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Appell an Migranten, zur Integration bereit zu sein

Die Maikundgebung 2007 in Remscheid. Ein Klick, und Sie sehen die Fotos auf einer größeren Seite.)

Mit einer Schweigeminute für den am 16. März plötzlich verstorbenen Kreisverbandsvorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und langjährigen Betriebsratsvorsitzenden der Firma Thyssen, Hans-Joachim Wiertz, begann heute um 11 Uhr auf dem Rathausplatz die Maikundgebung der Gewerkschaften.  Vor mehreren hundert Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, manche von ihnen hatten Fahnen und Transparente mitgebracht, die das Motto dieses „Tags der Arbeit unterstrichen („Du hast mehr verdient! Mehr Respekt. Soziale Gerechtigkeit. Gute Arbeit.") begrüßte Ernst Dethlefs, der stellv. Vorsitzende des DGB-Kreisverbandes Remscheid, auf dem Podium Oberbürgermeisterin Beate Wilding, Hans Peters, den Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes im Bergischen Land, als Kundgebungsredner Michael Mahlke, den 1. Bevollmächtigten der IG Metall, und Luigi Costanzo (SPD), den Vorsitzenden des städtischen Migrationsausschusses. Dieser wusste unter den Zuhörerinnen und Zuhörerin auch zahlreiche ausländische Mitbürger und solche mit Migrationshintergrund. Was lag da näher, als die Gelegenheit zu nutzen und über Integration zu reden. Genau das tat Costanzo. Und er machte seine Sache gut. Der Waterbölles dokumentiert die Rede nachfolgend. (Weitere Fotos - von Patrick Horn - sehen Sie, wenn Sie auf die obigen Bilder klicken.)

Es war 1955, als das Abkommen zwischen Deutschland und Italien in Rom beschlossen wurde. Genau vor 52 Jahren kamen die ersten Gastarbeiter nach Deutschland, das heißt auch nach Remscheid. 1 .Mai 2007 - genau 52 Jahre danach!

Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Herausforderung für die Stadtgesellschaft und die Stadtpolitik ist, "Integration muss vor Ort gelingen". Die örtliche Ebene ist maßgeblich für die Integration verantwortlich. Denn konkrete Begegnungen von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund finden in Städten und Gemeinden statt. Hier werden Erfolge, aber auch die Ergebnisse misslungener Integration unmittelbar spürbar. Eine erfolgreiche Integration der Migranten ist für die Kommunen von zentralem Interesse; sie stellt ganz zweifelsfrei eine der großen Herausforderungen der Stadtgesellschaften und der Stadtpolitik dar. Aufnahme und Integration werden weiter an Bedeutung gewinnen - spätestens dann, wenn die Wirtschaft ihren Arbeitskräftebedarf nicht mehr decken kann.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, die positiven Folgen und Erscheinungsformen einer gelungenen Integration werden oft übersehen. Häufig wird der Eindruck erweckt, alle Migranten wären nicht integriert. Dies ist ein Fehlinformation, denn ein großer Anteil ist bereits integriert und trägt erfolgreich zur Finanzierung der Sozialversicherungssysteme bei. Die sozialen Probleme sind: Arbeitslosigkeit, Bildungsarmut, Perspektivlosigkeit, Sprach - und Komunikationsprobleme, sowie Identifikationsdefizite. Identifikationsdefizite sind soziale Defizite. Integration ist keine Einbahnstraße, sondern fordert die Verantwortung der Migranten selbst. Der Staat oder die Stadt Remscheid allein wird mit noch so guten Vorschul-. Schul - und Förderprogrammen scheitern, wenn es an der Bereitschaft der Migranten mangelt, integriert zu werden und Verantwortung zu übernehmen. Die Schwierigkeit zur Bereitschaft aufgrund unterschiedlicher Beziehungsmuster von Individuum, Gesellschaft und Religion dürfen kein Hindernis sein.

Ausgrenzung müssen wir gemeinsam verhindern. Wenn deutsche Eltern ihre Kinder aus Schulen und Kindertageseinrichtungen wegen des hohen Migrantenanteil herausnehmen, verschärft sich die Entwicklung sozialen Brennpunkten, die mit stadtentwicklungspolitischen Maßnahmen schwer aufzufangen sind. Wir bzw. die Stadtpolitik darf keine Gettos mehr zulassen. Eine Parallelgesellschaft könnte sich entwickeln, die für Stadtteile mittelfristig fatale Konsequenzen hätte. Segregation kann zu erhöhtem Konfliktpotential und sozialen Spannungen in den Stadtteilen führen. Die Befunde der Integration aus dem Blickwinkel jugendlicher Migrantinnen und Migranten und deren Familien sind alles andere als zufriedenstellend. Viele Kinder aus Migrantenfamilien finden nicht den Weg in den Kindergarten. Nur eine geringere Prozentzahl junger Migrantinnen und Migranten erreichen in Remscheid das Abitur. Ca.20 Prozent bleiben ohne Hauptschulabschluss,  40 Prozent haben keinen Ausbildungsplatz, 32 Prozent erreichen keinen Berufsabschluss. Das sind erschreckende und inakzeptable Zahlen. Bei diesen Zahlen ist klar, dass die überdurchschnittlich hohen Arbeitslosigkeit auch in Zukunft fortbestehen wird, wenn nicht wesentliche Verbesserungen in der frühkindlichen Förderung und in der schulischen und beruflichen Qualifikation erreicht werden. Sprachkompetenz ist der Schlüssel zu besseren Integrationsschancen.

Was bieten wir als Kommune für das Gelingen der Integration? Wir haben: Einen einstimmig vom Rat der Stadt gewollten Migrationausschuss, ein Integrationskonzept, ein Migrationsbüro, einen Integrationsatlas und die noch vom Rat der Stadt zu beschließendenHandlungsempfehlungen zur Überführung des Integrationskonzeptes der Stadt Remscheid in ein Integrationsprogramm zur Organisation der Integration“.

An dieser Stelle möchte ich mich bei den vielen Personen und Institutionen bedanken, die sich in den vergangenen 52 Jahren und auch jetzt in Remscheid (siehe Integrationskonzept) engagiert haben. Ohne sie wäre nichts möglich gewesen, ihre Unterstützung ist beispielhaft, dauerhaft und nahtlos. Sie war und ist für das Gelingen der Integration von Migrantinnen und Migranten entscheidend. Um gemeinsam die Zukunftsaufgabe Integration in unser aller Interesse zu bewältigen, müssen die Kommunen in Zukunft wohl noch mehr leisten. Wie sagte der verstorbene Bundespräsidenten Johannes Rau - "Ohne Angst und ohne Träumereien gemeinsam in Deutschland leben."

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