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Verschwinden von "Rübezahl" ärgert die Politiker

Was unterscheidet einen Park von der Rasenfläche eines Fußballstadions? In einem Park, in dem auch das Auge spazieren geht, dürfen ruhig hier und da auch mal Felsen zu sehen sein. Englische Landschaftsgärtner haben das im Blut. Im Grünflächenamt der Stadt Remscheid hatte sich das aber offenbar noch nicht herumgesprochen, als dort im vergangenen Jahr die Entscheidung gefällt wurde, den großen ("Rübezahl"-)Felsen am Stadtparkteich zu zerkleinern und abzutransportieren, um auf der angrenzenden Rasenfläche besser mit dem Mäher hantieren zu können. Als Ignoranz bezeichnete das in der gestrigen Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid, Phillip Wallutat (FDP). Das habe ihn zugleich irritiert und geärgert. Zumal nicht nur dieser Felsen entfernt worden sei, sondern auch andere Felsen in anderen Bereichen des Stadtparks. Teilweise hätten sie sogar gesprengt werden müssen. Markus Kötter (CDU) stimmte zu: „Es geht nicht, dass markante Landmarken von heute auf morgen verschwinden, ohne dass die Politik von dieser Maßnahme vorab in Kenntnis gesetzt wird!“ Kötter erinnerte im Übrigen an eine frühere (unerfüllte) Forderung seiner Fraktion nach einem Pflegeplan für den Stadtpark, und Wallutat kritisierte die fehlende Öffentlichkeitsarbeit der Verwaltung.

Dass der Park „einen erheblichen Teil der Naherholung für Jung und Alt“ sicherstelle, hatte zuvor Bezirksbürgermeister Otto Mähler betont. Den sagenumwobenen Felsen mir nichts dir nichts zu entfernen, nannte er „eine Katastrophe“. - „Alle Mitglieder der Bezirksvertretung zählen zu den Freunden des Stadtparks“, sagte Mähler an die Adresse von „Niko Nikolaiken, Fischkönig aus dem Stadtparkteich Remscheids“, der sich zum Jahreswechsel bei dem Medien gemeldet hatte mit der Nachricht, es gehe ihm nach seiner Entführung aus dem Stadtparkteich gut. Mähler: „Wir werden alles tun, um den Teich zu erhalten!“ Rosemarie Stippekohl (CDU) ergänzte, der Teich gehöre schließlich zum Stadtpark dazu; das gesamte Gelände sei der Stadt in früheren Zeiten gestiftet worden. Schon allein aus dieser Tatsache ergebe sich eine Verpflichtung. Mähler grundsätzlich: „Ich erwarte, dass der BV künftig jede geplante Veränderung des Stadtparks künftig rechtzeitig vorher angezeigt wird!“ Das müsse notfalls zwischen Stadt und Technischen Betrieben vertraglich geregelt werden, gab Markus Kötter zu bedenken.

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Kommentare

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Chronist am :

Die roten Punkte an vielen Bäumen im Remscheider Stadtpark künden nicht davon, wie Spaziergänger bereits befürchteten, dass die Bäume komplett abgeholzt werden sollen. Es soll lediglich Totholz entfernt werden, dann auf die Wege fallen könnte. Das wurde gestern in der BV Alt-Remscheid bekannt.

Günter Hessenbruch am :

Ich sehe die Entfernung des Steines (Rübezahl", als eine gedankenlose Aktion an. Eine andere Erklärung finde ich nicht! Hoffe aber, dass es in Zukunft bessere Absprachen und auch detaillierte Arbeitsaufgaben gibt. (via Facebook)

Fritz Beinersdorf am :

Wenn man korrekt sein will, dann gab es im Stadtpark nie einen "Rübezahlfelsen" Otto Schell, einer der berühmtesten bergischen Heimatforscher schreibt in seinem 1897 erschienen "Bergische Sagen" unter 213. Die Schwedensteine bei Remscheid: "Im Stadtpark von Remscheid liegt eine Anzahl großer Felsblöcke umher, "Holscheidsberger Knubben" oder Schwedensteine genannt. Ironisch bemerkt der Volksmund von diesen Steinen, die Schweden hätten sie liegen lassen. Auch verlegt die Sage eine Riesenstadt oder eine Opferstätte der alten Deutschen an diesen Platz." Diese Informationen entnahm Schell dem "Führer und Heimatkunde des Stadtkreises Remscheid, S 21." Man könnte also sagen, dass mit dem "Rübezahlfelsen" quasi eine neue Sage entstanden ist.

Hildebrand Pallentien am :

Hallo, Herr Beinersdorf! Erst einmal möchte ich Sie fragen, ob Ihre rein persönlichen Wurzeln in Remscheid verankert sind? Ich tue das nicht, weil ich eine Auswärtigenschelte im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar vom Zaume brechen möchte, sondern um zu ergründen, in welchem Verhältnis Ihre Identifikation mit meiner Heimatstadt Remscheid (und auch vielleicht der ihren?) steht. Einige Bürger einer Stadt, zumal sie auch in dieser geboren wurden, entwickeln mit der Zeit ein Verbundenheitsgefühl mit gewissen markanten Merkmalen (seien es Bäume, Rotbuche Heidhof oder "Rübezahlfelsen" oder auch der Stadtparkteich in Remscheid). Eine Stadtadministration muß in der Lage sein, diese Befindlichkeiten ausloten zu können. Technokratie und Verwaltung mögen zu den Hauptaufgaben derselben zählen, jedoch gehört zu einer bürgernahen Stadtregierung eine genügend große Portion Fingerspitzengefühl dazu, damit die Legislative der Exekutiven vermitteln kann, was zu tun ist, und was eben auch zu unterlassen ist! Die Bezeichnung "Rübezahlfelsen" habe ich von meinem Vater vermittelt bekommen, also muß der Begriff hinsichtlich des zerstörten Felsens auch schon vor einem Jahrhundert bekannt gewesen sein, zumal es meinem Vater auch vermittelt wurde. Eine weitere Erörterung der Angelegenheit würde den Bereich eines Kommentars sicherlich sprengen, obwohl aus meiner Sicht zu diesem Vorgang noch einiges zu sagen wäre.

Fritz Beinersdorf am :

Sehr geehrter Herr Pallentien, eine „Stadtregierung“ besteht aus der Verwaltung und den demokratisch gewählten Vertretern der politischen Parteien und Wählervereinigungen, und ich bin mit Ihnen einer Meinung, dass man von dieser „Stadtregierung“ Fingerspitzengefühl bei allen relevanten Entscheidungen erwarten kann. Die Sprengung des von Ihnen liebevoll „Rübezahlfelsen“ genannten Naturdenkmals war nach meiner Meinung illegal und zeugt von mangelndem Fingerspitzengefühl und Bürgerferne eines Teils der Verwaltung. Die Politik ist nicht gefragt oder informiert worden. Seit 64 Jahren kannte ich die Blutbuche am Heidhof, fast täglich habe ich diesen Baum in meiner Kindheit und als Jugendlicher betrachtet. Dieser Baum hat mein „Bild“ vom Heidhof nachhaltig geprägt. Als dieses schöne Stück Natur der Kettensäge zum Opfer fallen musste, hat auf meine Veranlassung hin DIE LINKE. Fraktion im Rat der Stadt den Prüfauftrag an die Verwaltung für ein „Baumschutzkataster“ gestellt. Sie können hier im Waterbölles und im Ratsinformationssystem nachlesen, mit wie viel Energie dieser Antrag, der übrigens von vielen heimatverbundenen Bürgern positiv beschieden wird, nun auseinandergepflückt wird. Ganz besonders tun sich dabei leider die Vertreter der Grünen hervor. „Baurecht bricht Baumrecht“- mit dieser Rechtfertigung werden in Remscheid handfeste ökonomische Interessen auch von Lokalpolitikern durchgesetzt. Ich erinnere hier an die Baumfällaktionen an der Königstraße zugunsten eines Bauvorhabens des FDP- Fraktionsvorsitzenden im Frühjahr 2010. Nun noch einmal zum „Rübezahlfelsen“: Mein Onkel Karl hat mir dieses Naturdenkmal immer als „Uhrenstein“ nahe gebracht. Immer um Mitternacht bei Vollmond soll er sich einmal gedreht haben. Ich bin der Meinung, dass es unerheblich ist, ob dieses Naturdenkmal nun „Rübezahlfelsen“, „Uhrenstein“, „Schwedenstein“ oder wie auch immer benannt wurde, die Zerstörung dieses Naturdenkmals war, ist und bleibt eine riesengroße Sauerei. Weil es Sie offensichtlich interessiert: Ja, ich bin 1944 in Remscheid geboren. Hier ist meine Heimat.

Erika Böckmann am :

Alles, was Fritz hier geschrieben hat, kann ich nur unterstreichen!!! Wir sind 1950 in die Siedlung Im Haddenbruch, (damals entstanden aus: Remscheid hilft sich selbst) gezogen und dort aufgewachsen. Auch ich trauere um die Buche am Heidhof und den Felsen, wie immer er genannt wird. Leider fehlt mir die Zivilcourage, um alles zu kommentieren, was mir nicht mehr gefällt. Trotz allem lebe ich gerne in Remscheid, weil ja nicht alles nur schlecht ist.

Klaus R. Schmidt am :

Lieber Fritz Beinersdorf, ich bin Ihnen außerordentlich dankbar für Ihren Kommentar und kann jeden Satz nur unterstreichen. Dass sich Grünen-Politiker zu "grünen" Themen seit Begründung der sog. Gestaltungsmehrheit nicht mehr äußern, ist mittlerweile schon verdächtig. Auch zum Presseclub in der Denkerschmette verirrt sich selten noch ein "Grüner". Die Remscheider Steine (Holscheidsberger Knubben) wurden im Buch von Otto Schell - übrigens lesenswerter Nachdruck von 1978 mit Vorwort von Hans H. Krielke - noch weiter beschrieben als nicht nur drehende, sondern auch blutende Steine. Unter großzügiger Auslegung dieser Bergischen Sage müssten die städtischen Verantwortlichen ob dieses Frevels im Stadtpark an stark blutenden Wunden erkennbar sein. Schon irgendwo aufgefallen?

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