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Von Dividende ist bei der Gebr. Mannesmann AG selten die Rede

Die Brüder Mannesmann AG in Remscheid hat heute ihren Jahresabschluss 2005 veröffentlich. Das Handelshaus hat mit dem früheren Weltkonzern Mannesmann AG (abgesehen von familiären Beziehungen), nichts zu tun. Die Brüder Mannesmann AG ging vor nunmehr zehn Jahren, genauer am 3. Juni 1996, an die Börse. Damals kündigte die Werkzeug- und Armaturenbaufirma an, die knapp 30 Millionen Mark aus der Aktienemission für die Erschließung neuer Absatzmöglichkeiten in Osteuropa zu nutzen. Zitat aus dem Geschäftsbericht 1998: „Freuen Sie sich mit uns auf eine weiterhin erfolgreiche Zukunft“. Doch es kam anders.

Wer 1996 für 19.000 Mark ( 9714 Euro) 1.000 Brüder Mannesmann-Aktien kaufte (WKN 527550) und seitdem nicht verkaufte, muss einen Verlust von fast 78 Prozent beklagen. Denn der aktuelle Kurs der Aktie liegt bei 2,15 Euro (Jahreshöchststand 2,92 Euro). Immerhin 68,76 Prozent der drei Millionen Aktien, die vor zehn Jahren ausgegeben wurden und die ein Grundkapital von 7,7 Millionen Euro darstellen, befinden sich in Streubesitz, 31,24 Prozent halten der Vorstand (Jürgen und Bernd Schafstein) und der Aufsichtsrat (Reinhard C. Mannesmann, Reinach/Schweiz; Nicole Coen, Wermelskirchen, Michael Nagel, Oberstdorf). Vorstand und Aufsichtsrat waren also ebenso betroffen vom schmerzhaften Rückgang des Aktienkurses wie die übrigen Aktionäre. Die hofften im übrigen meist vergeblich auf Dividende (lediglich vier Mal wurden seit der Aktienausgabe Dividenden gezahlt) und wurden statt dessen auf den Hauptversammlungen mit sogenannten „Give-Aways“ (z.B. Akkuschraubern) vertröstet. Ob die Tantiemen von Vorstand und Aufsichtsrat in gleichem Maße sanken wie der Aktienkurs, ist nicht bekannt. Der erreichte seinen bisherigen Tiefstpunkt im Jahre 2004 mit 50 Cent. (Pressesprecher Hans-Jürgen Lupp: "Nimmt man einmal einen anderen Zeitansatz als den von Ihnen gewählten, beispielsweise vom Jahresende 2002 bis heute, dann konnten Aktionäre der Brüder Mannesmann Aktiengesellschaft ein Plus von 248 Prozent verzeichnen;Schlusskurs 2002 von 0,75 EUR, Kurs am 3. Mai 2006 von 2,61 EUR. Der Umsatz wurde von 77,3 Mio. EUR im Jahr 2003 um 9,4 Prozent auf 84,6 Millionen EUR gesteigert, und beim Gewinn der so genannte turn-around nachhaltig vollzogen. Das Unternehmen konnte sich also von den entstandenen Belastungen in beeindruckender Weise und in kurzer Zeit erholen. Ich finde, das verdient Anerkennung.") Ein Börsendienst empfiehlt die Aktie derzeit zum Kauf.

In der Euphorie-Phase des Neuen Marktes hatte die Brüder Mannesmann AG hochfliegende Pläne geschmiedet. Über die Deutsche Armaturen AG waren zahlreiche Unternehmen aufgekauft worden, um zum größten deutschen Armaturenhersteller zu werden. Finanziert werden sollte das Ganze über die Börse. Die Aktien-Kampagne war bereits in vollem Gange, da wurde sie plötzlich wieder abgesagt. Der Zusammenbruch des Neuen Marktes sei dafür verantwortlich gewesen, sagt der Pressesprecher der Brüder Mannesmann AG heute. In Bankenkreisen gibt man dagegen den damaligen Konsortialführer, einer großen deutschen Bank, eine gehörige Mitschuld an dem geplatzten Börsengang. Pressesprecher Hans-Jürgen Lupp: "Hätte die strategische Vorstandsentscheidung des Aufbaus eines großen Unternehmensverbundes im Armaturenmarkt vollständig über den Börsengang umgesetzt werden können, würden wir heute sehr wahrscheinlich über einen Global Player von exklusivem Format reden. Niemand würde Abschreibungen und wirtschaftliche Schwierigkeiten thematisieren."

Die Folge: Wirtschaftlich schwierige Zeiten für das Unternehmen, hohe Abschreibungen bei der AG, hohe Verluste auch bei einigen Banken, und ein Vertrauensverlust bei den Aktionären, der sich in fallenden Kursen niederschlug. Die großen Pläne wurden begraben, man zog sich auf das Kerngeschäft zurück (Werkzeuge und Armaturen), und inzwischen zeigen sich auch wieder Erfolge: Umsatz und Gewinne steigen. Im Geschäftsjahr 2005 erzielte der Konzern in den beiden Geschäfts­feldern Werk­zeuge und Armaturen einen konsolidierten Um­satz von 84,6 Millionen Euro, im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 0,5 Prozent. Beim Ergebnis vor Steuern gelang ein Zuwachs um 23,1 Prozent auf 1,6 Millio­nen Euro. Der vollständige Konzern­abschluss steht im Internet zum Download bereit. Die diesjährige Haupt­versammlung der Aktionäre findet am 31. August 2006 in Remscheid statt.

Ein paar Eckdaten aus der Geschichte des Unternehmens, das im Jahre 2004 139 Mitarbeiter hatte: Am 14. Juli 1931  gründeten die Brüder Alfred und Carl Mannesmann die Brüder Mannesmann GmbH, Systemanbieter für den Gas- und Wasserbereich. Anfang der 70er Jahre erwarben Jürgen, Bernd und Frank Schafstein Anteile am Unternehmen. Ab 1977 importierten sie Handwerkzeuge und Do-It-Yourself-Produkte und verkauften sie weiter (z.B. an Großmärkte), später folgten auch technische Artikel und Elektrowerkzeuge. Zweites Standbein ist bis heute der Vertrieb von Armaturen. 1995 entschlossen sich die drei Brüder zur Umstrukturierung in eine Aktiengesellschaft. Frank Schafstein hat sich inzwischen aus dem Vorstand zurückgezogen, ist aber im Unternehmen weiterhin tätig.

Über die Qualität von Werkzeugen Remscheider Firmen, u.a. auch die der Brüder Mannesmann, wird im Internet (werkzeug-forum.de) teilweise heftig diskutiert. „Spitzenwerkzeug kostet Geld. Viel Geld. Und Gedore, Hazet, Stahlwille und Co. sind teuer und sehr gut. Das ist die Oberklasse“, habe ich  da gelesen.  Auch Firmen wie Matador, Lux und Brüder Mannesmann werden dort von Anwendern bewertet, wobei zwischen deutschen Markenherstellern und Importeuren von Werkzeugen aus aller Welt teilweise deutliche Qualitätsunterschiede gemacht werden. Zitat aus der heutigen Pressemitteilung der AG: „Im Werkzeughandel steht die Marke „Brüder Mannesmann“ uneingeschränkt für Qualitäts­werkzeuge.“

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Lothar Kaiser am :

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2006 verzeichnete die Remscheider Brüder Mannesmann AG einen konsolidierten Quartals-Umsatz von 26,7 Mio. € nach 19,7 Mio. € im entsprechenden Vorjahresquartal. Das eine Leistungssteigerung um gut 35 %. Das Betriebsergebnis (EBIT) wurde auf mehr als 1 Mio. € sogar verdoppelt. „ Allerdings muss erst die weitere Entwicklung des Jahres zeigen, ob die Leistungen des ersten Quartals auf das gesamte Jahr hochzurechnen sind“, so Vorstandssprecher Jürgen Schafstein. Der vollständige Quartalsabschluss steht im Internet unter www.bmag.de. Die diesjährige Hauptversammlung der Aktionäre findet am 31. August 2006 in Remscheid statt.

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