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Verkauf der kleinen „Waldkirche“ bleibt die Ausnahme

In den zwanzig Kirchengemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Lennep ist die Zahl der Gemeindeglieder in den vergangenen zwei Jahren von 84.658 auf 81.717 zurückgegangen (minus 2941 gleich 3,5 Prozent). Die Gemeinden Lüttringhausen, Hückeswagen, Burg, Remscheid-Stadt und Remlingrade hatten dabei den größten Verlust zu verzeichnen (zwischen 5,5 und 8,4 Prozent).Einen leichten Zuwachs gab es lediglich in Bergisch Born und in der Christus-Kirchengemeinde in Remscheid, Burger Straße. Aktuelle Zahlen dürfte am 20. Mai die nächste Kreissynode im Gemeindehaus in Wermelskirchen-Tente parat haben. Haben die Kirchengemeinden im vergangenen Jahr weitere Gemeindeglieder verloren, bedeutet das einen weitere Verlust an Kirchensteuer-Einnahmen. Könnten sich aus der finanziellen Situation des Kirchenkreises Lennep Kirchenschließungen ergeben? Ingo Klein, Referent für Öffentlichkeitsarbeit, schließt das aus, da die Kirchen von den einzelnen Kirchengemeinden, nicht aber vom Kirchenkreis finanziert werden: „Zur Zeit sind mir von keiner unserer 20 Kirchengemeinden Verkaufspläne bekannt.“  Der Verkauf der kleinen "Waldkirche" an der Wuppertalsperre bleibt also auf absehbare Zeit die Ausnahme.

Der Käufer der "Waldkirche" (bisher im Besitz der ev. Kirchengemeinde Lennep) ist ein Privatmann, der mehr an dem angrenzenden Wohnhaus interessiert ist als an der Kapelle; er hätte folglich nichts gegen sonntägliche Gottesdienste. Evangelische Christen aus der Nachbarschaft wünschen sich jeden Sonntag einen Gottesdienst, angesichts der „überschaubaren“ Anzahl von Kirchenmusikern und Predigern läuft es derzeit aber auf einen Gottesdienst pro Monat hinaus. Für die Entwidmung und/oder den Verkauf einer Gottesdienststätte ist die Genehmigung des Landeskirchenamtes erforderlich.

Der Kirchenkreis Lennep vertritt die Interessen der Kirchengemeinden gegenüber der Evangelischen Kirche im Rheinland (Landeskirche) und deren Interessen gegenüber den Kirchengemeinden. In beiden Fällen spielen die Finanzen eine nicht unerhebliche Rolle. Die Evangelische Landeskirche appelliert an die Kirchengemeinden, in Zeiten knapper werdender Finanzmittel und Möglichkeiten notwendige Veränderungen auch als Chancen der Neuorientierung zu begreifen. Georg Immel, Oberkirchenrat der Evangelischen Kirche im Rheinland: „Beim Thema Kirche und Finanzen sind in den Zeiten struktureller Veränderungen die Gebäudefragen von besonderer Brisanz. Derzeit wird in vielen Presbyterien über die notwendige Reduzierung von Gebäuden diskutiert, was häufig auf grundsätzliche und emotionale Widerstände stößt. Wir empfehlen deshalb den Kirchengemeinden, bei ihren Überlegungen zum Gebäudebestand zunächst eine gründliche Analyse durchzuführen, bei der auch die Gesamtkonzeption gemeindlicher Aufgaben Berücksichtigung findet.“

Worauf es bei dieser Gebäudestrukturanalyse ankommt, hat die Landeskirche im Internet veröffentlicht. Dort heißt es: „Es stellt sich zum Beispiel die Frage, wie der zu große Gebäudebestand einer kleiner werdenden Kirchengemeinde angepasst werden kann. Wenn die Gemeinden weniger Geld haben, wie können dann alle Gebäude unterhalten werden? Wie ist mit baulichen Mängeln umzugehen? Was ist zu tun, wenn ein Sanierungsstau eingetreten ist und die Gebäude unattraktiv aussehen und ästhetisch vernachlässigt erscheinen? Wie können die Gemeinden den besonders hohen Aufwand für die Erhaltung der kirchlichen Denkmale auf Dauer leisten?“

Die Evangelische Landeskirche empfiehlt den Presbyterien zu prüfen, welche Gebäude und Grundstücke für die zukünftigen Aufgaben gebraucht werden und vom finanziellen Aufwand her zu erhalten sind. Der Gebäudebestand in den Gemeinden sei oft zu hoch und könnte vielerorts durch bessere Raumnutzung reduziert werden. Zitat: „Die Erfahrung zeigt, dass solche Überlegungen zur Aufgabe von Gebäuden und Grundstücken oft auf grundsätzliche und emotionale Widerstände stoßen. Dabei kann diese Entscheidung dazu beitragen, für die verbleibenden Gebäude die notwendigen Bauleistungen zu gewährleisten und den Personalbedarf zu sichern.“

Der Kirchenkreis Lennep erstreckt sich über die Stadt Remscheid, Teile der Städte Wuppertal und Solingen, Teile des Oberbergischen Kreises (Städte Radevormwald und Hückeswagen) und des Rheinisch-Bergischen Kreises (Stadt Wermelskirchen und Teile der Stadt Burscheid). In den zwanzig lutherische, reformierte und unierte Kirchengemeinden des Kirchenkreises, aber auch in Schulen und in besonderen Funktionen wie etwa der Krankenhaus-Seelsorge oder der Schulseelsorge, arbeiteten 73 Pfarrerinnen und Pfarrer, davon acht zur Anstellung, sechs im Sonderdienst und vier im Wartestand (Stand 16.11.2005).

Manche soziale Dienste übersteigen die Möglichkeiten der einzelnen Kirchengemeinden; sie werden deshalb vom Kirchenkreis initiiert bzw. organisiert. Dazu gehören Sucht-, Schuldner-, Schwangerschaftskonflikt-, Ehe- und Lebensberatung, Sozialpädagogische Familienhilfe, Betreuungen, die Fachberatung für Kinder-Tageseinrichtungen sowie die Mütter- und Altenerholung.

 

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Kommentare

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Chronist am :

Die Waldkirche ist bislang noch nicht verkauft worden. Und weiterhin wird es dort sonntags einen Gottesdienst geben. Der Förderverein, der sich im vorigen Jahr gegründet hatte, will in diesem Jahr 10.000 Euro aufbringen für den Unterhalt des Kirchleins. Ein Kauf des denkmalgeschützte Gebäudes durch den Verein ist auch nicht ausgeschlossen.

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