Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Erschließung des Friedhofsgeländes zeichnet sich ab

Im Plan von links nach rechts: Grünzone, Zufahrtsstraße (gelb), die sechs geplanten Neubauten (braun), Hintergelände (dunkelgrün) und die bestehende Bebauung an der Brehmstraße (braun).

Am 17. Februar 2011 hatte der Rat der Stadt den Bebauungsplan 605, Gebiet Albrecht-Thaer-Straße, Luchsweg beschlossen. Die evangelische Kirchengemeinde Lennep plant auf dem nicht mehr benötigten Friedhofsgeländes an der Albrecht-Thaer-Straße den Bau altengerechter Wohnungen. Die Erschließung des Geländes (Kanal- und Straßenbau, Parkplätze, Fußweg) wird sie selbst übernehmen und finanzieren und gründet hierfür mit Zustimmung der Landeskirche eigens die „Service-Wohnen Evangelische Kirchengemeinde Lennep gemeinnützige GmbH“. Der Erschließungsvertrag mit der Stadt könne abgeschlossen werden, sobald die Firmengründung erfolgt sei und die Erschließungspläne den planungsrechtlichen Festsetzungen entsprächen, teilte die Verwaltung gestern im Bauausschuss mit. Unter den genannten Voraussetzungen stimmte der Ausschuss der Übertragung der Erschließungsmaßnahme auf die neue Gesellschaft zu. Der Vertrag sieht vor, dass die Verkehrsflächen später unentgeltlich, lasten- und hypothekenfrei auf die Stadt übertragen werden, ferner die fertige Kanalanlage an die Remscheider Entsorgungsbetriebe. Der endgültige Beschluss, der weder über Baurecht noch über ein Bebauungskonzept entscheidet, ist vom Rat der Stadt Remscheid zu fassen.

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Lothar Kaiser am :

Dem Abschluss des Erschließungsvertrages hat der Rat der Stadt inzwischen zugestimmt. In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 26. September und des Rates am 10. Oktober war die Verwaltung auf Fragen der Kommunalpolitiker nach den Bauherren und den weiteren Anteilseignern an der Service-Wohnen Evangelische Kirchengemeinde gGmbH die Antwort schuldig geblieben. Deshalb war der Punkt bis zur Ratssitzung am 21. November vertagt worden. Da kam dann endlich die gewünschte Antwort: „Alleiniger Gesellschafter der Service-Wohnen Evangelische Kirchengemeinde gGmbH sei die ev. Kirchengemeinde Lennep. Es bestünden keine entsprechenden vertraglichen Vereinbarungen mit eventuellen Investoren, daher können derzeit auch keine festen Investoren genannt werden. Bauanträge seien noch nicht gestellt worden.“ Peinlich, dass es in der Verwaltung einen Monat zuvor niemanden gab, der das hätte beantworten können.

Chronist am :

Das Bauprojekt ist auf einem guten Weg. Die Grundstücke sind verkauft, und demnächst dürfte dann wohl bei der Stadt Remscheid der Bauantrag eingereicht werden, heißt es. Die drei Investorengruppen und die evangelische Kirchengemeinde Lennep sind inzwischen übereingekommen, in der Bezirksvertretung Lennep als Namen für die von der Albrecht-Thaer-Straße abzweigende neue Stichstraße „An der Tuchwiese“ zu beantragen. Begründung: Das stimme mit der Geschichte Lenneps überein. Nach Auskunft von Heimatforscher Klaus R. Schmidt standen in diesem Gebiet früher die Rahmen und Trockengestelle der Lenneper Tuchmacher. Und: Ganz in der Nähe befindet sich das Lenneper Tuchmuseum. Das wäre dann die erste Straße in ganz Deutschland mit diesem Namen. Das hat eine Suche mitttels Navigationsgerät ergeben.

Sven Fröhlich am :

Die ersten Auswirkungen zur Erschließung des Friedhofes kann man seit Freitag betrachten. Die im Bebauungsplan 605 schützenwert genannte Buche ist gefällt worden. Wofür Bebauungspläne, wenn man sich nicht daran hält. Anwohner wurden nicht informiert. Da werden Firmen aus Ennepetal beauftragt, um hier eine Buche zu fällen, die garnicht gefällt werden durfte.Jetzt ist die Buche platt, mal sehen wer den Erlös des Holzes bekommt.Ja ja für einen caritativen Zweck....., und die Stadt sollte hier ein Bußgeld verorden, das bedeutend höher ist als der Erlös des Baumes.

Fraktion der Linken am :

„Es ist ein Skandal allererster Güte!“ So Fritz Beinersdorf, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE. Remscheid, zu den wahrscheinlich illegalen Baumfällungen im Bereich Albrecht- Thaer- Straße, Luchsweg. Dort wurde am vergangenen Freitag eine ca. 80 Jahre alte Buche mit einem Stammumfang von ca. 2 Metern gefällt. Im Bebauungsplan 605 der für dieses Gebiet gültig ist, wird zu diesem Baum unter Punkt 5.5 ausgeführt: „ Der erhaltenswerte Baum im südlichen Planbereich in der privaten Grünfläche wird im Bebauungsplan als Erhalt festgesetzt.“ Unter Umweltbezogene Belange Punkt 6.7 in Maßnahmen zur Vermeidung und Minderung, wird die Buche explizit erwähnt. Hier heiß es: „Vermeidung von baubedingten Schädigungen der Buche im Süd- Osten und weitere Gehölzbestände durch die Errichtung von Schutzzäunen ( Anwendung der DIN 18920 )“ Zur Begründung wird im Bebauungsplan ausgeführt: „Die alte Buche am südöstlichen Rand des Plangebietes stellt ein potenzielles Quartier für Fledermäuse dar. Zur Vermeidung der Zerstörung von Ruhestätten streng geschützter Arten ist dieser Baum zu erhalten und vor baubedingten Schädigungen zu schützen.“ Beinersdorf im weiteren dazu: „ Es ist gleich, wer den Auftrag zum Baumfrevel gegeben hat, ob es die evangelische Kirchengemeinde Lennep oder das Architekturbüro Edelhoff und Reska war, die Verantwortlichen müssen für diesen kriminellen Akt bestraft werden. Es darf nicht sein, dass wiederum durch eine Zahlung eines „Ordnungsgeldes“ aus der Portokasse ein weiterer Baumfrevel in unserer Stadt sanktioniert wird. (Axel Behrend)

Friedhelm Reska, Edelhoff + Reska Dipl. Ing. + Architekten am :

Es ist immer unerfreulich, Bäume dieser Art im Bereich von Baumaßnahmen entfernen zu müssen. In der Vorplanung wurden daher auch mehrere Versuche unternommen, den Baum in jedem Fall erhalten zu können. Der Baum stand in einem Bereich, in dem im Zusammenhang mit der Erschließung des Baugebietes Albrecht-Thaer-Straße künftig ein Kanal und ein Fußweg erstellt wird. Mehrere Termine mit dem Grünflächenamt wurden wahrgenommen, um nach Möglichkeiten zu suchen, diesen Baum zu erhalten. Wie sich bei den Untersuchungen herausstellte, zeigte der Baum im unteren Stammbereich ein Zusammenwachsen von mehr als nur einer Pflanze, die sich im Laufe der Jahre zu einem Baum entwickelt hatte. Innerhalb dieser differenzierten Fugenbereiche zeigten sich Krankheitsansätze, die auf einen Befall im Hauptstamm durch Pilzbildung hinwiesen. Auch ein Vorschlag für eine sogenannte kleine Überbauung im Wurzelbereich bei der geplanten Verlegung der Kanalarbeiten schloss einen Erhalt der Buche mittel- und langfristig aus, so dass hier eine Beseitigung des Baumes empfohlen wurde mit entsprechend anschließender Ersatzpflanzung von mehreren Bäumen. Alle Verantwortlichen haben es sich bei der Überlegung von Alternativen nicht leicht gemacht, um diesen Baum hier evtl. doch erhalten zu können. Leider war dies nicht möglich, und wir weisen mit Nachdruck jede Art von Behauptung zurück, dass das Entfernen des Baumes widerrechtlich durchgeführt wurde. Die Entfernung des Baumes wurde auf Grund einer entsprechenden Ausnahmegenehmigung in Auftrag gegeben. Die Fällung war außerhalb der Brutzeit durchzuführen, so dass diese Maßnahme noch bei entsprechenden Minustemperaturen durchgeführt werden musste. Bezüglich dieser Baumaßnahme nehmen wir gerne jederzeit Stellung.

Klaus Runge am :

Auf Eines kann man sich in Remscheid verlassen: Auf Nichts. Nur eines ist sehr verlässlich: Baurecht geht vor Baumrecht. Das hat noch immer geklappt. PS: Vorsicht, Remscheider mit Fußpilz! Die Kettensäge droht, um die bedrohliche Krankheit zu kurieren.

Hans Gerd Göbert am :

Noch unerfreulicher wäre es jedoch, wenn dieser schützenswerte Baum, der offensichtlich kein Gefahrenbaum war, ohne Zustimmung der Bezirksvertretung Lennep gefällt wurde. Man darf aber sicher davon ausgehen, das Herr Reska baldmöglichst hier die Beschlußvorlage und das Abstimmungsergebnis der BV präsentieren kann. Dann wird alles wieder gut.

Rolf Haumann, Ev. Kirchengemeinde Lennep am :

Der Ev. Kirchengemeinde Lennep lag für die Fällung des Baumes auf ihrem eigenen Grundstück eine Genehmigung des Fachdienstes Umwelt, Naturschutz und Landschaftspflege vom 28. Oktober 2014 vor. Es wurden mehrere Alternativen zur Fällung des Baumes überprüft, aber leider ohne Erfolg. Da die Fällung bis Ende Februar erfolgen musste, wurde eine geeignete Wetterlage abgewartet. Daher erfolgte die Maßnahme am vergangenen Wochenende. Die mit der Genehmigung verbundenen Auflagen werden selbstverständlich eingehalten und erfüllt. Von "Baumfrevel" und einem "kriminellen Akt" zu schreiben, ist völlig deplatziert, unsachlich und nicht hilfreich. Die Anwohner werden in Kürze selbstverständlich über die weiteren Maßnahmen informiert. (Rolf Haumann, Öffentlichkeitsbeauftragter der Ev. Kirchengemeinde Lennep)

Sven Fröhlich am :

Plötzlich ist Buche zusammen gewachsen, plötzlich ist ein Pilzbefall festgestellt worden. Selbstverständlich werden die Anwohner informiert,selbstverständlich werden neue Bäume gepflanzt. Vieleicht stellt man auch plötzlich selbstverständlich fest das mehr Wohnraum benötigt wird. Ist ja auch egal, selbstverständlich wird dann alles geändert.

Klaus Runge am :

Baumzerstörungen und der dadurch beschleunigte Klein- und Großklimawandel missachten „öffentliche Belange“ (der Allgemeinheit). In § 1 (7) des Baugesetzbuches steht: "Bei der Aufstellung der Bauleitpläne sind die öffentlichen und privaten Belange gegeneinander und untereinander gerecht abzuwägen." Wenn sogar das Umweltamt Remscheids in der Bauleitplanung Investoren das Vorrecht gegenüber Bäumen einräumt – nichts Anderes bedeutet das immer wieder zitierte Baurecht geht vor Baumrecht (BM-Bericht vom 12.2.) – dann verstößt die Stadt gegen das gesetzliche Gebot, gegeneinander und untereinander gerecht abzuwägen. Und wenn jetzt reflexartig kommt: "Wir haben uns ja immer den Kopf zerbrochen und lange abgewogen, aber es ging leider nicht anders." Da fehlt eine Aufstellung, wie viele alte Bäume in Remscheid in den letzten fünf Jahren dadurch erfolgreich gerettet und wie viele der Säge zum Opfer fielen. Dazu gehört auch eine Liste der Bauobjekte, denen diese „gerechte“ Abwägung nutzte. Beides stieße sicher auf höchstes öffentliches Interesse.

Bürgerinitiative Lennep e.V. am :

Die Bürgerinitiative Lennep e.V. beanstandet die Vorgehensweise der Verantwortlichen bei der Fällung der ca. 80 Jahre alten, geschützten Buche durch die evangelische Kirchengemeinde Lennep. Es bestand keine Notwendigkeit, diesen Baum mit einem Stammumfang von 280 cm zu fällen, denn dieser Baum war durch den Bebauungsplan Nr. 605 Gebiet Albrecht-Thaer-Straße, Luchsweg ausdrücklich als zu erhalten und als besonders schutzwürdig ausgewiesen. Die Behauptung der Architekten Edelhoff und Reska, die Buche hätte „Fäulniserscheinungen bis in die Mitte des Stammes“, hält einer Prüfung nicht stand. Durch einen von Anwohnern beauftragten Baumsachverständigen wurde festgestellt, dass der Baum keinen Pilzbefall aufweist. Rindeneinschlüsse sind keine Faulstellen, sondern natürlich und haben weder auf die Lebensdauer noch auf die Standsicherheit Einfluss. Wie sich aus der Aktenlage ergibt (Akteneinsicht beim Fachdienst Baumschutz erfolgte am 10.02.2015) begründet die evangelische Kirchengemeinde Lennep den Fällantrag vom 8. Oktober 2014 nicht mit Fäulniserscheinungen, sondern damit, dass „im Bereich des Baumes ein Fußweg und ein Kanal gebaut wird“. Ohne genaue Prüfung der Sachlage und ohne Abwägung der Schutzziele des Bebauungsplans wurde vom Fachdienst lediglich festgestellt, dass der Baum bei Kanalverlegung nicht haltbar und daher zu fällen sei. Aufgrund der Tatsache, dass es sich bei dem besagten Teilstück um einen öffentlichen Abwasserkanal handelt, stand die Stadt Remscheid in der Pflicht, Einfluss zu nehmen. Aufgrund des geringen Höhenunterschiedes zwischen den beiden Anschlusspunkten hätte dieser öffentliche Kanal auch der geplanten Erschließungsstraße folgen und in die Albrecht-Thaer-Straße statt in den Luchsweg münden können. Um den Festsetzungen des Bebauungsplans gerecht zu werden, wäre es Aufgabe des Fachdienstes Grünfläche, Friedhöfe und Baumschutz sowie der Stadt Remscheid als Genehmigungsbehörde gewesen, diesen Sachverhalt genau zu überprüfen und nach Alternativen zu suchen. Vor dem Hintergrund, dass dieser im Bebauungsplan als besonders erhaltenswert ausgewiesene Baum gefällt wurde, sieht die BI Lennep e.V. den Baumschutz und den zugesicherten Bestand der Bäume auf den Grundstücken im Bereich des DOC Geländes und auch anderer Gebiete als besonders gefährdet an und den entsprechenden Entscheidungen mit Sorge entgegen.

Hans Gerd Göbert am :

Ich frage mich nur, wie die Mitglieder der ev. Kirchengemeinde diesen zumindest sehr, sehr fragwürdigen Frevel an der Schöpfung später einmal gegenüber ihrem Herrgott rechtfertigen wollen? Naja, sie werden es schon wissen.

Harald Sellner am :

Das Verhältnis zur natürlichen Umgebung ist in Deutschland kompliziert, da die Wahrnehmung der Natur bedingt durch die deutsche Romantik emotional stark beeinflusst ist. Zu Bäumen hat der Deutsche ein mystisches Verhältnis und es ist daher sehr schwer sachlich darüber zu diskutieren. Ich gestehe, dass mich das Fällen eines alten Baumes auch emotional berührt. Nichtdestotrotz dazu eine Anmerkung: Baum und Haus, das ist immer ein problematisches Verhältnis, da der Baum im Gegensatz zu Haus wächst. Dadurch verändert sich die Beziehung, vom geschätzten Baum zum lästigen oder gefährlichen Gegenüber. Besichtigen kann man die Entwicklung am Lenneper Markt. Irgendwann wurde Platanen gepflanzt. Wie man im Süden sehen kann, müssen Platanen im Bereich der Stadt beschnitten werden. Dieses geschieht dort aber nicht. Ich höre aber schon das Geschrei, wenn diese Platanen gefällt werden müsssen, weil sie an dieser Stelle viel zu groß werden. Diese Entwicklung müsste jeder sehen. Noch ein anderes Beispiel zur einem problematischen Naturverständis. Die Zahl der Hunde in der Stadt, die nicht artgerecht gehalten werden können ist viel zu groß. Das Mass für Hundehaltung muss der Hund und nicht der Mensch sein, da der Mensch vernunftbegabt und rationalen Argumenten zugänglich ist und dadurch der Überlegene ist

Lothar Kaiser am :

Die technischen Begründungen für die Fällung des Baumes, die ich alle in den Printmedien gelesen habe, waren für mich schlüssig. Ich halte es daher mit Harald Sellner.

Klaus Runge am :

Mit Verlaub, es geht nicht um das mystische Verhältnis des deutschen Romantikers im 21. Jahrhundert zu Bäumen. Es geht um O2-Produktion, CO2-Absorption, Staubelimination, Schatten, verringerte Aufheizung, Wasserspeicherung und Verhinderung ungebremster Starkregenabflüsse, Parkklima statt Stadtklima, Kleinklima- und Großklimawandel und nicht zuletzt um die weltweite Zunahme der Versteppung. Und dass es unmöglich gewesen sein soll, nicht schlau um eine Buche herumzuplanen, halte ich für nicht sehr einfallsreich.

Hans Gerd Göbert am :

Lieber Herr Sellner, an Ihrem Beispiel der Platanen am Lenneper Markt kann man erkennen, wieviel Ahnung unsere professionellen Baumschützer von Hege, Pflege und Erhalt der Bäume haben - offenbar wie ein Bär ursrünglich vom Tanzen. Auf der Allee hat man auch erst relativ spät bemerkt, dass es sich um Platanen handelt, die inzwischen auch "gestüppt" wurden. Es gab aber auch noch Fällungen großen Umfangs (z.B. Hasenberg), weil eine Mieterin in einem der Hochhäuser allergischen Schnupfen von den Blüten der Pappeln? bekam. Wenn ich also demnächst allergischen Schnupfen wegen Birkensamen und Laub auf meiner Terrasse vorbringe, muss man wahrscheinlich alle Birken im NSG Bökerhöhe fällen. Und so weiter und so fort. Das hat dann leider alles nichts mehr mit der von Ihnen zu Recht erwähnten Romantik zu tun, sondern nur noch mit purem Egoismus, einer widerwärtigen Zeiterscheinung.

Hans Gerd Göbert am :

In der Natur gibt es bestimmt kaum einen ausgewachsenen Baum, der in seinem Umfeld keine Pilzsporen aufweist. Sollte man deshalb rein vorsorglich gleich alle entfernen lassen? Derart abstruse Begründungen für das dringend notwendige Entfernen offensichtlich gesunder Bäume wird man sicher auch zu hören bekommen, wenn es letztendlich allen Bäumen an Wupper-, Mühlen-, Röntgen,- Brehmstraße oder der Spielberggasse und der Straße Am Stadion an den Kragen gehen dürfte. Natürlich müsste auch dieser Investor dafür Ersatzpflanzungen vornehmen. Aber wo? Im Londoner Hydepark? Und unsere Kinder und Enkel in Lennep werden später nach Luft schnappen, weil man die meisten Sauerstoffproduzenten entfernt hat. Unter anderem auch, um von dem neuen Leucht-Aussichtsturm auf dem Gelände eines privaten Investors freie Sichtbeziehung zur Altstadt zu schaffen. Damit man deren Dächer wenigstens einmal von weitem gesehen hat,, um danach, beglückt durch die Erlebnisse in der Shoppingmall, sofort die Heimreise anzutreten.

Martin Gerhardts am :

Herr Göbert, sogar die komplette Rodung, als man hier noch Holzkohle ohne Ende brauchte, hat nicht dazu geführt, dass wir heute nach Luft schnappen. Und damals hat man hier Buchenflächen dem Erdboden gleich gemacht. Ohne Ersatzpflanzung. Das ist immer ein tolles Argument, weil man selbst nicht miterleben muss, daß es einfach nicht stimmt. Wir leben in Deutschland, und erst Recht hier bei uns in einer der grünsten Flächen der Welt. Wegen jedem Baum so einen Aufriss zu machen, kostet mehr als der Verlust des Baumes selbst. Wo eine mögliche Ersatzpflanzung stattfinden wird, bekommen Sie sicher heraus. Und Sie können ja dann die ordnungsgemäße Anpflanzung genau so überwachen wie das künftige Wachstum.

Hans Gerd Göbert am :

Sagen Sie mal, sehr geehrter Herr Gerhardts; wie darf ich denn diesen Satz verstehen: "Das ist immer ein tolles Argument, weil man selbst nicht miterleben muss, daß es einfach nicht stimmt"? Dass wir heute noch nicht nach Luft schnappen, hängt schlicht und ergreifend damit zusammen, dass in den letzten Jahrzehnten neue stattliche Wälder und Parks, wie der selige Mannesmannpark, gewachsen sind, durch Neuanpflanzungen der jetzigen Generation 50+. Und vom Krupphusten in dieser Zeit, als noch vorrangig mit Kohle und Holz geheizt wurde, haben Sie durch die Gnade der Späten Geburt nicht mehr viel mitbekommen.

Brigitte Kieslich am :

Herr Gerhardts, Ihr Vergleich hinkt ziemlich stark. Als es noch ausgedehnte Buchenflächen gab, die man roden konnte, war auch die Luftbelastung durch Industrie und Verkehr bei weitem noch nicht so stark wie heute. Heute brauchen wir dringend jeden gesunden Baum - selbst die noch vorhandenen Baumbestände sind ja bereits in weiten Bereichen geschädigt. Noch schnappen wir nicht nach Luft - aber wenn wir so weiter machen, wird für die nachfolgenden Generationen die Situation immer schwieriger. Bereits jetzt ist in Europa die durchschnittliche Lebenserwartung aufgrund der Luftverschmutzung erwiesenermaßen um ca. ein Jahr verkürzt (nachgewiesen in diversen großen Studien, nachzulesen unter anderem beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW: Gesundheitliche Wirkungen vonfeinstaub und Stickstoffdioxid im Zusammenhang mit der Luftreinhalteplanung, erschienen Oktober 2010). Natürlich haben Sie in einem Punkt Recht: es geht immer noch schlimmer, und wir brauchen das Ergebnis unserer Umweltsünden wahrscheinlich nicht mehr mitzuerleben.

Martin Gerhardts am :

Sorry, aber es wird immer verworrener. Den Satz, daß die gute Luft die wir hier haben, von den Neupflanzungen kommen, nehme ich mit nach Hause. Herr Göbert, Ihre Aussage deckt sich nicht mit der von Frau Kieslich. Vielleicht sollte man das erst mal ausdiskutieren. Frau Kieslich, was glauben Sie denn, wie die Luft in der Zeit war, als hier Buche zu Holzkohle gemacht wurde? Lebenserwartung: Gerade vor ein paar Tagen geisterte noch die Info durch die Medien, daß die Lebenserwartung in Deutschland wieder gestiegen ist. Irgendwie beißen sich immer und immer wieder Argumente. Was ich geschrieben habe ist: Wir hier sollten uns mal um wichtige Sachen kümmern als im jeden Baum. Gerade bei uns haben wir Grün im Überfluss. Und das nicht wegen dem Mannesmannwald. Herr Göbert, machen Sie mal kurzfristige Prognosen für was auch immer, an denen wir die Qualität Ihrer Aussagen auch noch zu Lebzeiten messen können. Und vor allem, an denen wir erkennen können, wie Sie reagieren, wenn Sie unrecht hatten.

Brigitte Kieslich am :

Hallo, Herr Gerhardts, die Auswirkungen der damaligen Luftverschmutzung waren natürlich auch nicht gerade toll - Erkrankungen der oberen Atemwege aufgrund der Rauchentwicklung und der damit verbundenen Russbelastung gab es auch damals schon. Heute allerdings haben wir noch viel mehr und schlimmere Luftschadstoffe, die noch schwerere Erkrankungen auslösen können (Literatur s.o.). Es ist schön, dass die Lebenserwartung in Deutschland gestiegen ist. Das schließt aber die scheinbar gegenteilige Meldung von EU und WHO nicht aus, sondern bedeutet nur, dass die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland ohne oder mit geringerer Luftverschmutzung noch deutlich höher wäre! Über die Definition, was "Grün im Überfluss" ist, läßt sich lange streiten. Im Übrigen geht es nicht nur um den einzelnen Baum, sondern darum, dass gar nicht erst der Versuch gemacht wird, z.B. über eine Verlagerung des geplanten Kanals bereits im Planungsstadium schützenswerte Bäume zu erhalten, die für das Kleinklima innerorts eine wichtige Funktion haben. Das läßt für die dem Outlet-Center im Weg stehenden Bäume nicht Gutes erwarten.

Martin Gerhardts am :

Es gab auf einem der einschlägigen Nachrichtehkanäle eine Doku, aufgebaut wie eine Inventur Deutschlands. Unterm Strich kommen wir auf Grund unserer Lage verdammt gut weg. Remscheid speziell kann sich nicht beklagen. Egal in welche Richtung ich fahre, ich komme immer in weiter grüne Gegenden. Uns selbst mag das nicht mehr so deutlich auffallen. Aber fragt mal Außenstehende, was denen am meisten auffällt: Die Antwort ist oft - Grün. Wie auch immer. Ich will gar nicht in den Sog der Baumdiskussionen kommen. Es fällt nur unglaublich stark auf, daß man sich an kleinen Notwendigkeiten mit Fremdwörtern und Aktenzeichen hoch zieht als gäbe es kein Morgen. Wirkliche Lösungsvorschläge kommen nicht. Ist für mich ok. Schließlich vertrete ich die Meinung, daß man die Leute machen lassen soll, die dafür da sind. Aber dann soll man sie auch machen lassen. Ihr Satz - - - Das lässt . . . nichts Gutes erwarten - - - heißt ja erst mal, dass etwas vermutet wird. Besser wäre doch die Frage aufzuwerfen, was getan werden muss, um das Ziel zu erreichen.

Brigitte Kieslich am :

Auf welche Fremdwörter und Aktenzeichen in meinen Texten beziehen Sie sich? Ich kann keine entdecken. Noch ist Remscheid wirklich recht grün - in den Außenbezirken. Genau das gefällt mir hier, und genau das möchte ich auch erhalten. Im Übrigen habe ich genau das getan, was Sie fordern, nämlich den Vorschlag gemacht, über einen alternativen Kanalverlauf zumindest nachzudenken! Wenn man als Ziel ansieht, den Baum zu erhalten und den Kanal zu legen, wäre dies doch ein sinnvoller Weg gewesen, oder?! Vielleicht sogar ein Muster für zukünftige Planungen?

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!