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Ersatz für das geplatzte Jazz-Festival muss her

Im Laufe der Regionale 2006 hat sich die Stadt Remscheid wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Da sei „jede Menge schief gelaufen“, hausgemachte Probleme ließen den Versuch, Remscheid mehr Glanz zu verleihen, zur Peinlichkeit geraten, stellte RGA-Chefredakteur Thomas K. Slotwinski in zwei Kommentaren fest. Was also soll in diesem Jahr zum Abschluss der Regionale eigentlich gefeiert werden? Und ist das dann wirklich 200.000 Euro wert? SPD und W.I.R. („Alles gehört auf den Prüfstand!“) meldeten da inzwischen Zweifel an, zumal es die Verwaltung versäumt hatte, die Politik durch frühzeitige Information mit ins Boot zu holen. Letzteres hatte unerwartete Folgen: Ein Jazz-Festival wurde abgesagt. Jetzt wird nach Ersatz gesucht.

Zu den 200.000 Euro für’s Feiern gehören 70.000 für eine Präsentation des (noch immer unsicheren) „Schaufensters der Wirtschaft“ und 60.000 Euro für 16 kleinere Projekte (ein Jugendkulturfestival/10.000 Euro, die Ausstellung „Geheimnis der Mumie“/5.000 Euro, ein Museumsfest/5.000 Euro,, fünfzig Stellwände/10.000 Euro, eine 24-Stunden-Unternehmernacht/5.000 Euro, und ein Promi-Empfang/1.500 Euro). 72.000 Euro waren für das „1. Bergische Jazzfestival“ bestimmt gewesen. Das hatten sich der zur Kulturförderung gegründete Verein „Pro Arte“, Kulturdezernent Christian Henkelmann und Baudezernent Helmut Kennepohl gemeinsam einfallen lassen – eingeschlossen darin ein „Jazz-Dinner“ im Golfclub Dreibäumen als „Event“ für potentielle Geldgeber. Denn schließlich sollte das (New Orleans-)Jazz-Festival „Remscheid sounds good“ langfristig zu einer festen, hochwertigen Größe im Kulturprogramm der Stadt werden, ein „kulturelles wie wirtschaftliches und touristisches Highlight“. Da waren die 72.000 Euro nur als Anschubfinanzierung gedacht gewesen.

Der Kulturausschuss, schnell noch mit einer Beschlussvorlage (eilbedürftig!“) bedacht, sollte das Festival samt Sekt für Promis einen Tag nach der April-Sitzung des Stadtrates auf die Schnelle absegnen, weil der Verein „Pro Arte“ eine Planungszeit von fünf Monaten benötige. Dass er das Mitwirkungsrecht des Kulturausschusses bis dato übersehen habe, bedauerte in der Sitzung Baudezernent Helmut Kennepohl. Daran dürfe das Projekt aber nicht scheitern.

Zwar signalisierte der Kulturausschuss Zustimmung, war aber zu einer „Spontanentscheidung“ (so Sven Wolf von der SPD) nicht bereit, sondern gab das Thema an den Rat der Stadt ab. Der könne ja auf der für den 27. April vorgesehenen Sondersitzung zum Hauptbahnhof-Projekt darüber gleich mit entscheiden.  Der Verein „Pro Arte“, der sich „grünes Licht“ vor den Osterferien gewünscht hätte, gab sich damit zufrieden – und musste einen Tag später, am 6. April, die folgende städtische Pressemitteilung lesen: „Die geplante Sondersitzung des Rates muss verschoben werden.“ Der Grund: Das zuständige Landesministerium hat von der Projektgesellschaft Hauptbahnhof und der Stadt Remscheid noch weitere Unterlagen angefordert und davon seine Finanzierungsentscheidung abhängig gemacht. Zitat aus der Pressemitteilung: „Die Vorlage der Unterlagen und Klärung noch offener Fragen wurden von der Stadt Remscheid innerhalb der nächsten vier Wochen zugesagt“. Das Gespräch fand am 5. April statt, dem Tag der Kulturausschuss-Sitzung.

Bei Verein „Pro Arte“ ließ die Reaktion auf die Verschiebung der Sondersitzung nicht lange auf sich warten Sich noch einmal vier Wochen in Geduld üben bis zu einer Entscheidung des Rates, das war Klaus W. Kühn und den übrigen Mitgliedern des „Pro Arte“-Vorstandes anscheinend zuviel. Sie sahen offenbar nicht mehr genügend Zeit für die Organisation des auf vier Tage angelegten Festivals und sagten es in einem Brief an OB Beate Wilding kurzerhand ab. (Daran sei die „verfehlte Informationspolitik“ von Baudezernent Kennepohl schuld, kritisierte prompt Ursula Czylwik, SPD.)

Der Rat der Stadt kann jetzt nur noch entscheiden, was mit den frei gewordenen 72.000 Euro geschehen soll. Die SPD hat bereits statt des Jazz-Festivals ein „Volksfest“ auf der künftigen „Trasse des Werkzeugs“ vorgeschlagen unter dem Motto „Die Trasse bebt – die Regionale lebt“. Und Kulturdezernent Christian Henkelmann (CDU) hat diese Anregung aufgegriffen.

Insgesamt sind die bergischen Großstädte Remscheid, Solingen und Wuppertal bei der Abschlusspräsentation der Regionale 2006 mit 750.000 Euro dabei, und von Land sollen gar noch 1,65 Millionen kommen. Dazu gehört am 5. Mai ein „Kulturabend“ in der Historischen Stadthalle in Wuppertal, zu der 1400 geladene Gäste erwartet werden, zu je einem Drittel finanziert von der Regionalen, der Kunststiftung NRW und den drei bergischen Sparkassen. Dazu gehört der für den 6. Mai geplante und wegen des lang anhaltenden Frostwetters in diesem Winter auf den 4.Juni (Pfingstsonntag)  verschobene „Brückenzauber“ zur Einweihung des neuen Brückenpark Müngsten,  ein stiller Kulturlandschaftspark unter Deutschlands höchster Eisenbahnbrücke an den Ufern der Wupper (weitere Informationen  unter www.regionale2006.de). (Die Stadtwerke werden – zunächst probeweise -  ihre Linie 658 über den Bahnhof Güldenwerth und die Haltestelle Morsbach zur neuen Wendeschleife auf dem Müngstener Brückenweg fahren lassen – täglich im Stunden-Takt zwischen 10 und 20 Uhr.) 

Und dazu gehört vor allem die „Bergische Expo“ vom 29. August bis 3. September im Zoo-Stadion in Wuppertal-Elberfeld. Henry Beierlorzer, der Chef der Regionale-Agentur, hat für diese große „Zeltstadt“ mittlerweile knapp sechzig Unternehmen gewinnen können und sucht noch weitere „zwanzig bis vierzig“ Aussteller, um „die gebündelte Kompetenz des bergischen Städtedreiecks sichtbar zu machen“.

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Kommentare

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Thomas Brützel am :

Das Scheitern des Jazz-Festivals hat viele Väter (und Mütter). Wenn Politik und Verwaltung nicht immer so reflexartig reagieren würden, je nachdem, wer Verantwortung für einen Vorschlag trägt, und stattdessen sachbezogen eine gute Idee mal unbürokratisch unterstützen würden, gäbe es nicht nur 2006, sondern auch 2008 und 2010 ein Jazz-Festival. W.i.R. haben dazu auf unserer Homepage einen Kommentar (www.wir-remscheid.de)

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