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Der Ausbildungsmarkt in Remscheid auf Vorjahresniveau

Martin Klebe. Foto: Lothar KaiserPressemitteilung der Agentur für Arbeit

„Trotz des doppelten Abiturjahrgangs haben sich im Vergleich zum Vorjahr etwas weniger Bewerberinnen und Bewerber bei der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal ausbildungssuchend gemeldet. Während die Zahl der gemeldeten Abiturienten in Remscheid erwartungsgemäß angestiegen ist, sank die Zahl der Bewerber mit Realschulabschluss deutlich“, so Martin Klebe, Chef der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal. „Es ist zu vermuten, dass sich mehr Jugendliche mit Haupt- oder Realschulabschluss schon recht früh gegen eine Ausbildung und für den weiteren Schulbesuch entschieden und sich deshalb nicht bei der Agentur für Arbeit gemeldet haben“, erklärt Martin Klebe. „Erfreulich ist, dass die Ausbildungsbereitschaft der Remscheider Unter- nehmen in diesem Jahr wieder leicht gestiegen ist und sich so die Lücke zwischen Ausbildungsangebot und Nachfrage etwas verringert hat.“ Allerdings konnten, dem etwas größeren Angebot für die Bewerber zum Trotz, nicht alle Jugendlichen versorgt werden. Ende September waren noch 55 Bewerberinnen und Bewerber auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Auf der anderen Seite konnten 40 Ausbildungsplätze in Remscheid bis Ende September nicht besetzt werden. „Nicht immer stimmen die schulischen Leistungen der Jugendlichen mit den Anforderungen der Unternehmen überein. Die Arbeitgeber sollten aber auf jeden Fall auch den auf den ersten Blick schwächeren Jugendlichen eine Chance geben“, appelliert Martin Klebe. „Eine Ausbildungsstelle unbesetzt zu lassen ist mit Blick auf den künftigen Fachkräftebedarf sicher die schlechteste Lösung.“

Remscheider Unternehmen meldeten von Oktober 2012 bis Ende September 2013 insgesamt 714 Ausbildungsstellen beim Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal. Das waren 47 (+7 Prozent) betriebliche Ausbildungsstellen mehr als im Ausbildungsjahr 2011/2012 und 64 mehr als im Jahr davor. In den Bereichen Gesundheit und Erziehung, Hochbau, Büro und Sekretariat sowie Metallbearbeitung wurden mehr Stellen gemeldet. Im Verkauf, dem Bereich Verkehr und Logistik und der Fahrzeugtechnik standen im Ausbildungsjahr 2012/2013 weniger Stellen zur Verfügung als im vergangenen Jahr. Im letzten Berichtsjahr wurden 74 (+23) außerbetriebliche Ausbildungsplätze angeboten. Dem standen 1.005 Bewerber aus Remscheid gegenüber, 54 weniger als im Vor- jahreszeitraum. Die Zahl der ausbildungssuchend gemeldeten Abiturienten ist mit insgesamt 144 im Vergleich zum Vorjahr (+26) leicht gestiegen, während die Zahl der gemeldeten Bewerber mit Realschulabschluss von 437 im Jahr 2012 auf aktuell 374 deutlich zurückgegangen ist. Die Zahl gemeldeten Jugendlichen mit Hauptschulabschluss blieb mit 220 (+4) relativ konstant. Auffällig ist zudem der rückläufige Bewerberzugang aus berufsbildenden Schulen.

„Weiter die Schule besuchen und einen höheren Abschluss erwerben oder doch lieber eine Ausbildung beginnen? – Diese Frage stellt sich für viele Jugendliche und Eltern. Um die richtige Entscheidung treffen zu können, sollten alle Möglichkeiten ausgelotet werden. Unverzichtbar sind hierfür gute und umfassende Informationen. Daher kann ich allen Jugendlichen und Eltern nur raten, das Angebot der Berufsberatung zu nutzen“, so Martin Klebe. „Häufig ist der Weg zum Wunschberuf über die weiterführende Schule gar nicht erforderlich und stellt sich später sogar als Umweg heraus.“

Rein rechnerisch standen 100 Bewerbern 71 Ausbildungsplätze gegenüber, im letzten Jahr waren es 63 Stellen pro 100 Bewerber, im Jahr 2010/2011 noch 67. 40 Stellen waren am Ende des Beratungsjahres noch unbesetzt, das sind 6 weniger als im September 2012 aber eine unbesetzte Stelle mehr als zum Ende des Berichtsjahres 2010/2011. Dazu Martin Klebe: „Die Arbeitgeber mit freien Stellen für 2013 hoffen weiterhin auf Bewerbungen und einen geeigneten Bewerber. Unser Arbeitgeberservice hilft auch jetzt noch, geeignete Bewerber zu finden, um keine Stelle frei zu lassen. Die Möglichkeiten stehen auch gut, da Ende September noch 55 Jugendliche gemeldet waren, die eine Ausbildungsstelle noch suchten.“

Ende September 2012 waren noch 31 Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz, im Jahr davor waren es zum Zeitpunkt der Jahresbilanz 30 Unvermittelte. „Es bleibt festzuhalten, dass der doppelte Abiturjahrgang nicht zu dem teilweise befürchteten Verdrängungswettbewerb geführt hat, denn viele Abiturienten streben nach wie vor die Aufnahme eines Studiums an und überbrücken eventuelle Wartezeiten durch Auslandsaufenthalte, Freiwilligendienste oder Aushilfsjobs“ erklärt Martin Klebe.

Nach wie vor konzentriert sich mehr als ein Drittel (46,6 Prozent) aller Bewerbe- rinnen und Bewerber aus Remscheid bei der Auswahl des Wunschberufes auf die zehn beliebtesten Ausbildungsberufe, wobei es teils deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt. Bei den Bewerberinnen streben sogar fast 60 Prozent einen Ausbildungsberuf aus der Top 10 Liste an, bei den Bewerbern sind es knapp 48 Prozent. Auf Platz 1 der beliebtesten Ausbildungsberufe junger Frau- en steht erneut die Verkäuferin, gefolgt von den Ausbildungen zur Medizinischen Fachangestellten oder Kauffrau im Einzelhandel. Junge Männer favorisieren die Ausbildung zum Teilezurichter, gefolgt von den Ausbildungen zum Zerspanungsmechaniker und Industriekaufmann. Die Wünsche der Ausbildungsbewerber verändern sich seit Jahren wenig, lediglich die Rangfolgen variieren.

„Bei über 350 in Deutschland anerkannten Ausbildungsberufen ist es gar nicht leicht, die richtige Wahl zu treffen. Jugendliche entscheiden sich häufig für Berufe, die sie aus der Familie oder dem nähren Umfeld kennen“, weiß Martin Klebe. „Viele spannende und zukunftssichere Berufe sind weniger bekannt. Unserer Berufsberaterinnen und Berufsberater bringen hier Licht in Dunkel und helfen auch dann, wenn es mit dem Wunschberuf nicht geklappt hat. Manch einer, das zeigt die Erfahrung, entdeckt den Traumberuf erst auf den zweiten Blick.“ Jugendlichen, die jetzt noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz für 2013 sind, rät Martin Klebe dringend, Alternativen in Erwägung zu ziehen und sich beraten zu lassen.

Derzeit gibt es noch mehrere offene Ausbildungsstellen im Angebot der Agentur für Arbeit. In Remscheid werden aktuell u.a. noch gesucht: Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Hörgeräteakustiker/in, Anlagenmechaniker - Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik und Zahnmedizinische Fachangestellte. Betriebe, die jetzt noch einen Azubi suchen, sollten ihre freie Ausbildungsstelle sofort der Agentur für Arbeit melden, um im Endspurt noch einen geeigneten Auszubildenden oder eine geeignete Auszubildende zu finden. Arbeitgeber erreichen die Ausbildungsvermittlung unter der Rufnummer ihres bekannten Ansprechpartners im Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit oder unter der gebührenfreien Hotline 0800 4 5555 20.

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