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Ende des Dornröschenschlafs für Brachflächen?

Entlang der früheren Bahntrasse zwischen Hauptbahnhof und Ortsteil Hasten, der künftigen „Trasse des Werkzeugs“ für Spaziergänger, Radler und Skater, warten  Industriebrachen darauf, wieder sinnvoll genutzt zu werden. Teilweise bereits seit Jahren. Einen Silberstreif am Horizont verspricht nun ein vom Land NRW ins Leben gerufenes „Modellprojekt der nachhaltigen Gewerbeflächenentwicklung“, auch wenn es, wie Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein in dieser Woche eingestand, auf Remscheid bezogen „in den Kinderschuhen steckt“, weil noch in der Planungsphase. Derweil wird im Rathaus aber auch weiter über das Gewerbegebiet „Blume“ nachgedacht.

„In NRW schrumpfen die Städte durch die immer noch andauernde Abwanderung in die ländlichen Bereiche. Gleichzeitig haben Handel und Dienstleister ihre Flächeninanspruchnahme in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Bei Fortdauer des derzeitigen Flächenverbrauchs wäre die Fläche des früheren Bundesgebietes der BRD in 81Jahren weitestgehend zugebaut“, heißt es in einer Broschüre des Landes, die sich im Internet herunterladen lässt. Unter anderem geht das Modellprojekt, an dem sich Remscheid beteiligt, der Frage nach, wie der Flächenverbrauch für Gewerbegebiete eingedämmt werden kann.

Konkret: Auf den Brachflächen an der „Trasse des Werkzeugs“ kann sich Stadtplaner Sonnenschein eine Mischung aus Gewerbebetrieben und Wohnhäusern vorstellen. Dafür spreche die vorhandene Infrastruktur (Kindergärten, Schulen, Bushaltestellen) und die nahe Bundesstraße 229. Der RGA zitierte ihn mit den Worten „Das macht den Unterschied zu den Gewerbegebieten auf der grünen Wiese aus. Sie liegen oftmals fernab vom Schuss, ohne Busanbindung oder nahe gelegenen Wohnraum“.

Ließ sich da eine Abkehr der Remscheider Stadtplanung vom geplanten Gewerbegebiet „Blume“ ablesen? Mitnichten. Ein Gutachten (wann damit zu rechnen sein wird, ist nicht bekannt) soll Auskunft darüber bringen, ob sich eine Gewerbeansiedlung auf den Brachen rechnet. Und das im Vergleich zu den bei der „Blume“ zu erwartenden Kosten. Einen kleinen Hoffnungsschimmer ließ Sonnenschein den „Blume“-Gegnern in dem RGA-Interview aber doch: „Vielleicht können wir anhand der Kosten-Nutzen-Abwägung beweisen, dass alternative zentralere Industrie-Standorte den bisher üblichen überlegen sind.“

Ob das Sonnenscheins Chef, Baudezernent Helmut Kennepohl, recht gewesen ist? Es mutet schon seltsam an, dass er nur einen Tag später der Öffentlichkeit einen potenziellen Interessenten für das Gewerbegebiet „Blume“ präsentiert, freilich, ohne ihn beim Namen zu nennen. Nein, kein auswärtiges Unternehmen, das die Zahl der Arbeitsplätze (und die Steuereinnahmen der Stadt) erhöhen würde, sondern einen heimischen Automobilzulieferer mit 300 Mitarbeitern.

Nach Angaben der bergischen Industrie- und Handelskammer hatte Remscheid im Jahre 2004 genau 156 Industriebetriebe mit insgesamt 15.882 Beschäftigten. Davon hatten 16 Betriebe mehr als 250 Mitarbeiter. Einer davon will sich nun nach Angaben Kennepohls an der „Blume“ auf 35.000 Quadratmetern vergrößern und erneuern. Und das möglichst noch in diesem Jahr. Sonst werde man sich nach einem Standort außerhalb Remscheids umsehen. Das von Sonnenschein angekündigte Gutachten scheint für Kennepohl folglich bei der „Blume“ keine Rolle zu spielen. Weil es um den Erhalt von Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen geht.

Übrigens: Was aus dem derzeitigen Standort des Automobilzulieferers bei einem Umzug zur „Blume“ werden soll, hat Kennepohl bisher nicht gesagt. Vielleicht eine neue Industriebrache – passend zum  Modellprojekt der nachhaltigen Gewerbeflächenentwicklung“?

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waterboelles.de am : Künftig Schwertransporte an der "Blume"?

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Mitte dieses Monats präsentierte Baudezernent Helmut Kennepohl der Öffentlichkeit einen heimischen Automobilzulieferer mit 300 Mitarbeitern als Interessenten für das geplanten Gewerbegebiet „Blume“. Einen Tag, nachdem Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein di

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