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Wenn man den politischen Vorhang ein wenig lüftet ...

Die Kanzlei der Rechtsanwälte Frowein & Partner, mitten im Zentrum Wuppertals gelegen, zählt wohl zu Recht zu den traditionsreichsten Kanzleien des Bergischen Landes. Gegründet im Jahre 1907 besteht die Sozietät bereits in dritter Generation – „wirtschafts- und zivilrechtlich ausgerichtet“, wie es auf ihrer Internetseite heißt. Darin werden auch alle in ihr tätigen Fachanwälte und spezialisierten Rechtsanwälte in Bild und Text vorgestellt.

Was dort nicht gesagt wird: Die Kanzlei verfügt über beste Drähte zur CDU. Beispiel Jürgen Müller (CDU). Von 1989 bis 2008 war er Beigeordneter der Stadt Remscheid. Wegen verlustreicher Swap-Geschäfte zu Lasten der Stadtkasse wurde er im Mai 2008 abgewählt. Noch im gleichen Jahr erhielt der Jurist seine Zulassung als Rechtsanwalt. Sein Schwerpunkt bei Frowein&Partner ist das Verwaltungsrecht.

Wie Müller trat dort 2008 auch Barbara Reul-Nocke ein. Die Schwester des CDU-Europapolitikers Herbert Reul  hat sich ebenfalls auf Verwaltungsrecht spezialisiert. In der vergangenen Woche wurde sie auf Vorschlag der CDU-Fraktion vom Rat der Stadt zur Rechts- und Ordnungsdezernentin der Stadt Remscheid gewählt. Und trat damit mittelbar die Nachfolge ihrer Parteifreundin Bärbel Schütte an, die 2009 als Beigeordnete für Finanzen, Bürger und Ordnung auf Jürgen Müller gefolgt war (bis zu ihrem Ruhestand 2011 aus gesundheitlichen Gründen).

Um Näheres zu Qualifikationen und Erfahrungen von Barbara Reul-Nocke zu erfahren, brauchte der Remscheider CDU-Fraktionsvorsitzende Jens Peter Nettekoven den früheren Stadtdirektor Jürgen Müller nicht anzurufen, da gab es einen viel kürzeren Draht. Denn Nettekovens Ehefrau Barbara hat ihre Zulassung als Rechtsanwältin seit 2006 und gehört ebenfalls zur Wuppertaler Anwaltskanzlei Frowein&Partner.

Und damit zurück zu den jüngsten Dezernentenwahlen in Remscheid. Ob die drei Gewählten (Barbara Reul-Nocke, Stadtkämmerer Sven Wiertz und Sozialdezernent Thomas Neuhaus) auch nach Ansicht der Bezirksregierung die Voraussetzungen für ihr Amt erfüllen, muss sich erst noch entscheiden. In vier Wochen geht der Daumen rauf (womit die Remscheider Politik rechnet) oder runter (eher unwahrscheinlich).

Wie hart solch ein Veto sein kann, hat vor Jahren Karl Heinz Humpert erfahren, als er Kulturdezernent werden wollte. Und auch Matthias Nocke, der Ehemann der frisch gewählten Rechtsdezernentin der Stadt Remscheid: Als er im März 2009 Beigeordneter der Stadt Wuppertal für den Bereich Schule, Kultur und Sport werden sollte (und vom Rat gewählt worden war), sagte die Bezirksregierung in Düsseldorf Nein. Der Grund aus ihrer Sicht: Mangel an Führungserfahrung. Aber Oberbürgermeister Peter Jung hielt an Nocke fest, stellte ihn befristet ein und übertrug ihm die kommissarische Leitung des städtischen Kulturressorts. Da konnte sich Nocke dann die fehlende Erfahrung erwerben - und bekam die Beigeordnetenstelle eben ein Jahr später.

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