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Politiker wollen, dass Lennep "ein liebenswerter, charmanter Ort" bleibt

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„Man nehme zwölf Monate, putze sie sauber von Neid, Bitterkeit, Geiz, Pedanterie und zerlege sie in 30 oder 31 Teile, so dass der Vorrat für ein Jahr reicht. Jeder Tag wird einzeln angerichtet aus einem Teil Arbeit und zwei Teilen Frohsinn und Humor. Man füge drei gehäufte Esslöffel Optimismus hinzu, einen Teelöffel Toleranz, eine Körnchen Ironie und eine Prise Takt. Dann wird die Masse mit sehr viel Liebe übergössen. Das fertige Gericht schmücke man mit Sträußchen kleiner Aufmerksamkeiten und serviere es täglich mit Heiterkeit."

Man hätte meinen können, diese Sätze, mit denen Bezirksbürgermeister Markus Kötter am Freitagabend in der Klosterkirche den traditionellen Bürgerempfang der Bezirksvertretung Lennep eröffnete, bezögen sich auf die turbulente Eröffnung des DOC-Baubüros gleich um die Ecke zwei Stunden zuvor. Tatsächlich war damit wohl eher Lokalpolitik oder gar das Miteinander ganz generell gemeint. Immerhin sind diese Sätze schon mehr als hundert Jahre alt. Catharina Elisabeth »Aja« Goethe (1731 - 1808), die Mutter von Johann Wolfgang von Goethe, hatte sie einst verfasst. Aber der Wunsch nach Frohsinn, Humor, Optimismus, Toleranz, Ironie und Takt hat seine Berechtigung seitdem nicht verloren.

Es war Kötters erster Neujahrsempfang als Bezirksbürgermeister. Im vergangenen Jahr hatte ein letztes Mal Dr. Heinz Dieter Rohrweck am Mikrophon gestanden. Für dessen „jahrelange herausragende Arbeit als Bezirksvorsteher und Bezirksbürgermeister“ dankte Markus Kötter herzlich. „Die in Lennep lebenden Menschen haben Dir viel zu verdanken. Es ist gut zu wissen, dass ich auch in der neuen Bezirksvertretung auf Deine Erfahrung und Dein Wissen zurückgreifen kann!“ Sein besonderer Willkommensgruß galt Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz: „Ich wünsche Ihnen für Ihr Amt viel Gesundheit, Kraft und Durchhaltevermögen und immer das notwendige „sensible und glückliche Händchen" wenn es um wichtige Zukunftsentscheidungen geht, insbesondere natürlich ganz besonders auch, wenn es um die Zukunft Lenneps geht. Mein Ziel ist es nicht, in die Fußstapfen von Herrn Dr. Rohrweck zu treten. Denn, wer in an­dere Fußstapfen tritt, hinterlässt keine eigenen Spuren. Ich möchte jedoch die erfolgreiche Arbeit von Herrn Dr. Rohrweck fortsetzen, eigene Schwerpunkte und Akzente setzen sowie umfassend zum Wohle Lenneps arbeiten.“

Den zahlreich erschienenen Vertretern Lenneper Vereine sagte der neue Bezirksbürgermeister Dank für die im Jahr 2014 zum Wohle Lenneps geleistete Arbeit: „ Es waren hervorragende Veranstaltungen - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - vom Karneval, über das Altstadtfest, das Weinfest bis hin zum Weihnachtsmarkt. Die Aktivitäten und Veranstaltungen haben Lennep wieder ein Stück nach vorne gebracht.“ Und das hat sich auch Markus Kötter und sein „sehr erfahrenes und leistungswilliges/leistungsfähiges Team“ (die Bezirksvertretung Lennep) zum Ziel gesetzt – damit „Lennep ein liebenswerter, charmanter Ort bleibt, ohne unsere Zukunftschancen und Perspektiven leichtfertig zu verspielen und/oder zu gefährden. Bei allen anstehenden Veränderungen müssen wir auf den gewachsenen und intakten Strukturen aufbauen!“

Vom geplanten Designer Outlet Center (DOC) verspricht sich Markus Kötter einen Motivationsschub: „Ich hoffe, dass der Investor alles dafür tun wird, dass sich das DOC harmonisch in unsere Altstadt einfügt.“ Inzwischen gehe es beim DOC nicht mehr um das ob, sondern nur noch um das wie. Und die Bezirksvertretung werde sich „mit ganzer Kraft dafür einsetzen, dass die Belange Lenneps, die Belange der Bürgerinnen und Bürger Lenneps, größtmöglich berücksichtigt werden.“ Im März werde es die nächste großangelegte Bürgerinformation geben, auf der die Bürger dann „umfassend über die Gutachten, den Stand der Planung und über die weiteren Abläufe informiert“ würden. Kötter: „Ich versichere Ihnen, dass Politik und Verwaltung, auch durch die Hinzuziehung von externer Kompetenz, auf Augenhöhe mit dem Investor verhandeln und für unsere Stadt, für unser Lennep, bei den Verhandlungen das bestmögliche Ergebnis erzielen werden. Wir müssen die großen Chancen, die uns die Ansiedlung des DOC eröffnet, nutzen. Chancen in den Bereichen Gastronomie, Einzelhandel, Tourismus und die Fort- und Weiterentwicklung unserer Altstadt. Im Bereich Tourismus, insbesondere wenn es um überregionale Aspekte geht, sind natürlich die Bergische Entwicklungsgesellschaft (BEA) und/oder die Nachfolgeorganisation gefordert. Es ist aber sehr beruhigend zu wissen, dass wir mit McArthurGlen einen absoluten Profi im Bereich Marketing, Werbung und Tourismus an unserer Seite haben.“ Befürworter und Gegner des DOC bat Kötter, mit Respekt voreinander zu diskutieren und Gedanken auszutauschen: „Persönliche Angriffe und eine Sprache, die die Straße der Sachlichkeit verlässt, sind für einen verantwortungsvollen Dialog nicht geeignet.“

Stichwort „Sportpark Hackenberg“: Die Planungen liefen auf Hochtouren, so Kötter. „Alle Konzepte, Ideen und letztendlich die Abschlussplanungen wurden einvernehmlich mit den betroffenen Vereinen und dem Stadtsportbund in sehr kooperativer Art erörtert. Der Lenneper Sport und der Stadtsportbund haben den Planungen zugestimmt. Nach der Umsetzung, die noch einige Jahre dauern wird, hat Lennep ein Sportzentrum der Extraklasse, von dem der ganze Stadtteil profitieren wird. Vergessen wir nicht, dass 2/3 der Kaufsumme von McArthurGlen, somit zehn Millionen Euro in die Sportanlagen nach Lennep fließen. Ohne das DOC wäre all dies undenkbar. Dass wir bis zur abschließenden Umsetzung und Beendigung aller Baumaßnahmen Unzulänglichkeiten in Kauf nehmen müssen steht außer Frage, ist jedoch unumgänglich.“

Stichwort „Hertie-Kaufhaus“: Die Wiederbelegung des leerstehenden Gebäudes habe für Lennep „absolute Priorität“, so Kötter. Dabei müsse klar sein: „Wir sind nicht die Entscheider bei diesem Projekt. Das Gebäude gehört nicht uns, nicht der Stadt Remscheid, sondern ein Insolvenzverwalter sucht einen Investor für das Objekt. Nach wie vor aktuell seien Pläne einer Lebensmittelkette, im Erdgeschoss qualitativ hochwertige Produkte anzubieten; die oberen Geschosse seien unter anderem für Dienstleister-Büros bestimmt. Das genossenschaftliche Alternativ-Konzept von Veronika Wolf bezeichnet der Bezirksbürgermeister als „eine schöne Idee“. Aber „Diese Konzepte und Planungen müssen durchfinanziert sein und auch eine Nachhaltigkeit aufweisen.“

Stichwort „Altes Krankenhaus Lennep“: Die notwendigen politischen Beschlüsse zum Abriss dieser Ruine stünden kurz bevor, so Kötter. Der Abriss selbst – zugunsten eines „sehr attraktiven Wohngebiet“ - sei allerdings erst im Herbst 2015 realistisch.

Und zum Schluss hatte der Bezirksbürgermeister noch einen Wunsch: Den dürften die meisten seiner Zuhörerinnen und Zuhörer geteilt haben: „Dass wir in Remscheid weiter friedlich zusammenleben. Wer bei uns friedlich leben und arbeiten will und nach Flucht und Vertreibung eine neue Heimat sucht, sollte von uns willkommen geheißen werden. Dumpfe fremdenfeindliche Parolen brauchen wir in Remscheid und auch in unserem Stadtrat nicht!

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