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Manchmal ist Zuhören besser als Reden

[Leben mit Rückhaltebecken?]

Im Lüttringhauser Rathaus zeigten heute abend Studenten des Fachbereichs „Städtebau“ der Universität Wuppertal, wie sie sich ein Gewerbegebiet „Blume“ vorstellen könnten. Und Baudezernent Helmut Kennepohl (CDU), der zur Jury gehört hatte (ein ungenannter Sponsor war dieser von der W.I.R.-Fraktion initiierte Wettbewerb vier Preise mit insgesamt 1000 Euro wert gewesen), zeigte sich „dankbar für die Anregungen und Hinweise der jungen Kollegen“ und versprach, die an diesem Abend vorgestellten Modelle, Pläne und Skizzen in die weitere Arbeit einzubeziehen. Dreierlei fand ich an diesem Abend besonders interessant:

Zum einen das Bemühen der meisten Preisträger, die Achse zwischen dem Ehrenmal am Adolf Clarenbach-Weg und dem Clarenbach-Geburtshaus in der Ortschaft Buscherhof von Gewerbetrieben freizuhalten, und die Aussage von zwei Studentinnen, eigentlich sei die „stark bewegte Topografie“ (Hanglage) dieses Gebietes für Gewerbeansiedlung eher ungeeignet. Aus diesem Grunde beschränkten sich zwei Entwürfe auch erklärtermaßen auf die „Kammzone“ entlang der Autobahn und des A,-C.-Weges und ließen das Tal zum Buscherhof unangetastet.

Zum anderen den Mut eines Studenten, sich in keiner Weise an die Vorgaben dieses Wettbewerbs zu halten, sondern sich statt dessen umzusehen, ob und wie viele zur Gewerbeansiedlung geeignete Flächen er denn beiderseits (!)  Bundesstraße und weiter nördlich entlang der Bahngleise und der Autobahn gebe. Und siehe da: Er fand eine ganze Menge – angrenzend an bestehende Bebauung. „Arrondierung“ zum Schutz der freien Landschaft war Ziel seiner Arbeit.

Und interessant für mich waren schließlich auch die Wortmeldungen von Heimatbund und W.I.R. Den Kurzreferaten der Preisträger hatte man ja noch ruhig zugehört. Statt sich jedoch dann die einzelnen Arbeiten von den Studenten in kleinen Gruppen genauer erläutern zu lassen, stand ihnen nach einer weiteren Generaldebatte der Sinn (der wievielten?). Das konnte zum Glück noch mit Müh und Not abgebogen werden, derweil die Studenten etwas hilflos einen Einblick ind „wahre Leben“ bekamen.

Es gibt eine Zeit zum Diskutieren, auch zum Streiten. Und es gibt eine Zeit zum Zuhören. Das zu erkennen ist in der Hitze eines „Gefechtes“ wie dem um die „Blume“ nicht immer einfach. Vor allem, wenn die Fronten verhärtet sind. Oder was war Ihr Eindruck von dieser Veranstaltung?

27.1.06, 19.55 Uhr: In den Regionalnachrichten berichtete WDR Wuppertal, Kennepohl habe erklärt, die Ergebnisse des Studentenwettbewerbs würden allenfalls in Teilen übernommen. ??? Wer entscheidet eigentlich darüber? Ein Dezernent oder ein Stadtparlament? Zitat aus der Haushaltsrede 2005 Hans Peter Meinecke (SPD) vom 27.5.2005: "Warum muten wir den Menschen in unserer Stadt einen Beigeordneten zu, der offensichtlich nicht teamfähig ist?"

Trackbacks

waterboelles.de am : Denkanstöße zu einer interkommunalen Zusammenarbeit

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Im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit an den Planungen zu einem neuen Bebauungsplan „Gewerbegebiet Blume" hat der Heimatbund Lüttringhausen die Zusammenarbeit der bergischen Großstädte auf den Gebieten der Wirtschaftsförderung, Ge

Kommentare

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Frank Schneider am :

Der Weg ins "ferne Lüttringhausen" ;-) war mir aufgrund des Wetters zu abenteuerlich. Allerdings kannte ich die Studentenideen (als W.i.R.-Mitglied) schon im Vorfeld, und es war in der Tat sehr interessant zu sehen, wie "unvorbelastete" Menschen mit dem Thema kreativ umgehen. Ob die Vorschläge in irgendeiner Form aufgegriffen werden, sei allerdings dahingestellt. (Ich habe da so meine Zweifel, wenn man die Ausführungen der CDU zum Thema hört.) Bedauerlich ist in der Tat, dass es (beinahe schon logischerweise) wieder zu einer Blume-Grundsatzdiskussion gekommen ist. Der Bericht in der WDR-Lokalzeit machte dies sehr deutlich. Daher stellt sich die Frage, ob weitere Diskussionen irgendwelcher Art überhaupt noch Sinn machen. Seit Jahren sind die Standpunkte verhärtet, und eine Annäherung oder gar eine Einigung ist bestenfalls sehr unwahrscheinlich, eher sogar völlig unmöglich. Der Rat möge über die Beauftragung für die Erschließung entscheiden. Die W.i.R. wird dem ohne Entwicklungssatzung wohl nicht zustimmen, und bei einer zeitnahen Entwicklung wird die SPD bei ihrer ablehnenden Haltung bleiben, da auf diese Weise das größte Wahlversprechen der Oberbürgermeisterin eingelöst werden kann. Dauert es aber noch länger, dann kippt die SPD um, und die Stimmen der W.i.R. sind nicht länger wichtig und für den Rest "des bürgerlichen Lagers" uninteressant. Gleiches wird für die Studentenvorschläge, die Bedenken des Heimatbundes und die Proteste der Grundstückseigentümer gelten. Mein Wunsch ist, dass dieses Thema endlich mal zu den Akten gelegt werden kann, egal wie's denn nun endet. Das Wort "Blume" kann ich nämlich allmählich nicht mehr hören. (Sorry...!!!)

Klaus Kowakowski am :

Da wird wegen Namensänderung einer Schule seit zwei Jahren hin und her diskutiert, als ob mit diesem Nischenthema der Untergang des Abendlandes verbunden sei. So ähnlich könnte auch der unvoreingenommene Eindruck beim Geschacher um das Industriegebiet Blume sein. Merkwürdig berührt zum Beispiel, dass bei dem jahrelangen Verfall des Billscheider Hofs kein einziger lokaler Protagonist eine Wortmeldung abgab und wider den Vandalismus aufgestanden ist. Nachdem jetzt eine umweltveträgliche Planung auf dem Tisch liegt, sollten Partikulierer endlich im Interesse von Gemeinwohl nachgeben und der Vernunft freien Lauf lassen.

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