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Potemkin: Kunst statt gähnender Schaufenster-Leere

Als die russische Kaiserin Katharina II. im Jahre 1787 die Halbinsel Krim besuchte, soll ihr Fürst Grigori Alexandrowitsch Potemkin ein funktionierendes Gemeinwesen vorzutäuschen  haben, indem er Fassaden ganzer Dörfern errichten ließ. Die Historiker sind sich nicht sicher, ob das wirklich stimmt. Aber seitdem ist immer wieder von „Potemkinschen Dörfern“ die Rede. Und wenn die Zahl der Geschäftsschließungen in der Remscheider Alleestraße weiter zunimmt, gibt es bald das erste im Bergischen Land.

Die erste „Dorf-Fassade“ wird in diesen Tagen errichtet: Im früheren Textilhaus Vogel werden die Schaufenster zu einer Galerie für Remscheider Künstler. Das bringt zwar keine müde Steuer-Mark mehr in den Stadtsäckel, täuscht aber künftig auf den ersten Blick darüber hinweg, dass der Eigentümer des Gebäudes, die Allianz Immobilien GmbH aus Düsseldorf, nach wie vor keinen neuen Mieter für das 900 Quadratmeter große Ladenlokal gefunden hat (seit wann steht „Vogel“ eigentlich leer?).

Das Allianz-Unternehmen hat zu der „Kunst-Aktion“ des Remscheider Stadtmarketing zwar Ja gesagt, scheint sich finanziell daran aber nicht beteiligen zu wollen. Hilfe kam von zwei Remscheider Unternehmen: Die Reinigung der sechzig Meter langen Fensterfront hat  die Firma Schulten unentgeltlich übernommen, und Raumausstatter Nils Grunau hat dem Stadtmarketing zur optischen Abtrennung des Schaufenster- vom dahinter liegenden Verkaufsbereich die dafür notwendigen 180 Quadratmeter Stoff gestiftet.

Die Remscheider Künstler wird`s freuen. Eine Alternative zu einem attraktiven Ladenangebot in der Innenstadt, das Käufer (auch von außerhalb) anzieht, ist es gewiss nicht. „Leerstandsmanagement“ ist gefragt. Unter http://www.standort-innenstadt.de findet sich eine gleichnamigen Internetseite, die auf eine Initative des Landes NRW und größerer Handelsfirmen zurückgeht. Dort heißt es:“ Nach Jahrzehnten des Wachstums ... werden seit einigen Jahren zum ersten Mal Sättigungstendenzen spürbar. Verantwortlich hierfür sind vor allem die schleppende Konjunktur, die mit dazu beiträgt, dass sich die Kunden sehr preisbewusst verhalten, die in vielen Regionen stagnierende bzw. zurückgehende Bevölkerungszahl und nicht zuletzt das immense Flächenwachstum im Einzelhandelssektor. Hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung dieser Aspekte kann keine “grundsätzliche Entwarnung” gegeben werden“. Die Zahl der Leerständen werde sich noch vergrößern, wenn nicht gegengesteuert, sondern weiter an der Flächenschraube gedreht werde. Das dürfte Wasser auf die Mühlen von Georg-Eike Dalchow sein, dem Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes. Er hatte der Stadt vorgeworfen, "ihr historisches Zentrum vernachlässigt" zu haben. Heftige Kritik hatte er auch an den Plänen für ein neues Einkaufszentrum am Hauptbahnhof: "Welcher Investor interessiert sich für die untere Allee, wenn ihm am Hauptbahnhof mit öffentlichen Geldern der rote Teppich ausgerollt wird?"

„Parallel zu einer tragfähigen Entwicklung von Zentren und einer intensiveren Auseinandersetzung mit der räumlichen Integration neuer Einrichtungen ist für ausgewählte Zentren ein aktives Bestandsmanagement zu entwickeln“, heißt es unter http://www.standort-innenstadt.de. Mit dem Instrument des “Ladenmanagements” sollten folgende Bausteine verbunden sein: Standortprofil und -konzept entwickeln, Optimale Kenntnisse über das Ladenangebot (Informationssysteme), Optimale Kenntnisse über die Nachfrageseite, Kontakt zwischen Angebot und Nachfrage.

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