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Anteil der atypischen Beschäftigungen bei 20,9 Prozent

Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Remscheid

Der aktuelle Arbeitslosenreport NRW der Freien Wohlfahrtspflege belegt, dass jeder vierte Erwerbstätige atypisch beschäftigt ist, mehr als 300.000 Erwerbstätige ihr Einkommen mit Hartz IV-Leistungen „aufstocken“ und jede fünfte Arbeitsaufnahme aus Arbeitslosigkeit heraus in Leiharbeit erfolgt. Atypisch Beschäftigte in Remscheid Auch in Remscheid sind atypische Beschäftigungsverhältnisse weit verbreitet, wie dem Datenanhang zum Arbeitslosenreport NRW zu entnehmen ist. Mit 20,9 Prozent liegt unsere Region in 2013 etwas unter dem Landesdurchschnitt von 23,2 Prozent. Das sind in Remscheid aber immer noch 9.000 Menschen, die atypisch beschäftigt sind. Bei atypischen Beschäftigungsformen besteht häufig die Gefahr einer prekären Beschäftigung. Studien zeigen, dass in Mini-Jobs, bei Leiharbeit oder Teilzeitbeschäftigungen oft besonders wenig verdient wird. Mini-Jobs bieten nur geringe berufliche Perspektiven; oft werden den Mini-Jobbern grundlegende Arbeitnehmerrechte wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Pausenzeiten und bezahlter Urlaub vorenthalten. Mini-Jobber haben das höchste Niedriglohnrisiko. (Ute Mehr als jeder vierte Hartz IV-Empfänger in NRW stockt auf – in Remscheid sind dies im April 2014 25,9 Prozent, d.h., in Remscheid beziehen 2.162 erwerbstätige Leistungsberechtigte gleichzeitig Leistungen aus der Grundsicherung für Arbeitssuchende und Einkommen aus abhängiger oder selbstständiger Erwerbstätigkeit. Wie in fast allen Kommunen und Kreisen ist auch in unserer Region die Zahl gegenüber dem letzten Jahr leicht gestiegen.

Der Arbeitslosenreport NRW berichtet, dass im Landesdurchschnitt 25 Prozent der Hartz IV-Empfänger in der Leiharbeitsbranche eine Arbeit aufnahmen. In Remscheid liegen wir mit 42,6 Prozent noch über dem Landestrend. Der Arbeitslosenreport NRW weist darauf hin, dass fast die Hälfte aller Leiharbeitsverhältnisse bereits nach weniger als drei Monaten wieder beendet wird. Außerdem sind die Löhne hier besonders niedrig und der Anteil der Aufstocker unter den Leiharbeitern ist überdurchschnittlich hoch. Leiharbeit ist nur selten eine Brücke in den regulären Arbeitsmarkt und ermöglicht nur wenigen Personen gesicherte Beschäftigungsverhältnisse.

„Als soziale Dienstleister etwa im Bereich der Pflege unterliegen wir als Freie Wohlfahrtspflege sogar selbst so starken ökonomischen Zwängen aufgrund gesetzlicher und fördertechnischer Vorgaben, dass auch bei unseren Sozialunternehmen die Zahl der Teilzeitstellen angestiegen ist“, betont Ute Feldbrügge, die Sprecherin der Freien Wohlfahrtspflege. Was aus betrieblicher Sicht oder sogar auch für den einzelnen Erwerbstätigen akzeptabel sein möge, sei jedoch soziapolitisch problematisch. „Aus unserer gesellschaftlichen Verantwortung heraus haben wir die Verpflichtung, auf Missstände und Fehlentwicklungen hinzuweisen. Wir setzen uns daher für ein sozial gerechtes Handeln, Beschäftigen und Entlohnen ein. Gerade deswegen engagieren wir uns politisch für auskömmliche Rahmenbedingungen in der Pflege und anderen sozialen Arbeitsfeldern.“

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Kommentare

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Martin Klück, DGB-Stadtverbandsvorsitzender am :

Dieser Arbeitslosenreport NRW zeigt sehr deutlich, dass die Aussage vieler an den Arbeitsmarktreformen beteiligter Politiker „Sozial ist was Arbeit schafft“, eine unzumutbare Verspottung der betroffenen Mitbürgerinnen und Mitbürger darstellt. Die vermehrte Vermittlung in prekäre Arbeitsverhältnisse – ob nun per Zeitarbeit oder in den sogenannten zweiten oder gar dritten Arbeitsmarkt – hat nach Aussage des Reportes nicht zur Entspannung im Bereich Hartz IV oder zur Überleitung in reguläre Beschäftigungsverhältnisse geführt. Die Ausnahmen für Hartz IV-Bezieher im Mindestlohngesetz verfestigen sogar noch die Armut der Kolleginnen und Kollegen. Der DGB-Remscheid begrüßt diesen und auch alle anderen Reporte, die immer wieder den Finger in die sozialpolitische Wunde unserer Gesellschaft legen. Nur was nutzen alle Reporte und Schriftwerke, wenn in der zuständigen politischen Verantwortung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales keine Schlüsse gezogen werden, die die Situation für die Betroffenen verbessern könnte? Im Gegenteil werden immer neue verschlimmbessernde, die Armut verfestigende Gesetze und Beschlüsse gefasst, so zum Beispiel die unter dem Titel „Rechtsvereinfachung im SGB II“ auf den Weg gebrachte Gesetzesinitiative auf Bundesebene. Der Arbeitslosenreport NRW der „Freien Wohlfahrtspflege“ schildert, wie sich die Prekarisierung und damit die Armut in weiten Teilen der Gesellschaft – circa sieben Millionen – während der letzten Jahre verfestigt und weiter ausgedehnt hat. Mit dem aus der Mode gekommenen Begriff ‚Wertschätzung‘ hat das schon lange nichts mehr zu tun. Ein grundsätzliches Umdenken und Gegensteuern tut Not. Die Gewerkschaften mahnen schon lange, dass gute Arbeit und eine existenzsichernde Entlohnung das Ziel sein muss.

Klaus Konkel am :

Sehr geehrter Herr Klück, ich begrüße Ihre klaren Worte zur Lage und kann dem formulierten Ziel am Ende Ihres Beitrages nur zustimmen. Was ich mich aber auch Frage, warum nach SGB-II unterstützte Menschen sich noch immer nach einem verurteilten Krimminellen benennen lassen müssen. Das ist die wahre Verspottung seit Jahren und warum findet das Anti-Diskriminierungsgesetz in diesem Fall keine Anwendung?

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