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Der Morsbach kann sich ökologisch weiterentwickeln

von Marc Riehmer, Fachdienst Umwelt der Stadt Remscheid

Der Morsbach wurde bei der Entstehung des heutigen Industriehofes Bröcking durch Ufermauern eingefasst und teilweise mit Hallen überbaut. Das Nachbargrundstück (ehemalige Härterei Steinbach) wurde durch eine Zufahrtsbrücke zur Morsbachtalstraße erschlossen. Die Hochwasserproblematik war hier schon seit längerem bekannt, verschärfte sich in den vergangenen Jahren (vermehrte Sturzregenereignisse) aber nochmals. Das letzte schwerere Hochwasser ereignete sich im Jahr 2007. Wegen einer Querschnittsverengung unterhalb der Brücke und weil der Morsbach keine Ausuferungsmöglichkeiten hatte, staute sich das Wasser unterhalb der Hallen zurück, trat auf dem Industriehof über die Ufermauern und überflutete mehrere Hallen. Das Hochwasser lief dann unkontrolliert ab und überflutete rückseitig auch noch die Hallen der Härterei. In Verbindung mit den Härtereiölen kam es zu einem Brand, bei dem die Gebäude komplett zerstört wurden. Der Schaden durch das auslaufende Öl wurde in den Folgejahren durch eine Grundwassersanierungsmaßnahme behoben.

Um zum einen geeignete Hochwasserschutzmaßnahmen treffen zu können und zum anderen mögliche Erweiterungsfläche zu haben, wurde das unterliegende Grundstück vom Industriehof Bröcking erworben. Der bachnahe Teil des Geländes wurde dem Wupperverband für die Gewässermaßnahme zur Verfügung gestellt. Früher verlief der Morsbach - ein nach EU-Wasserrahmenrichtlinie berichtspflichtiges Gewässer - auf diesem Grundstück zunächst mehrere Meter in einem geschlossenen Profil unter einer Zufahrtsbrücke und im weiteren Verlauf in einem stark eingeengten offenen Profil unmittelbar neben der Straßenböschung. Gemäß dem Hochwasserschutzkonzept Morsbach (vom Aachener Ing.-Büro Hydrotec in 2010/11 aufgestellt) wurde zum Schutz des oberhalb liegenden Industriehofes die Beseitigung der Brücke und die Aufweitung des Gewässerquerschnittes im Unterwasser empfohlen. Der Spelsberger Siefen verläuft nördlich des Grundstückes kommen durch den Wald. Am Fuß des Hanges befand sich ein Einlaufbauwerk, ab dem der Siefen verrohrt unter dem Grundstück zum Morsbach verlief.

Auf dem Grundstück der ehemaligen Härterei wurde erfolgreich eine Gewässerentwicklungsmaßnahme durchgeführt, die sowohl der Gewässerökologie als auch dem Hochwasserschutz dient. Die Bauzeit erstreckte sich, einschließlich einiger ablaufbedingter Unterbrechungen, von Februar bis Oktober 2014. Im ersten Abschnitt wurden Gehölze auf dem Grundstück und der Uferverwallung entfernt. Anschließend wurde das Einlaufbauwerk des Spelsberger Siefen abgerissen und verdämmt. Eine Ferngasleitung unterhalb des neuen Bachbettes und ein angrenzender Kanalschacht wurden gesichert. Danach wurde das neue Bachbett des Siefen komplett naturnah erstellt und an den Morsbach angeschlossen. Im nächsten Abschnitt wurde die Verwallung entfernt und das Ufer entsprechend abgeflacht. Die gegenüberliegende Straßenböschung wurde im Auftrag des Landesbetrieb Straßen gegen weiteres Abrutschen gesichert und drei Gefahrenbäume gefällt. Das neue Bachbett des Morsbach wurde hydraulisch so gestaltet, dass ein weiteres Abgraben der Straßenböschung nicht möglich ist. Im letzten Bauabschnitt wurde die Zufahrtsbrücke abgerissen und der neue Auslaufbereich des Kastenprofils gesichert. Die Kosten der Maßnahme belaufen sich auf ca. 85.000 €. Diese Summe wird mit 80 Prozent vom Land NRW gefördert. Die restlichen 20 Prozent trägt der Wupperverband, der diese als Sonderveranlagung bei der Stadt Remscheid geltend macht. Diese wiederum wird aus Ausgleichsgeldern bestritten. Abschließend bleibt festzuhalten, dass mit dieser Maßnahme verschiedene Belange verknüpft werden konnten:

 

  • Der Morsbach kann sich in diesem Abschnitt ökologisch weiterentwickeln.
  • Durch die Ausuferungsmöglichkeit und die Entfernung des hydraulischen Engpasses ist der Hochwasserschutz verbessert und damit der Gewerbestandort Industriehof Bröcking geschützt worden.
  • Das verbliebene Grundstück ist hochwassertechnisch geschützt und kann als Erweiterungsfläche genutzt werden
  • Durch die Offenlegung des Spelsberger Siefen kann eine Flutmulde angeschlossen werden und damit eine mögliche Hochwasserwelle kontrollierter ablaufen.
  • Kosten wurden von Seiten des Landes (Förderung), der Stadt Remscheid (Ausgleichsgelder) und von Privat (zur Verfügung Stellung des Grundstückes) geteilt.

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