjahr 2003 das Vorhaben gescheitert war, das frühere Hallenbad im Stadtteil Lüttringhausen in ein Bürgerzentrum umzubauen.

Im Juli 2003 forderten die Remscheider Grüne den Rücktritt von Stadtkämmerer Jürgen Müller. Begründung: 2002 einen neuen Geschäftsführer für die Wirtschaftsförderung zu verpflichten (Joseph Iglhaut) und diesen mit einem Fünf-Jahres-Vertrag ohne Probezeit auszustatten und dann die Stelle wenige Monate später zu streichen, sei der Gipfel der Planlosigkeit, so die Grünen damals. (Gegen Zahlung einer  Abfindung wurde der Vertrag zwischen Stadt und Iglhaut später aufgelöst.)

Die Stiftung Tannenhof eröffnet im Juli 2003 ihr zweites Wohnheim. Etwa zwanzig, vorwiegend ältere Bewohner mit psychischen Erkrankungen wohnen dort wie in einer Wohngemeinschaft. Jeweils vier Personen teilen sich Küche, Wohn- und Sanitärbereich. Die Gesamtkosten von rund 900.000 Euro wurden aus Eigenmitteln finanziert. Das erste Wohnheim war 1998 zu 90 Prozent vom Landschaftsverband Rheinland gefördert worden.

Dass in Remscheid familienfreundliche Einrichtungen mit einem von Kindern gemalten Emblem ausgezeichnet werden sollen, wurde im Juli 2003 bekannt. Ein Sprecher sagte damals, mit dem Emblem könnten Geschäfte, Betriebe, Restaurants oder Vereine für sich werben. Das Motiv für die Aktion hatte ein achtjähriger Remscheider Junge bei einem Wettbewerb eingereicht.

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