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Equal Pay Day: Lohnlücke von 23 auf 22 Prozent gesunken

Pressemitteilung des Fachdienst „Gleichstellung von Frau und Mann“ der Stadt Remscheid

Am heutigen 21. März ist in Deutschland Equal Pay Day. Dann haben Frauen genauso viel Geld verdient wie Männer bereits am 31. Dezember des Vorjahres. Nach aktuellen Berechnungen des Statistischen Bundesamts bleibt die Lohnkluft zwischen Frauen und Männern bundesweit mit durchschnittlich 22 Prozent konstant – in NRW ist sie um einen Prozentpunkt von 23 Prozent auf 22 Prozent gesunken. Nach den neuen Berechnungen schlägt die Lohnlücke besonders bei Vollzeitbeschäftigungen zu Buche. Teilzeitbeschäftigungen und Minijobs gelten aufgrund von strukturellen Benachteiligungen wie z.B. mangelnden Aufstiegschancen dennoch als Mitverursacher der Lohnlücke. Sie bilden in diesem Jahr daher die Schwerpunktthemen des Equal Pay Day. Anlässlich des Internationalen Tags für Entgeltgleichheit machen der Arbeitskreis „Spezielle Angebote für Frauen in Remscheid“ (SAFiR) und die städtische Gleichstellungsbeauftragte auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam. Wirtschaft und Politik werden aufgefordert, endlich Chancen- und Entgeltgleichheit für Frauen am Arbeitsmarkt zu schaffen – und Fehlentwicklungen wie Minijobregelungen zu stoppen. Minijobs sind Frauensache: Mehr als zwei Drittel der geringfügig Beschäftigten sind weiblich. Frauen unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit familienbedingt öfter als Männer und kehren anschließend häufig in Minijobs oder Teilzeit in die Berufswelt zurück. Minijobs gelten als Motor des Niedriglohnsektors. Drei Viertel der Beschäftigten in diesem Segment verdienen weniger als 8,50 Euro pro Stunde und können keine existenzsichernde Rente aufbauen. Minijobs verfügen zudem über einen „Klebeeffekt“: Wer einmal im Minijob arbeitet, bleibt haften. Die Aufstiegschancen sind sehr gering. Mütter, die ihre Berufsrückkehr mit einem Minijob starten, erhalten danach mehrheitlich keine sozialversicherten Arbeitsplätze mehr. Minijobs sind eine berufliche Sackgasse. Kein anderes Arbeitsmodell unterstreicht die ungleichen Chancen von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt so deutlich. Die Zahlen sind bedenklich: Von den in Deutschland berufstätigen Frauen arbeiten 19,3 Prozent ausschließlich als Minijobberinnen. In NRW sind knapp ein Viertel (23,6 Prozent) der berufstätigen Frauen ausschließlich in Minijobs tätig. In Remscheid betrifft dies 5.118 Frauen!

Interessant ist ein Blick auf die Ost-West-Differenz: So liegt der Anteil der ausschließlich geringfügig beschäftigten Frauen im früheren Bundesgebiet bei 21,1 Prozent, in den neuen Bundesländern beträgt er 11,8 Prozent. Christel Steylaers, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Remscheid, appelliert daher an die Politik und die Unternehmen, Minijobregelungen zu überdenken. „Zumindest müssen gesetzliche Rahmenbedingungen von Minijobs eingehalten werden“ so Christel Steylaers, denn arbeitsrechtliche Ansprüche wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder gesetzlicher Mindesturlaub werden von zahlreichen Arbeitgebern nicht gewährt. Deshalb gibt es in Remscheid bereits seit 1990 eine Aufklärungsschrift über Minijobs. Damalige Mitautorin war Oberbürgermeisterin Beate Wilding. Die immer wieder angepasste Broschüre wurde in diesem Jahr erstmalig mit Hilfe von Landesmitteln NRW-weit gedruckt und ist selbstverständlich auch im Remscheider Rathaus erhältlich. Dort ist auch noch bis zum 8. April die Ausstellung der Landesinitiative Netzwerk W: „Minijob – Aufgepasst! zu sehen: Die Ausstellung besteht aus zwölf Ausstellungstafeln, die über Risiken und (die wenigen) Chancen von Minijobs informieren und das Thema mit vielen lebendigen Beispielen erläutern. Über einen QR-Code sind einige Erfahrungsberichte der Minijobberinnen auch „hörbar“. Am 1. April um 10 Uhr informiert Gleichstellungsbeauftragte Christel Steylaers über die Rechte von Minijobberinnen und Minijobbern. Auch Arbeitgeber z.B. aus dem Privathaushalt sind zu der kostenfreien Veranstaltung in Raum 221 des Remscheider Rathauses eingeladen.

Der Equal Pay Day, der internationale Aktionstag für die Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen, wurde 2008 auf Initiative der Business and Professional Women (BPW) Germany erstmals in Deutschland durchgeführt. Entstanden ist der Tag für gleiche Bezahlung in den USA. Initiatorinnen waren die amerikanischen Business and Professional Women (BPW/USA), die 1988 die „Red Purse Campaign“ ins Leben riefen, um auf die bestehende Lohnkluft hinzuweisen. Mehr Informationen zum Equal Pay Day unter www.equalpayday.de.

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Stadt Remscheid am :

„Meine Rechte im Minijob“: Bei dieser Informationsveranstaltung, zu der die Gleichstellungsbeauftragte Christel Steylaers Interessierte für Dienstag, 1. April, 10 Uhr, Raum 221 im Rathaus, herzlich einlädt, beantwortet sie Fragen rund um das Thema Minijob: Brauche ich einen Arbeitsvertrag? Wie viel Urlaub steht mir zu? Was passiert, wenn ich krank bin? Was ist, wenn mir gekündigt wird? Bei wem kann ich mir Unterstützung holen? Aber auch: Was muss ich beachten, wenn ich selbst jemanden im Haushalt beschäftigen will? Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich. (Pressemitteilung)

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