Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Markenhersteller haben „Null Toleranz für Plagiate“

Noch bis zum bis 24. August zeigt das Deutsche Werkzeugmuseum Remscheid, Cleffstr. 2 - 6, die Sonderausstellung    „Unter falscher Flagge — Produktpiraterie in der Welt des Werkzeugs". Darin zeigt der Fachverband Werkzeugindustrie e.V. (FWI) Werkzeuge und Dübel in Original und Fälschung. Unter dem Titel „Sag Nein zur Kopie - vertrau dem Original" war die Ausstellung in diesem Jahr bereits einmal erfolgreich auf der Internationalen Eisenwarenmesse in Köln präsentiert worden, Aber: „Die Ausstellung in Remscheid ist Museumsleiter Dr. Urs Diederichs, Ulrich Hortz und Markus Heip besonders gut gelungen“, sagte FWI-Geschäftsführer Rainer Langelüddecke bei der gestrigen Eröffnung. Daran nahmen auch Vertreter der der beteiligten Firmen teil. Sie betonten, dass deutsche Werkzeug- und Dübel-Hersteller von dem Markenpiraterie-Problem nach wie vor stark betroffen seien, auch wenn China, der größte Hersteller von Plagiaten, sein Markenrecht inzwischen verbessert habe. Betroffen seien nicht nur große deutsche Hersteller von Massenartikeln, sondern auch kleinere Familienbetriebe. Billige Produktfälschungen führten beim Original-Hersteller nicht  nur zu Gewinneinbrüchen, sondern oft auch zu einem Imageverlust, wenn sich die vermeintliche Originalware beim Anwender als unbrauchbar oder schnell schadhaft herausstelle. Langelüddecke erinnert sich an den Bericht eines Unternehmers: „Seine Firma verzeichnete unerklärliche, starke Anstiege der Reklamationsquoten, bis ein aufmerksamer Mitarbeiter der Reparaturabteilung die Ursache feststellte: Qualitativ minderwertige Kopien der eigenen Produkte, die äußerlich nur in kleinsten Details von den Originalen unterscheidbar waren."

Schon immer wurden erfolgreiche Produkte und Marken von Wettbewerbern kopiert und vermeintlich preiswerter angeboten als die qualitativ hochwertigen Originale. Doch erst die Globalisierung brachte eine neue Dimension des Problems. In den 1980er Jahren stieg der Import von Werkzeugen aus Billiglohnländern - darunter in erster Linie China - sprunghaft an. Unter den importierten Werkzeugen waren auch viele Kopien von Original-Werkzeugen, die auf den deutschen und europäischen Märkten bereits erfolgreich eingeführt waren. Zunächst hielt man seitens der deutschen Hersteller dies noch für ein punktuelles und temporäres Phänomen. Schnell wurden jedoch das wahre Ausmaß und die verursachten Schäden deutlich. Grund genug für den FWI, auf der Eisenwarenmesse 1988 die erste Plagiate-Ausstellung unter dem Motto »Plagiate - 'Komplimente', die uns keine Freude machen« zu organisieren. Der Titel war eine Anspielung auf die damals noch weit verbreitete Meinung, ein möglichst „perfektes" Plagiat sei -abgeleitet aus der asiatischen Kultur - als große Ehrenbezeugung an den „Meister", den Schöpfer eines erfolgreichen und damit nachahmenswerten Originals zu verstehen. Dieses Argument wurde lange Zeit als Entschuldigung für die Vielzahl der aus Asien stammenden Plagiate herangezogen. Die Realität sah schon 1988 anders aus: »I'm so ashamed«, die überlieferte Reaktion eines asiatischen Besuchers der FWI-Sonderschau, zeigt das bereits damals vorhandene Unrechtsbewusstsein in den Herkunftsländern der Plagiate.

Als immer mehr Firmen Kopien ihrer Produkte und Verletzungen ihrer Marken und Patente meldete, verstärkte der FWI seine Öffentlichkeitsarbeit. So fand die Plagiate-Sonderschau von 1988 eine Fortsetzung auf der Eisenwarenmesse und der Hannover Messer 1994 unter dem Motto „Oft kopiert und nie erreicht - Lacoste, Rolex, deutsches Werkzeug". Dieser Titel verdeutlichte, dass nicht nur die in der Öffentlichkeit zumeist als Beispiele bemühten Luxusmarken Opfer von Produktfälschungen waren und sind, sondern dass auch andere Branchen wie die Werkzeugindustrie stark betroffen sind. In den Jahren 1999, 2001 und 2006 folgten weitere Sonderschauen. Doch auch die konkrete Unterstützung von betroffenen Mitgliedsfirmen durch den FWI wurde intensiviert. Gleichfalls 1994 erschien die erste Auflage des FWI-Leitfadens „Bekämpfung von Produkt- und Markenpiraterie" mit einer Einführung in die verschiedenen Schutzrechte und einer Sammlung praktischer Erfahrungen der Mitgliedsfirmen beim erfolgreichen Vorgehen gegen Plagiate vor allem auf Messen (gegen eine Schutzgebühr erhältlich;einige Exemplare liegen im Museum kostenfrei aus). Weiterhin wurde der gegenseitige Austausch der Mitgliedsfirmen in Arbeitskreisen des FWI und des europäischen Werkzeugverbandes CEO organisiert.

Die Sonderausstellung im Werkzeugmuseum gibt bietet einen Überblick über typische Fallkonstellationen aus der Werkzeug- und Dübel-Industrie. Immer öfter werden erfolgreiche Produkte im direkten Auftrag der bisherigen deutschen bzw. europäischen Abnehmer kopiert mit dem Argument, der bisherige Hersteller sei zu teuer. Dass es bei der Qualität, Sicherheit und Funktionalität der Kopien dann oft Defizite gibt, zeigen zum Beispiel gefälschte Dübel, die sich — anders als die Originale — im Hohlraum nicht sicher verknoten.

Besonders problematisch sind auch zunehmende Fälschungen von Prüfzeichen. Ein Beispiel ist die Prüfmarke für Dübel-Bohrer der Prüfgemeinschaft Mauerbohrer e. V. Diese Organisation geht konsequent gegen solche Fälschungen ihrer fast weltweit geschützten Prüfmarke vor, um Sicherheitsprobleme zu verhindern und das Vertrauen der Anwender in die Prüfzeichen nicht zu gefährden. So wurden durch Razzien bei chinesischen Herstellern in den vergangenen Jahren mehrere zehntausend gefälschte Bohrer und Verpackungen beschlagnahmt und zerstört. Für die Hersteller ergibt sich die Notwendigkeit, ihre Produkte und Marken möglichst gut durch eingetragene Schutzrechte abzusichern und konsequent gegen alle Verstöße vorzugehen. Bewährt hat sich die Einschaltung der chinesischen Zollbehörden, die bei den Ausfuhrkontrollen gefälschte Produkte beschlagnahmen können. Auch haben viele Messegesellschaften Klauseln in ihre Teilnahmebedingungen aufgenommen, wonach Produktfälschungen in den Ausstellungen nicht gezeigt werden dürfen.

Seit 2004 finden traditionell im Sommer Sonderschauen im Deutschen Werkzeugmuseum statt, die gemeinsam mit dem FWI organisiert werden. Gezeigt wurden bislang unter anderem innovative Schraubwerkzeuge, Zangen, Dübel und Holzbearbeitungswerkzeuge sowie die Vielfalt der Maschinenmesser. Der FWI unterhält Kooperationen mit sechs weiteren Fachverbänden. Hersteller von Technischen Bürsten und von Holzschrauben sind ebenfalls Mitglieder im FWI. Auch das Museums „Plagiarius“ in der Südlichen Innenstadt von Solingen nimmt sich das Probleme der Markenpiraterie: Dort wird seit April 2007 die Sammlung der Aktion Plagiarius e. V. aus drei vorausgegangenen Jahrzehnten gezeigt. Leider habe sich der Fachverband damals vergeblich bemüht, für die Sammlung in Remscheid in einer ehemaligen Werkshalle ein Museum einzurichten. Die Stadt Remscheid habe sich damals "wenig kooperativ“ gezeigt, so FWI-Geschäftsführer Rainer Langelüddecke gestern.

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Bergische IHK am :

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Wuppertal-Solingen-Remscheid kann beim Solingen-Schutz einen weiteren Erfolg vermelden. Bereits im März hatte der Zoll in Shenzhen/China etwa 90.400 Messer gefälschte „Zöppkes“-Messer, die für den Export nach Osteuropa bestimmt waren, zurückbehalten. Diese Messer waren auf der Klinge mit „Solingen kwikkie“ gekennzeichnet. Nunmehr hat der chinesische Zoll mitgeteilt, dass die Messer endgültig vernichtet worden seien. Zusätzlich sei gegen den Exporteur eine nicht unerhebliche Geldstrafe verhängt worden. „Dies ist ein erneuter Beleg dafür, dass sich unser Kampf gegen den Missbrauch des Namens Solingen auszahlt“, erläutert Susanne Abendroth. Die IHK-Expertin appelliert in diesem Zusammenhang nochmals an alle Betroffenen, sich mit einem finanziellen Beitrag am „Solingen-Fonds“ zu beteiligen. Die Gelder aus diesem Fonds würden beispiels-weise für das Aufspüren von Fälschungen verwendet oder dazu, den Namen Solingen in anderen Ländern als Marke eintragen zu lassen und so zu schützen.

Fachverband Werkzeugindustrie (FWI) am :

Aufmerksame Werkzeugkäufer und -anwender haben es sicher bemerkt: Immer mehr Werkzeuge oder deren Verpackungen werden mit der Adresse ihres Herstellers bzw. Vertreibers gekennzeichnet. Hintergrund ist eine entsprechende Anforderung im Produktsicherheitsgesetz. Oft findet sich dabei hinter der Adresse der Zusatz "Deutschland" oder "Germany". Dies bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass das Werkzeug auch in Deutschland hergestellt wurde. Es kann sich auch um die Adresse eines Importeurs oder Großhändlers handeln. Wenn dieser importiertes Werkzeug unter seinem eigenen Namen verkauft, übernimmt er laut Gesetz alle Pflichten eines Herstellers und kennzeichnet das Werkzeug daher auch mit seiner Adresse. "Nur ein zusätzlicher Aufdruck "made in Germany" auf dem Werkzeug gibt dem Verbraucher weiterhin die Sicherheit, dass dieses aus deutscher Fertigung stammt. Diese Kennzeichnung darf nach wie vor nur dann verwendet werden, wenn alle für die Qualität entscheidenden Arbeitsgänge in Deutschland erfolgt sind", erläutert FWI-Geschäftsführer Rainer Langelüddecke.

Bergische IHK am :

Viele Firmen wissen zu wenig über das Thema „Gewerbliche Schutzrechte“. Dabei ist es angesichts verschärfter nationaler und internationaler Marktbedingungen zunehmend wichtiger, Erfindungen und Produktnamen gezielt zu schützen. Die Bergische Industrie- und Handelskammer (IHK) bietet deshalb am 16. September die kostenlose Informationsveranstaltung „Gewerbliche Schutzrechte“ - Gezielter und sinnvoller Einsatz von Patenten, Gebrauchsmustern und Markenschutz“ an. Die Veranstaltung findet von 16 bis 18 Uhr in der IHK-Hauptgeschäftsstelle Wuppertal am Heinrich-Kamp-Platz 2 statt. Anmeldung und weitere Informationen unter www.wuppertal.ihk24.de, Dokumentnummer 18169450, Telefon: 0202 2490-403 oder per E-Mail: e.stoermer@wuppertal.ihk.de.

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!