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Land fördert naturnahes Lobachtal mit 864.900 Euro

Kremenholler Bach: Aus Betonröhre zurück in die Natur“, titelte der Waterbölles am 1. Juni 2011, nachdem ein natürliches Überschwemmungsgebiet anstelle des veralteten Regenrückhaltebeckens beschlossene Sache war. Das nächste Umweltprojekt in diesem Gebiet ist nun die Offenlegung und Renaturierung des Lobaches. Hier will die Stadt im kommenden Jahr 604.800 Euro bereitstellen, im darauffolgenden 223.800. Insgesamt wird bis 2020 mit Baukosten in Höhe von 961.000 Euro gerechnet, von denen allerdings den größten Teil (864.900 Euro) das Land NRW übernehmen wird. Ein  entsprechender Beschluss steht am 7. November auf der Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses. Die Zeit drängt, denn das Land hat nur noch für dieses Jahr eine Förderung von 90 Prozent statt der sonst üblichen 80 Prozent in Aussicht gestellt.

Bis in die jüngste Vergangenheit diente der Lobach als Vorflut für die Siedlungsentwässerung. Bis zum Jahr 1962 wurde im Oberlauf  des Baches auf städtischem Grund eine Kläranlage mit Schlammteichen betrieben. Auf einer Länge von 515 Metern fließ der Bach auch heute noch in einem unterirdischen Rohr. Nach Aufgabe der Kläranlage sei der verrohrte Bereich großflächig verfüllt und aufgeforstet worden, heißt in der Beschlussvorlage der Verwaltung für den Haupt- und Finanzausschuss. „ Der vorhandene Klärschlamm und die unterirdischen Teile der Kläranlage verblieben vor Ort.“

Eine Untersuchung mit einer Kanalkamera hat ergeben, dass das Rohr stark beschädigt ist. Und Altlastuntersuchungen haben gezeigt, dass die Klärschlämme erhebliche Schadstoffgehalte (Schwermetalle, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Mineralölkohlenwasserstoffe) aufweisen, „die aber nicht mehr auswaschbar, sondern an den Partikeln gebunden sind.“ Da der Lobach in diesem Bereich im Übrigen nur zwei gewässerverträgliche Einleitungen aufweise, sei zum besseren Gewässer- und Naturschutz eine naturnahe Gestaltung des Bachtales anstelle der bisherigen Rohrleitung auf einer Gesamtlänge von 800 Metern möglich.

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Kommentare

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Chronist am :

In den Bezirksvertretungen Alt-Remscheid und Süd erläuterte in dieser Woche Dagmar Jaspers vom Umweltamt kompetent und anschaulich die Renaturierungspläne zum Lobach. Die Stadt erhofft sich von der Maßnahme, die zu 90 Prozent vom Land im Rahmen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie finanziert wird, einen ökologisch guten Zustand des Baches. Zu Kritik an den hohen Kosten meinte Jaspers, die mehr als 100 Jahre alte Verrohrung des Baches werde wohl nicht mehr lange halten; das habe eine Kamerabefahrung des Kanals ergeben. Und dann wären die Kosten für die nicht nur weit höher, sondern müssten auch in voller Höhe von der Stadt getragen werden.

Wilhelm Wunderlich am :

Wäre schön, wenn ein findiger Mitarbeiter der Stadt Remscheid auch eine Quelle zur Renaturisierung des Stadtparkteichs in den europäischen Wasserrichtlinien finden würde!

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